Jimmy Graham (l.) spielte bis 2009 am College ausschließlich Basketball © getty

New Orleans lässt den Eagles im Monday Night Game keine Chance. Brees baut seinen Rekord aus und träumt. Für Vick wird es eng.

Von Eric Böhm

München/New Orleans - Die New Orleans Saints kommen nach ihrem katastrophalen Saisonstart offenbar gerade noch rechtzeitig in Fahrt.

Im Monday Night Game des 9. Spieltages bezwangen sie die Philadelphia Eagles 28:13 (7:0, 14:3, 7:10, 0:0) und holten sich den dritten Sieg aus den vergangenen vier Partien.

Quarterback Drew Brees baute mit zwei Touchdown-Pässen seinen NFL-Rekord für Spiele mit mindestens einem erfolgreichen Pass in die Endzone auf 51 aus (Die NFL LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

"Es gibt in einer Saison immer entscheidende Momente. Big Plays und große Siege schweißen dich zusammen. Das könnte für uns heute so ein Moment gewesen. Wir haben das Potenzial", sagte Brees.

Vitt bringt Umschwung

Insgesamt brachte er nur sechs seiner 27 Anspiele nicht an den Mann und erzielte 239 Yards Raumgewinn. Urplötzlich sieht für die Saints die Welt wieder ganz anders aus.

Der Traum vom Super Bowl im Superdome ist wieder ein Thema. Der Angriff läuft wie geschmiert und erinnert an die vergangene Rekord-Saison.

Die Rückkehr des im Zuge des Kopfgeld-Skandals für die ersten sechs Spiele gesperrten Assistenzcoaches Joe Vitt hat einen großen Anteil an der Wiederauferstehung.

"Er hat uns einen Kick gegeben. Seine Präsenz hat uns die Anspannung genommen. Außerdem können wir jetzt im Training wieder konzentrierter arbeiten", bestätigte Brees.

Saints dominieren

Bereits das erste Big Play stellte die Weichen. Cornerback Patrick Robinson trug gleich in der ersten Angriffsserie der Eagles eine Interception von Spielmacher Michael Vick 99 Yards zurück in die Endzone.

Davon erholte sich Philadelphia nicht mehr. Das kleine Aufbäumen mit zehn Punkten nach dem 3:21-Halbzeitrückstand nahm im dritten Viertel ein jähes Ende.

Tight End Jimmy Graham (8 Catches für 72 Yards) sorgte mit seinem Touchdown zum 28:13 der Gastgeber für klare Verhältnisse.

"Es ist extrem frustrierend. Wir haben wieder unsere Möglichkeiten ausgelassen. Jetzt stehen wir mit dem Rücken zur Wand und müssen fast in jedem Angriffszug perfekt sein", sagte Vick.

Reid stärkt Vick

Nach der vierten Pleite in Folge wird es für die Eagles (3 Siege - 5 Niederlagen) tatsächlich immer enger (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Die Forderungen nach Coach Andy Reids Entlassung und Vicks Degradierung zugunsten von Rookie Nick Foles, der in der Preseason überzeugte, werden immer lauter.

"Wir sind natürlich enttäuscht, aber Michael Vick bleibt unser Starter", wiegelte Reid das wöchentliche Dauerthema ohne weitere Erklärungen ab.

Reid muss in die Playoffs

Sein Quarterback wurde siebenmal gesackt und hat mittlerweile 14 Ballverluste auf dem Konto. Viermal stand Philly vor der Endzone der Saints - dabei sprangen nur zwei Field Goals heraus.

Das vor der vergangenen Saison immens verstärkte Team droht zum zweiten Mal in Folge, die Playoffs zu verpassen. Reid - seit 1999 trainiert er die Eagles - müsste spätestens dann seinen Stuhl räumen.

Saints-Verteidigung strauchelt

Trotz 119 Yards von Running Back LeSean McCoy fehlte selbst gegen die miserable Verteidigung der Saints die Effizienz.

Zum achten Mal in Folge gab New Orleans mehr als 400 Yards ab. Seit 1950 hat es so etwas nicht mehr gegeben. Wenn die zweite Saisonhälfte ähnlich läuft, pulverisieren sie den Negativrekord.

"Die einzig wichtige Statistik sind Siege. Sie hatten einige gute Aktionen. Wenn wir die Gegner bei 13 Punkten halten, werden wir noch viele Spiele gewinnen", konterte Brees.

Trotz identischer Bilanz könnten die Gemütslagen kaum unterschiedlicher sein: New Orleans und Philadelphia scheinen sich in der NFC, in entgegengesetzte Richtungen zu bewegen.

Weiterlesen