Markus Kuhn wechselte von den New York Giants zu den New England Patriots
Markus Kuhn wurde von den New York Giants an 239. Stelle im Draft ausgewählt © imago

Der deutsche NFL-Rookie Markus Kuhn fällt mit der Knieverletzung lange aus. Die Trainer der Giants loben den Defensive Tackle.

East Rutherford - Mit gesenktem Kopf den Heimflug antreten, das wäre einfach nicht sein Ding.

Natürlich werde er in den USA bleiben, verkündete Football-Profi Markus Kuhn selbstbewusst - nur wenige Stunden nachdem ein Kreuzbandriss seinen steilen Aufstieg in der NFL abrupt gestoppt hatte: "Das ist überhaupt keine Frage!"

Seine Rookie-Saison kann der 1,93 m-Koloss bei den Super-Bowl-Champions New York Giants jedoch abschreiben. Bis zu sechs Monate wird es dauern, ehe das lädierte Knie wieder die Belastung eines Defensive Tackle tragen kann.

"Ich wusste schon, dass irgendwas nicht stimmt", sagte Kuhn über den Zusammenstoß in der Anfangsphase der 13:31-Niederlage gegen die Cincinnati Bengals (Die NFL LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM):

"Aber ich hatte nicht gedacht, dass es wirklich so schlimm ist."

Gute Rookie-Saison

Nur zehn Spiele dauerte das Debüt des 26-jährigen Weinheimers an. Das, so die einhellige Meinung der Experten, waren allerdings bereits zehn Spiele mehr als erwartet.

"Niemand spricht groß über ihn, aber das ist gut, weil er einfach aufs Feld kommt und seinen Job erledigt", sagte Defensiv-Coordinator Perry Fewell über den deutschen Legionär: "Er spielt eine große Rolle." ( 636602 DIASHOW: Die Bilder des 10. Spieltages )

Erst in Runde sieben gedraftet, erkämpfte sich Kuhn in der Sommer-Vorbereitung etwas überraschend einen Platz im endgültigen Saison-Kader des Meisters. "Er war sehr solide", sagte Fewell:

Lob von den Trainern

"Auch gegen Cincinnati hätte er vielleicht zwei, drei, vier Pässe verhindert, und niemand hätte es bemerkt." Giants-Trainer Tom Coughlin beschrieb die Entwicklung um den Rookie als "traurig".

Die Mannschaft um Star-Quarterback Eli Manning führt derzeit die NFC-East mit sechs Siegen an.

Auch wenn Coughlin nicht müde wird zu betonen, dass "eine Menge Spieler noch nicht so spielen, wie sie es eigentlich könnten", ist das Erreichen der Playoffs fest eingeplant. Auch ohne Kuhn (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Habe hart gearbeitet"

Trotzdem: Gelingen dem 26-Jährigen nach seiner schweren Verletzung ähnlich gute Leistungen, hat er gute Chancen, nach Sebastian Vollmer (New England Patriots) der zweite etablierte Deutsche im Football-Mekka NFL zu werden.

"Sie haben mich aus einen bestimmten Grund geholt", sagte Kuhn, der drei Sprachen spricht: "Ich habe hart gearbeitet, um auf dem Feld zu stehen, und für einen Rookie recht viel gespielt."

Jetzt müsse er einfach weitermachen, "um dem Team so schnell wie möglich wieder helfen" zu können. Das alles spricht für die Einstellung des 140 kg schweren Abwehrspielers.

Erfahrung fehlt noch

Wille, Ehrgeiz und natürlich Talent bescheinigte Coughlin dem Neuzugang bereits nach den ersten Trainingseinheiten. Es fehlte nur die Erfahrung.

Im vergangenen Jahr machte Kuhn, der in der German Football League für die Weinheim Longhorns spielte, seinen Abschluss in Betriebswirtschaft an der North Carolina State University in Raleigh, begünstigt durch ein Football-Stipendium.

Als Teenager hatte sich Kuhn übrigens eher für Fußball als für den US-Nationalsport interessiert.

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