Ben Roethlisberger musste wegen einer Schulterverletzung ausgewechselt werden © getty

Pittsburgh gewinnt zwar mit Mühe das Monday Night Game gegen die Chiefs nach Verlängerung, verliert jedoch Ben Roethlisberger.

Von Eric Böhm

München/Pittsburgh - Die Pittsburgh Steelers haben ihren sechsten Saisonsieg möglicherweise teuer bezahlt (Die NFL LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Im Monday Night Game des 10. Spieltages gelang ihnen ein knapper 16:13 (0:7, 10:3, 0:0, 3:3, 3:0)-Erfolg nach Verlängerung gegen die Kansas City Chiefs.

Dabei verletzte sich jedoch Star-Quarterback Ben Roethlisberger an der rechten Schulter und musste noch während des Spiels ins Krankenhaus gebracht werden ( 636602 DIASHOW: Die Bilder des 10. Spieltages ).

"Es war natürlich ein bitterer Moment, aber wir blieben positiv. Es wäre leicht gewesen, einzuknicken, aber das ist nicht unser Stil", sagte Linebacker Lawrence Timmons.

Hoffen und Bangen

Eine genaue Diagnose steht nach dem Hit der Chiefs Tamba Hali und Justin Houston noch aus. Die Fans zittern aber jetzt schon: In der nächsten Woche steht der Divisionsgipfel gegen Spitzenreiter Baltimore an.

"Es sah eigentlich nicht so schlimm aus. Plötzlich war er weg. Ich hoffe, es ist nicht so ernst", meinte Offensive Lineman Max Starks.

Bei aller Defensivstärke hängen die Hoffnungen auf eine weitere Teilnahme am Super Bowl vor allem an Rethlisbergers Gesundheit (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Dwyers Rückkehr verpufft

Das zeigte sich auch gegen Kansas City. Bereits vor "Big Bens" Ausscheiden hatten sich die Steelers gegen das Kellerkind - erst ein Saisonsieg - erstaunlich schwer getan.

Das chronisch schwache Laufspiel konnte auch das Comeback von Jonathan Dwyer (56 Yards) nach auskurierter Oberschenkelzerrung nicht befeuern. Im Schnitt gelangen nur drei Yards pro Lauf.

Die "Indianer" waren deutlich erfolgreicher: Running Back Jamaal Charles hatte die Gäste früh mit seinem Touchdown in Führung gebracht und fand auch danach immer wieder Lücken. Ihm gelangen insgesamt 100 Yards.

Leftwich eingerostet

Im dritten Viertel übernahm beim Stand von 10:10 bei den Steelers Byron Leftwich für Roethlisberger.

Bei seinem ersten Einsatz in zwei Jahren kam der Backup (7 von 14 für 73 Yards) nur schwer in Tritt.

Immerhin gelang zu Beginn des Schlussviertels eine erfolgreiche Angriffsserie, die Kicker Shaun Suisham zum 13:10 abschloss.

"Es war sicher nicht glanzvoll, aber seine Konstanz ist für uns entscheidend. Er macht keine großen Fehler. Er war für uns ein Stabilisator", betonte Head Coach Mike Tomlin.

Big Play von Cassel

Die aufopferungsvoll kämpfenden Chiefs kamen aber mit auslaufender Spielzeit noch zum Ausgleich.

Ein starker Pass ihres erneut inkonstanten Quarterbacks Matt Cassel (11 von 26 für 154 Yards) bei einem vierten Versuch ermöglichte Ryan Succops Field Goal.

"Zum ersten Mal in dieser Saison haben wir in Abwehr, Angriff und Special Teams unsere Leistung abgerufen", lobte Cassel.

Timmons schlägt zu

In der Verlängerung unterlief ihm beim zweiten Spielzug mit einer Interception vor der eigenen Endzone in Timmons' Arme doch der entscheidende Fehler. Suisham ließ sich kurz darauf nicht zweimal bitten.

Es war bereits der 30. Ballverlust der Gäste in dieser Saison. Die zweitschlechtesten NFL-Teams sind Philadelphia und Buffalo mit 21.

"Sie haben es heute gut gemacht, aber wir haben den einen Big Point hinbekommen, der wirklich zählt", jubelte Pittsburghs Verteidiger Larry Foote.

Auch Clark fällt aus

Die Steelers retteten damit ihre beeindruckende Serie. Seit 15 Monday-Night-Heimspielen und 20 Jahren sind sie inzwischen unbesiegt.

Neben Roethlisberger verletzte sich aber auch noch Ryan Clark. Der Safety erlitt im vierten Spielabschnitt eine Gehirnerschütterung.

"Wir haben jetzt vier Spiele in Folge gewonnen. Das ist eine gute Serie, aber wir dürfen jetzt nicht nachlassen. Die dicken Brocken kommen noch", blickte Tomlin bereits auf den Kracher gegen die Ravens.

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