Antonio Brown (l.) wurde in der vergangenen Saison erstmals in den Pro Bowl gewählt © getty

Pittsburgh muss gegen Baltimore Roethlisberger mit dem seit 2006 sieglosen Backup ersetzen. Den Rumpf-Packers droht ein Shootout.

Von Eric Böhm

München - Es ist eine Mission, bei der man sich schon vor ihrem Start fragt, wie sie funktionieren soll.

Ohne ihren Star-Quarterback Ben Roethlisberger versuchen die Pittsburgh Steelers auf Rang eins in der AFC North zu springen.

Am 11. Spieltag stellt sich jedoch Erzrivale und Tabellenführer Baltimore (ab 2.25 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) in der Stahlstadt vor. Seit fast zwei Jahren haben die Ravens kein Divisionsduell mehr verloren.

Anstelle des an Schulter und Rippen verletzten Spielmachers wird Byron Leftwich auflaufen, der 2006 seinen letzten NFL-Start gewinnen konnte.

"Ben ist Herz und Hirn unseres Angriffs, aber ich habe Vertrauen in Byron. Er hat viel Erfahrung. Wir erwarten ein erfolgreiches Spiel von ihm", sagt Head Coach Mike Tomlin.

Historie spricht gegen Leftwich

Gegen Kansas City brachte Leftwich nach seiner Einwechslung nur eine vernünftige Angriffsserie zu Wege.

Den mühevollen Sieg sicherte in der Verlängerung die Abwehr mit einer Interception. Tomlin schickte daraufhin sofort seinen Kicker Shaun Suisham auf Feld, der zum 16:13 traf.

Gegen Baltimore wartet eine schwerere Aufgabe. Viermal mussten die Steelers seit 2004 ohne Roethlisberger gegen die traditionell sattelfeste Abwehr antreten - nie gelang ein Erfolg.

"Für mich ändert sich nichts. Ich bereite mich immer so vor, als würde ich spielen. Ich hoffe, Ben ist bald wieder fit", sagt Leftwich.

Mendenhall zurück

Immerhin wird ihm im Angriff wieder Rashard Mendenhall zur Seite gestellt. Der Running Back hat seine Achillessehnenreizung auskuriert.

Er wird sich die Läufe mit Isaac Redman und Jonathan Dwyer trennen. Räume könnte es geben, immerhin lässt Baltimore in dieser Saison durchschnittlich 133 Yards pro Spiel zu.

Überraschenderweise stehen die Ravens in einigen Defensivkategorien im hinteren NFL-Drittel. Dafür glänzte in den vergangenen Wochen der Angriff.

"Sie haben uns in den letzten Jahren immer mitgezogen. Jetzt können wir endlich etwas zurückzahlen", bestätigt Quarterback Joe Flacco.

Safety-Duo fraglich

Nach fünf sehr knappen Erfolgen platzte in der vergangenen Woche gegen Oakland der Knoten. Mit 55 Punkten gelang ein Teamrekord.

Running Back Ray Rice und Flaccos lange Pässe auf Torrey Smith sind für jede Verteidigung schwer zu kontrollieren.

Angesichts der Quarterback-Situation steht die Steelers-Abwehr besonders unter Druck. Wenigstens spricht die perfekte Heimbilanz für die Gastgeber (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Die statistisch beste Defense der NFL muss aber um das Safety-Duo Troy Polamalu (Wadenprobleme) und Ryan Clark (zweite Gehirnerschütterung in drei Wochen) bangen.

SPORT1 blickt auf eine weitere Partie des 11. Spieltages der NFL:

New England Patriots - Indianapolis Colts

Über Jahre war es der NFL-Klassiker: Jetzt will Rookie-Quarterback Andrew Luck als Peyton Mannings Nachfolger im Aufeinandertreffen mit Tom Brady eine neue Tradition begründen.

Der Auftritt der Indianapolis Colts bei Sebastian Vollmers New England Patriots (ab 22.20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) trägt das Motto: Treffen der Generationen.

"Sie haben vier Spiele in Folge gewonnen und sind überraschend ein Playoff-Kandidat. Es wird kein Spaziergang", meint Brady, der 2001 sein Debüt gegen Indy feierte.

Gänsehaut wegen Pagano

Der gegen den Krebs kämpfende Coach Chuck Pagano stattete den jungen Colts in dieser Woche einen emotionalen Besuch ab. "Es war unglaublich schön", sagt Interimstrainer Bruce Arians. Viele Spieler haben sich aus Solidarität zu Pagano eine Glatze schneiden lassen.

Luck hat die Truppe schnell wieder zu einem starken Team gemacht, aber Brady spielt erneut eine MVP-würdige Saison. 18 Touchdowns stehen nur drei Interceptions gegenüber.

In den vergangenen drei Partien ist auch Tight End Rob Gronkowski mit 255 Yards und fünf Touchdowns wieder aufgewacht. Die Topspiel-Tradition könnte also weiterbestehen.

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