Tom Brady (Quarterback, New England Patriots): Mit 37 Jahren schon ein echter Dinosaurier, hat Brady ein ganz einfaches Rezept, wann die Karriere vorbei ist - "Wenn ich Mist spiele!". Soweit ist es aber beim Ehemann von Topmodel Gisele Bündchen noch nicht und deswegen gehören seine Patriots wieder zu den besten Teams der NFL
Brady ist einer von sechs Quarterbacks, der in zehn Spielzeiten über 3000 Yards erwarf © getty

New England zerlegt die Jets wie einen Thanksgiving-Truthahn. Washington fertigt die Cowboys dank Robert Griffin III ab.

Von Florian Pertsch

München - Die New England Patriots haben an Thanksgiving die New York Jets im eigenen Stadion gedemütigt und Trainer Bill Belichick den 200. Sieg geschenkt.

Quarterback Tom Brady führte sein Team am 12. Spieltag zum überragenden 49:19 (35:3)-Sieg und warf Pässe über 323 Yards und drei Touchdowns.

New England hat damit in zwei aufeinanderfolgenden Partien insgesamt 108 Punkte (Woche 11: 59 Punkte gegen Indianapolis Colts) erzielt und klettert damit in dieser Statistik auf den dritten Platz in der NFL-Historie (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Gronkowski-Verletzung kein Makel

Vor allem das zweite Viertel wurde zum Horror für die Jets. Brady fand seine Teamkollegen drei Mal, Steve Gregory und Julian Edelmann trugen jeweils einen New Yorker Fumble zum 35:0 in die Endzone.

"Das ging alles so schnell", staunte Pats-Linebaker Jerod Mayo: "Sowas habe ich in meiner Karriere noch nicht erlebt, aber ich bin froh, dass ich auf der richtigen Seite stand."

Jets-Fans fordern Tebow

Auch ohne den verletzten Tight End Rob Gronkowski überzeugte die Offense der Patriots, bei der sechs verschiedene Spieler einen Touchdown erzielten.

Die Jets-Fans revoltierten bereits zur Halbzeit und pfiffen das Team gnadenlos aus. New Yorks Trainer Rex Ryan hatte für die Reaktion der Anhänger absolutes Verständnis: "Teufel ja, ich kann verstehen, dass die Fans unzufrieden sind."

In die gellenden Pfiffe mischte sich auch die Forderung nach Ersatz-Quarterback Tim Tebow, der hinter dem unglücklich agierenden Spielmacher Mark Sanchez wieder nur auf der Bank saß.

New York versauert im Tabellenkeller

"Das war ein verrücktes Spiel. Sowas habe ich noch nicht erlebt. Gegen so ein Team dürfen wir den Ball nicht so oft verlieren", erklärte Sanchez, der zwei Mal gesackt wurde, eine Interception warf und den Ball vor Gregorys Touchdown verlor.

Die Jets verschlechterten ihre Bilanz auf magere vier Siege bei bereits sieben Niederlagen und stehen weiter am Tabellenende der NFC East.

New England hingegen führt mit einer Bilanz von acht Siegen bei drei Niederlagen die AFC East deutlich vor den Buffalo Bills (4:6) an.

SPORT1 blickt auf eine weitere Partie des 12. Spieltages der NFL:

Dallas Cowboys - Washington Redskins 31:38

Im Prestigeduell zwischen den Washington Redskins und den Dallas Cowboys setzte sich das Team des jungen Quarterbacks Robert Griffin III durch.

Der Redskins-Spielmacher erwarf für sein Team vier Touchdowns und führte Washington zu einem 38:31 (28:3)-Erfolg in Dallas.

Dem Heisman-Trophy-Gewinner Griffin unterlief bei 311 Yards nur eine Interception, Running Back Alfred Morris kam auf 113 Yards und ebenfalls einen Touchdown.

"Der Junge ist verdammt cool"

"Dieser Junge ist einfach verdammt cool, ihn bringt nichts aus der Ruhe", lobte Coach Mike Shanahan seinen Spielmacher.

Auch Cornerback DeAngelo Hall, der in der ersten Hälfte nach einer Interception einen Touchdown erzielte, war voll des Lobes für seinen Chef: "Um ihn müssen wir uns nie Sorgen machen. Das Problem ist eher, dass alle anderen Spieler mit seinem Tempo und seiner Coolness mithalten können."

Romo mit Licht und Schatten

Bei den Cowboys, die erst in der zweiten Hälfte aufwachten, kam Quarterback Tony Romo zwar auf starke 411 Yards Raumgewinn und drei Touchdowns, doch zugleich unterliefen ihm auch zwei Interceptions.

Neben Romo überzeugte Wide Receiver Dez Bryant, der acht Pässe über 145 Yards fing und zwei Touchdowns erzielte.

Die Redskins belegen mit fünf Siegen und sechs Niederlagen Platz zwei der NFC East hinter NFL-Champion New York Giants, die Cowboys weisen die gleiche Bilanz auf, liegen aber auf dem dritten Rang der Division.

Detroit Lions - Houston Texans 31:34 n.V.

Die Detroit Lions haben durch die hart umkämpften 31:34 (21:14)-Niederlage nach Verlängerung wohl auch ihre letzte Chance auf eine Teilnahme an den Playoffs der NFL verspielt.

Durch ihre siebte Pleite in der laufenden Saison bleiben die Lions weiterhin Schlusslicht der NFC North. Die Houston Texans hingegen behaupteten durch ihren zehnten Sieg die Tabellenführung in der AFC South.

Dabei erwischten die Lions den besseren Start. Mikel Leshoure brachte Detroit nach knapp fünf Minuten mit einem 2-Yard-Touchdown in Führung.

Foster sichert Overtime

Die Texans kamen erst im zweiten Viertel in Schwung und schafften durch den Touchdown von Arian Foster den Ausgleich.

Detroit legte in der Folgezeit immer wieder vor, ehe sich die Gäste 115 Sekunden vor Schluss dank Fosters 1-Yard-Touchdown zum 31:31 in die Overtime retten konnten.

Dort scheiterten beide Teams jeweils mit einem Field-Goal-Versuch und verpassten damit die vorzeitige Entscheidung.

Schließlich entschied Texans-Kicker Shayne Graham 2:21 Minuten vor Spielende mit einem 32-Yard-Field-Goal die Partie für Houston.

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