Brees (r.) gelangen in dieser Saison bereits 31 Touchdowns, gegen Atlanta ging er leer aus © getty

Atlantas Defense zwingt New Orleans Quarterback Drew Brees zu fünf Interceptions und lässt eine historische Serie reißen.

Von Florian Pertsch

München/Atlanta - Die Atlanta Falcons haben sich beim Thursday Night Game in Woche 13 an den New Orleans Saints revanchiert und die Schmach der einzigen Saisonniederlage mit dem 23:13 (17:7)-Sieg wieder wett gemacht.

Durch den Erfolg gegen den ungeliebten Division-Rivalen schrauben die Falcons ihre beeindruckende Bilanz auf elf Siege bei nur einer Niederlage hoch und sind weiter das beste Team der NFL (Die NFL LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Atlanta hofft auf Tampa-Patzer

Sollten die Tampa Bay Buccaneers am Wochenende nicht gegen Denver gewinnen, dann hätte Atlanta den Titel der NFC South sicher (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Im Duell der Quarterbacks erwischte Atlantas Spielmacher Matt Ryan gegenüber New Orleans' Drew Brees den besseren Start und letztlich auch den besseren Abend, obwohl er sich mit Pässen gegen die Saints weitestgehend zurückhielt.

Direkt im ersten Drive führte Ryan die Falcons zu einem Touchdown durch Michael Turner, der den Ball über drei Yards in die Endzone trug.

Ryan ohne Fehl und Tadel

Seit seiner Rookie-Saison 2008 gelang es Ryan 26-mal im Eröffnungs-Drive zu punkten - Rekord in der NFL.

Beim Passspiel nahm sich der Quarterback mit 165 Yards etwas zurück, leistete sich aber keine Interception und erhöhte zu Anfang des zweiten Viertels durch einen Pass auf Tony Gonzalez auf 14:0.

"Natürlich waren die Saints vor der Partie selbstbewusst, aber wir haben ihnen gezeigt, wer das beste Team in der NFC South ist", erklärte Gonzalez zufrieden: "Ein großer Dank geht an unsere Defense, die Jungs waren einfach großartig."

Saints kommen durch Ingram zurück

Die Saints kamen zwar noch vor der Pause durch einen Touchdown von Mark Ingram zurück ins Spiel, doch Atlantas Verteidigung machte im zweiten Duell der Saison den Unterschied.

Die Greifvögel aus Georgia bescherten Saints-Spielmacher Drew Brees einen Horrorabend ( 642775 DIASHOW: Die Bilder des 12. Spieltages ).

Zwar warf der Quarterback Pässe für 351 Yards Raumgewinn, doch den Falcons gelangen fünf Interceptions, William Moore davon zwei.

Zum ersten Mal seit 54 Spielen blieb Brees damit ohne Touchdown-Pass, und auch die fünf Fehlpässe waren ein trauriger Karriere-Rekord.

Brees schwer enttäuscht

"Ob Negativ-Rekord oder nicht, ist mir egal. Die Interceptions sind passiert, das ist extrem enttäuschend für mich. Ich sehe mich selbst als Gewinner und nicht als jemand, der den Ball fünfmal in einem Spiel verliert", ging Brees hart mit sich ins Gericht.

"Drew ist ein unglaublicher Quarterback, was die Leistung unserer Defense noch bedeutender macht", lobte Falcons-Coach Mike Smith seine Abwehr.

In der zweiten Hälfte war es die Show der Kicker. Matt Bryant war für Atlanta insgesamt dreimal - zwei im letzten Viertel - mit einem Field Goal erfolgreich, darunter eines aus 55 Yards Entfernung.

Saints-Kicker Garrett Hartley brachte New Orleans Mitte des dritten Abschnitts sogar noch einmal auf 13:17 heran, doch dann trat Bryant in Aktion und stellte den alten Zehn-Punkte-Abstand wieder her.

Playoffs rücken in weite Ferne

Die Punkte-Differenz hatte auch zur Pause Bestand und hätte für New Orleans eine Warnung sein müssen, denn Atlanta gewann bei einer Führung mit zehn oder mehr Punkten zur Halbzeit seit 2003 39 Spiele in Folge.

Für die New Orleans Saints sind nach der Niederlage und einer schwachen Bilanz von nur fünf Siegen in zwölf Spielen die NFL-Playoffs in weite Ferne gerückt.

"Wir müssen alle Spiele in den kommenden Wochen gewinnen, und selbst dann sind wir auf die Pleiten anderer Teams angewiesen. Unsere nächsten Gegner sind sehr stark, und wir stehen vor einer sehr schweren Aufgabe", erklärte Saints-Linebaker Jonathan Vilma mit Blick auf die anstehenden Spiele gegen die Giants, Tampa Bay, Dallas und Carolina.

Weiterlesen