Buffalos Running Back C.J. Spiller (l.) spielte am College für die Clemson Tigers © getty

Miami wacht zum Auftakt des 11. Spieltages in Buffalo viel zu spät auf. Der Rookie-Quarterback vergibt die Comeback-Chance.

Von Eric Böhm

München/Orchard Park - Die Buffalo Bills haben zum Auftakt des 11. Spieltages im Divisionsduell der AFC East ihre wohl letzte Playoff-Chance gewahrt (Die NFL LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Gegen die Miami Dolphins gelang dem viermaligen Super-Bowl-Verlierer ein 19:14 (13:7, 6:0, 0:0, 0:7) und damit der vierte Erfolg in der zehnten Partie.

Return-Spezialist Leodis McKelvin stellte früh die Weichen. Er trug eineinhalb Minuten nach Spielbeginn einen Punt der Dolphins in deren Endzone zurück.

"Wir haben uns dieses tiefe Loch gegraben. Es war eine Pflichtsieg, und wir haben uns durchgesetzt", sagte Safety Jairus Byrd.

Verteidigung setzt Zeichen

Der 26-Jährige fing innerhalb der letzten Minuten einen Pass von Miamis Rookie-Quarterback Ryan Tannehill ab und brachte das Erfolgserlebnis so unter Dach und Fach.

Vor allem für die viel gescholtene Verteidigung war die starke Leistung Balsam auf die Seele. Schließlich ließen sie vorher im Schnitt fast 32 Punkte pro Partie zu - der mit Abstand letzte Platz in der NFL.

"Ich bin froh, dass heute jeder sehen konnte, was Bills-Football heißt. Wir können dominant auftreten", sagte Defensive Tackle Marcell Dareus ( 640180 DIASHOW: Die Bilder des 11. Spieltages ).

Bush ausgebremst

Nach dem Blitzstart kontrollierten die Bills mit Running Back C.J. Spiller (91 Yards), Kicker Ryan Lindell (vier Field Goals) das Geschehen.

Den Rest erledigte die vor der Saison unter anderem mit Quarterback-Jäger Mario Williams gut verstärkte Abwehr, die vorher nur selten ihr Potenzial abgerufen hatte.

Das Laufspiel der Dolphins mit Reggie Bush und Daniel Thomas kam nie in die Gänge. Drei Ballverluste und nur 184 Yards sprechen eine deutliche Sprache.

"Das war keine gute Leistung in der Offensive. Da lief gar nichts", haderte Miamis Cheftrainer Joe Philbin.

Tannehill wirkungslos

Die beste Aktion der Gäste aus Florida war Marcus Thigpens Kickoff-Return-Touchdown zum zwischenzeitlichen 7:10.

Ohne Unterstützung kam Spielmacher Tannehill nicht zur Entfaltung. Insgesamt brachte er nur 14 von 28 Pässen für 141 Yards an den Mann.

"Es ist sehr frusttrierend. Zu Beginn des Jahres lief es deutlich besser. Jetzt gelingt es uns nicht mehr, einen Rhythmus aufzubauen", ärgerte sich der 24-Jährige über die dritte Pleite in Folge.

Zwei Interceptions in der Endphase

Sein Touchdown-Pass auf Receiver Davone Bess sorgte knapp neun Minuten vor Schluss noch einmal für Hoffnung, die er mit zwei Interceptions in der Endphase selbst zerstörte.

Mittlerweile wurden bereits elf seiner Anspiele von Gegnern abgefangen nur vier Quarterbacks sind noch schlechter.

Die Defensive ließ sich von der schwachen Vorstellung anstecken, ließ aber trotz 281 Yards wenigstens keinen Touchdown zu.

Playoffs noch nicht aufgegeben

Auch die Dolphins weisen nun eine 4:6-Bilanz auf. New England (6:3) führt die Division an (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen). Auf den Wildcard-Plätzen liegen in der AFC aktuell Pittsburgh und Indianapolis (jeweils 6:3).

Die Bills haben die Hoffnung auf eine Erfolgsserie noch nicht aufgegeben. "In dieser Liga kannst du das nie wissen. Wir haben jetzt wieder mehr Selbstvertrauen und gehen jedes Spiel wie ein Playoff an", bestätigte Williams.

Für den ersten Sieg in einem landesweiten TV-Spiel seit 2001 dankte Quarterback Ryan Fitzpatrick (17 von 27 für 168 Yards) den Helden des Abends.

"Die Defense musste viel Kritik einstecken. Sie haben unglaublich hart gearbeitet und heute den Lohn geerntet", lobte der 29-Jährige.

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