Arian Foster (r.) war 2010 mit 1616 Yards erfolgreichster Running Back der NFL © getty

Der Kracher des 10. Spieltages steigt in Chicago. Ein werdender Vater will Houstons Star bremsen. Dallas lädt zum Krisengipfel.

Von Eric Böhm

München - Es ist der Kracher des 10. Spieltages: Das beste Team der AFC tritt bei der dominantesten Verteidigung der NFL an.

Das Duell der Chicago Bears mit den Houston Texans (ab 2.25 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) könnte sich durchaus im Februar in New Orleans wiederholen - im Superdome findet dann der Super Bowl statt.

Auf die sattelfeste Bears-Abwehr wartet dabei ein echter Prüfstein. Running Back Arian Foster führt die Liga mit elf Touchdowns an und schafft durchschnittlich fast 100 Yards pro Partie.

"Für solche Spiele lebst du. Es wird ein harter Schlagabtausch. Ich denke, wir können gegen jede Abwehr punkten", sagt Foster.

"Stärke gegen Stärke"

Beide Teams haben von acht Partien nur eine verloren und könnten sich mit einem Sieg ihre Divisionsführungen festigen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Der trotz Fosters Dominanz ausgeglichene und extrem effiziente Angriff - nur sechs Ballverluste - ist die bisher schwerste Aufgabe für Chicagos herausragende Defensive.

"Man kann sagen, es ist Stärke gegen Stärke. Hoffentlich können wir unsere Fähigkeiten ausspielen", erklärt Houstons Head Coach Gary Kubiak.

Abwehr sorgt auch für Punkte

Ob seine Offensive Line im Soldier Field wie gewohnt Löcher für Foster reißen und Quarterback Matt Schaub beschützen kann, darf bezweifelt werden.

Schließlich erlauben die Bears im Schnittt nur 15,0 Punkte pro Spiel und forcierten bereits 29 Ballverluste. Die Verteidigung schaffte bisher fast so viele Touchdowns wie der gegnerische Angriff (7 zu 9).

"Ich glaube, unser Team wird besser und besser. Wir haben unseren Zenit noch nicht erreicht. Die Einsätze werden jetzt langsam höher", meint Chicagos Cheftrainer Lovie Smith.

Baby nimmt Rücksicht

Sein Team könnte erstmals seit 2006 wieder sieben Siege in Folge einfahren - vor sechs Jahren stand am Saisonende der Einzug in den Super Bowl.

Neben Linebacker-Star Brian Urlacher war damals auch Charles Tillman schon dabei. Der Cornerback hat sich seitdem zu einem der besten Manndecker entwickelt und wird auflaufen.

Seine hochschwangere Frau hätte am Spieltag eigentlich ihren Geburtstermin gehabt. "Das Baby kommt erst am Montag. Ich bin dabei", gab Tillman per Twitter Entwarnung.

Watt will es Chicago zeigen

Er wird dann häufig auf Houstons Top-Receiver Andre Johnson treffen.

Oftmals geben aber gerade bei so einem ghypten Duell die weniger im Fokus stehenden Mannschaftsteile den Ausschlag. Die Defense der Texans muss sich dabei keineswegs verstecken.

Sie sind die zweitbeste Abwehr gegen den Lauf und Nummer vier gegen den Pass. Es gelang noch keinem Team ein Lauf-Touchdown.

"Die ganze Woche hörst du nur etwas über Chicago, aber wir können auch verteidigen", sagt Defensive End J.J. Watt, der für die poröse Offensive Line Chicagos zum Albtraum werden könnte.

Spezialbehandlung für Marshall

Er hat bereits 10,5 Sacks auf dem Konto. Bears-Quarterback Jay Cutler wurde schon 28-mal im eigenen Backfield zu Boden gebracht - der drittschlechteste Wert der NFL.

In dem durchschnittlichen Angriff ist einzig Receiver Brandon Marshall (797 Yards, 7 Touchdowns) eine Konstante. "Wir werden ihn ständig doppeln", verspricht Houstons Defensive Coordinator Wade Phillips.

SPORT1 blickt auf zwei weitere Partien des 10. Spieltages der NFL:

New Orleans Saints - Atlanta Falcons

Wer beendet die perfekte Saison der Atlanta Falcons? Ein aussichtsreicher Kandidat sind die New Orleans Saints.

Denn der Divisionsrivale aus der NFC South hat die Folgen des Kopfgeld-Skandals langsam im Griff und findet mit drei Siegen aus den vergangenen vier Spielen seine Form.

Quarterback Drew Brees führte die Saints zuletzt zu einem souveränen Sieg über Philadelphia. Seit seiner Ankunft in New Orleans gewann er zehn von zwölf Spielen gegen Atlanta.

"Wir haben uns einen Lauf erarbeitet. Jetzt müssen wir nachlegen. Drew ist unser Schlüssel", sagt Assistenzcoach Joe Vitt, dessen Rückkehr sich nach der "Bounty-Gate"-Sperre äußerst positiv auf den Angriff ausgewirkt hat.

Ryan trotzig

Die Falcons werden dagegen versuchen, der schwachen Abwehr als neuntes Team in Folge mindestens 400 Yards einzuschenken - das ist einsamer NFL-Rekord.

Die Kritik am leichten Spielplan weist Atlanta zurück. "Es geht um Siege und Niederlagen. Wir haben auch Peyton Mannings Broncos geschlagen. Das sieht jetzt wie ein guter Sieg aus", sagt Spielmacher Matt Ryan, der fast 69 Prozent seiner Pässe an den Mann bringt.

Philadelphia Eagles - Dallas Cowboys

Der Krisengipfel findet in Philadelphia statt. Die heimischen Eagles und Dallas Cowboys hätten zur Saison-Halbzeit wohl nicht geglaubt schon fünf Pleiten auf dem Konto zu haben.

Vor allem die Eagles taumeln nach vier Niederlagen hintereinander in den Klassiker. Quarterback Michael Vick (schon 14 Ballverluste) und Coach Andy Reid stehen im Kreuzfeuer der Kritik.

"Wir vermissen das Gefühl, zu siegen. Wir müssen einen Sieg erzwingen, dann löst sich unsere Blockade", hofft Vick.

Connor vor Comeback

Auch für die Cowboys steht viel auf dem Spiel. Eine weitere Schlappe würde das fast sichere Aus der Playoff-Träume bedeuten, denn die New York Giants würden in der NFC East enteilen.

Ohne Running Back DeMarco Murray (Fußprobleme) ruhen die Hoffnungen erneut auf Tony Romos Angriff. Immerhin könnte Linebacker Dan Connor nach auskurierter Nackenverletzung wieder auflaufen.

"Ein verzweifeltes Team? Ich glaube nicht. Trotzdem würde ein Erfolgserlebnis Wunder wirken", betont Trainer Jason Garrett.

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