Eli Manning (l.) wurde im Februar zum zweiten Mal MVP eines Super Bowls © getty

Der Quarterback führt die Giants am 12. Spieltag zum Kantersieg über Green Bay und folgt seinem Bruder. Die 49ers bremsen Brees.

Von Eric Böhm

München - Die New York Giants haben am 12. Spieltag das Duell der beiden vergangenen Super-Bowl-Champions für sich entschieden.

Der Titelverteidiger feierte gegen die Green Bay Packers einen hochverdienten 38:10 (17:7, 14:3, 7:0, 0:0)-Heimerfolg (Die NFL LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Ein an Krebs leidender 15-jähriger Fan, der das Abschlusstraining besuchen durfte, inspirierte die Giants zu einer ihrer besten Saisonleistungen.

"Er hat gefordert, wir sollten wie Weltmeister spielen. Das war unser Motto für dieses Spiel", sagte Head Coach Tom Coughlin.

Manning in bester Gesellschaft

Die Giants (sieben Siege - vier Niederlagen) bauten ihre Führung in der NFC East dank Quarterback Eli Manning aus, der seine Krise der letzten Wochen überwand.

"Das hat bei uns alle berührt. Der einzige Wunsch des Jungen war, uns zu besuchen. Wir wollten ihn nicht enttäuschen", betonte Manning.

Ihm gelangen Pässe für 249 Yards Raumgewinn. Sein drittes Touchdown-Anspiel war zudem im 106. Spiel das 200. seiner NFL-Karriere ( 642775 DIASHOW: Die Bilder des 12. Spieltages ).

Nur Bruder Peyton, Tom Brady und Drew Brees erreichten diesen Meilenstein noch schneller.

Nur ein Highlight der Packers

Schon im ersten Viertel sorgte New York - ohne den bis Saisonende ausfallenden Rookie Markus Kuhn - mit zwei Touchdowns und einem Field Goal für klare Verhältnisse.

Abgesehen von einem 61-Yard-Touchdown von Receiver Jordy Nelson gelang den Packers (7:4) nicht viel.

Spielmacher Aaron Rodgers wurde fünfmal gesackt und leistete sich zwei Ballverluste. Bereits zur Pause (31:10) hatten die "G-Men" den Sieg im Kracher unter Dach und Fach gebracht.

Brown fällt mit Beinbruch aus

Vor allem Manning hatte die spielfreie Woche extrem gut getan. Nach schwachen Leistungen waren Gerüchte über Probleme mit dem Wurfarm aufgetaucht.

"Da war nichts dran. Ich habe nie etwas in diese Richtung gefühlt. Der Arm brauchte einfach nach zehn Spieltagen eine Pause. Schon im Training lief es in dieser Woche sehr gut", sagte der zweimalige Super-Bowl-MVP.

Das Running-Back-Duo Andre Brown und Ahmad Bradshaw sorgte mit jeweils einem Touchdown sowie insgesamt 122 Yards für die nötige Ausgeglichenheit des Angriffs.

Allerdings brach sich Brown in der zweiten Hälfte ein Bein. "Das ist ein bitterer Ausfall. Er ist ein wichtiger Spieler", ärgerte sich Manning.

Druck setzt Rodgers zu

Nach zuvor fünf Siegen in Folge verlor Green Bay dagegen die Spitzenposition in der NFC North an Chicago (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Gegen die starken Quarterback-Jäger der Gastgeber um Justin Tuck hatten die Packers ständig das Nachsehen. MVP Rodgers war der Leidtragende.

"Ich habe viele Fehler gemacht. Die oberste Priorität ist, den Quarterback zu schützen. Das haben wir nicht geschafft. Das ist meine Verantwortung", sagte Coach Mike McCarthy.

SPORT1 blickt auf eine weitere Partie des 12. Spieltages der NFL:

New Orleans Saints - San Francisco 49ers 21:31

Die San Francisco 49ers gewannen auch das Rematch des bereits legendären Playoff-Spiels gegen die New Orleans Saints aus dem Januar.

Der Tabellenführer der NFC West setzte sich mit 31:21 (7:7, 7:7, 14:7, 3:0) durch und feierte den achten Saisonsieg

Dem neuen Quarterback Colin Kaepernick gelangen jeweils ein Touchdown zu Fuß und per Pass, aber die Abwehr entschied die Partie.

"Sie haben uns das Spiel gewonnen. Ihre Leistung war großartig", jubelte Kaepernick, der den Vorzug vor dem wieder einsatzbereiten Ex-Stammspieler Alex Smith erhielt.

Brees patzt doppelt

Ahmad Brooks und Donte Whitner trugen abgefangene Bälle des Saints-Superstars Drew Brees in die Endzone zurück. Knapp acht Minuten vor Schluss sorgte Kicker David Akers für die Vorentscheidung.

Nach der sechsten Niederlage schwinden die Playoff-Chancen und damit die Möglichkeit auf den Super Bowl im heimischen Superdome.

"Ich habe ihnen Geschenke gemacht. Die 21 Punkte kurz vor und nach der Pause waren eine zu große Hypothek", haderte Brees.

Chicago Bears - Minnesota Vikings 28:10

Jay Cutler feierte beim 28:10 (10:3, 15:0, 3:7) seiner Chicago Bears gegen die Minnesota Vikings eine erfolgreiche Rückkehr.

Zwei Wochen nach seiner Gehirnerschütterung brachte der Quarterback 23 seiner 31 Pässe für 188 Yards an den Mann.

Sein Pass auf Tight End Matt Spaeth in die Endzone sicherte kurz vor der Halbzeit den Heimsieg und nach Green Bays Pleite in New York die alleinige Führung in der NFC North.

"Er ist extrem wichtig für uns. Das hat man heute gesehen. Alle spielen plötzlich mit mehr Selbstvertrauen", bestätigte Brandon Marshall, der als erster Bears-Receiver seit 2002 wieder die 1000-Yard-Marke überschritt.

Vikings verlieren an Boden

Die Vikings (6:5) kassierten ihre vierte Auswärtsniederlage, bleiben aber im Geschäft um die Wildcard-Plätze.

Ihr Star Adrian Peterson kam zwar insgesamt auf 108 Yards, die meisten davon gelangen dem Running Back jedoch als die Bears im Gefühl des sicheren Sieges etwas nachließen.

"Wir haben viele Fehler gemacht. Sie waren heiß und wollten ein Statement abgeben. Wir müssen das abhaken", analysierte Peterson.

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