Jay Cutler (l.) muss nach einem bösen Hit an den Kopf ausgewechselt werden © getty

Houston gewinnt bei den Bears. Am Tag der Kopftreffer ist deren Quarterback eines von drei Opfern. Die 49ers spielen Remis.

Von Eric Böhm

München - Die Houston Texans haben die Spitzenpartie des 10. Spieltages für sich entschieden (Die NFL LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

In der prognostizierten Abwehrschlacht bei den Chicago Bears setzten sie sich 13:6 (3:0, 7:3, 0:3, 3:0) durch und verbesserten ihre Bilanz auf acht Siege - bei nur einer Niederlage.

Running Back Arian Foster kam auf 102 Yards und fing einen Touchdown-Pass, aber es war die Verteidigung, die in der "Windy City" dominierte.

"Ich glaube, wir haben gezeigt, dass wir überall und zu jeder Zeit gewinnen können. Wetter, Gegner, Zeit - das ist alles egal", betonte Defensive End J.J. Watt.

"Herz und Seele" verloren

Die Bedingungen im nasskalten Soldier Field waren ähnlich unansehnlich wie die unglaublich bissig und aggressiv geführte Partie.

Im Duell mit der dominantesten Defense der NFL forcierte Watts Abwehr ihrerseits vier Ballverluste und schalteten Chicagos Quarterback Jay Cutler aus, der eine Gehirnerschütterung erlitt.

"Du willst niemanden verlieren, speziell deinen Quarterback. Er ist Herz und Seele unseres Angriffs. Danach war es noch schwieriger. Wir hoffen, er kommt bald zurück", sagte Receiver Brandon Marshall.

Campbell kritisiert Hit

Mit Ersatzmann Jason Campbell gelang nach der Pause nur ein weiteres Field Goal, weil auch Runner Matt Forte (39 Yards) nicht zur Entfaltung kam.

Die Bears (sieben Siege - zwei Niederlagen) bleiben dennoch Spitzenreiter der NFC North. In der vergangenen Saison stürzten sie nach einer Daumenverletzung Cutlers ab - wie lange der 29-Jährige nach dem Hit von Tim Dobbins ausfällt, ist unklar.

"Es war definitiv eine unsaubere Aktion. Er hat Jay genau unter dem Kinn erwischt", kritisierte Campbell. Dobbins erhielt eine 15-Yard-Strafe für ein persönliches Foul.

Ex-Bear dreht auf

Nach Atlantas 27:31-Pleite in New Orleans - Drew Brees warf drei Touchdowns - weisen die Texans nun gemeinsam mit den Falcons die beste Bilanz der NFL auf und untermauern ihre Super-Bowl-Ansprüche (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Gleich bei Chicagos erstem Spielzug setzte Ex-Bear Danieal Manning ein Zeichen. Er schlug Chicagos Kellen Davis den Ball aus der Hand und fing später noch eine Interception.

"Das ist ein großartiger Erfolg für uns. In diesen schwierigen Bedingungen auswärts zu gewinnen, ist enorm wertvoll", jubelte Quarterback Matt Schaub, der nur 95 Yards schaffte und auch zwei Interceptions warf.

SPORT1 blickt auf zwei weitere Partien des 10. Spieltages der NFL:

Philadelphia Eagles - Dallas Cowboys 23:38

Im Krisengipfel setzten sich die Dallas Cowboys bei den Philadelphia Eagles 38:23 (7:7, 3:0, 7:10, 21:6) durch und können nach dem vierten Erfolg wieder von den Playoffs träumen.

Drei Touchdowns im letzten Viertel - keiner von der Offensive - brachten Dallas spät auf die Siegerstraße.

"Verzweifelt waren wir noch nicht, aber der Sieg war schon sehr wichtig. Jetzt sind wir wieder im Geschäft", atmete Cowboys-Spielmacher Tony Romo auf.

Er brachte 19 seiner 26 Pässe für 209 Yards an und hielt "Americas Team" lange im Spiel.

Foles patzt nach Vicks Aus

Ein Punt-Return und zwei Ballverluste ihres Rookie-Quarterbacks Nick Foles besiegelten das Schicksal der Eagles. Foles musste den in der Kritik stehenden Michael Vick ersetzen, der vor der Pause eine Gehirnerschütterung davongetragen hatte.

Jason Hatcher eroberte 46 Sekunden vor Schluss Foles' Fumble in der Endzone. Die Fans rollten daraufhin ein Spruchband gegen Head Coach Andy Reid aus: "Gib auf Andy, dein Team hat es schon getan!"

Für die Eagles (3:6) dürfte nach der fünften Schlappe in Folge die Saison gelaufen sein. "Ich war nicht gut genug. Es tut mit für die Mannschaft leid", sagte Foles.

San Francisco 49ers - St. Louis Rams 24:24

Die San Francisco 49ers und St. Louis Rams sorgten beim 24:24 (0:14, 7:0, 0:3, 17:7, 0:0) nach Verlängerung für das erste Unentschieden seit 2008.

Am Wochenende der Gehirnerschütterungen hatten auch die 49ers ihren Spielmacher Alex Smith früh wegen eines Kopftreffers verloren, retteten sich dank Touchdowns durch Vertreter Colin Kaepernick und Running Back Frank Gore (97 Yards) aber in die Overtime.

"Wir haben sehr viele uncharakteristische Fehler gemacht. Es ist eine gefühlte Niederlage", haderte Coach Jim Harbaugh.

Zuerlein zurückgepfiffen

In der Overtime traf Rams-Kicker Greg Zuerlein aus 53 Yards, aber eine Strafe wegen Spielverzögerung warf sein Team zurück, aus 58 Yards verfehlte er.

Sein sonst so zuverlässiger Gegenüber David Akers hatte kurz zuvor bereits den Sieg für die Niners aus kurzer Distanz vergeben.

"Ich bin schon lange dabei, aber so ein Spiel habe ich noch nicht erlebt. Wir hatten unendliche viele Chancen", ärgerte sich St. Louis' Cheftrainer Jeff Fisher.

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