Michael Turner (M.) kam 2008 aus San Diego zu den Falcons © getty

Atlanta ringt die Cowboys nieder. Die Historie lässt vom Super Bowl träumen. Big Ben beendet die Siegesserie der Giants.

Von Eric Böhm

München - Die Atlanta Falcons haben am 9. Spieltag ihre perfekte Bilanz erfolgreich verteidigt.

Das einzige ungeschlagene Team der NFL schickte die Dallas Cowboys mit einer 13:19 (6:0, 0:6, 0:0, 7:13)-Niederlage im Gepäck zurück nach Texas.

Atlantas Quarterback Matt Ryan stellte mit Pässen für 342 Yards Raumgewinn einen persönlichen Saisonrekord auf. Running Back Michael Turner gelangen 102 Yards sowie der einzige Touchdown.

"Wir haben getan, was wir tun mussten. In dieser Liga geht es um Siege oder Niederlagen. Wir waren nicht perfekt, aber es hat gereicht", bilanzierte Ryan (Die NFL LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Atlanta übersteht Ebbe

In der Tat ließen die Falcons ihre Souveränität der letzten Wochen vermissen. Ryan wurde vor der Pause dreimal gesackt und es sprangen nur zwei Field Goals heraus.

Dallas' Quarterback-Jäger DeMarcus Ware war nie unter Kontrolle zu bekommen, so kompensierten die Cowboys die Ineffizienz ihres eigenen Angriffs.

"Wir sind ein sehr gutes Team. Es gibt immer Ebbe und Flut in einem Spiel. Heute war lange Zeit Ebbe, aber wir haben die Nerven bewahrt", lobte Atlantas Coach Mike Smith.

Romo kämpft

Nach drei Vierteln stand es 6:6, aber der verrückte letzte Abschnitt entschädigte für die mauen 45 Minuten zuvor.

Durch Turners Lauf in die Endzone gingen die Falcons erstmals in Führung. Kicker Matt Bryant erhöhte wenig später auf 16:6.

Spielmacher Tony Romo (25 von 35 für 321 Yards) brachte Dallas mit einem perfekten Angriffszug und einem Touchdown auf Kevin Ogletree noch einmal heran, aber Atlanta behauptete danach für fünf Minuten den Ball.

"In diesem Moment willst du den Ball natürlich unbedingt zurück bekommen. Deshalb sind sie ungeschlagen. Sie sind sehr heimstark und haben die Uhr gut heruntergespielt", haderte Romo.

Witten übertrifft Irvin

In den letzten 17 Sekunden nach Bryants viertem Field Goal gelang den Cowboys kein Wunder-Comeback mehr.

Im Anschluss trauerten sie vor allem ihren vergebenen Möglichkeiten aus der ersten Hälfte nach. Aus sieben Spielzügen vor Atlantas Endzone machten sie nur 19 Yards und zwei Field Goals.

"Wir haben einige gute Sachen gemacht und besser ausgesehen als zuletzt. Letztlich haben wir in Angriff, Abwehr und Special Teams nicht genug gemacht, um zu gewinnen", sagte Cowboys-Cheftrainer Jason Garrett.

Für Tight End Jason Witten war es denn auch ein schwacher Trost, dass er mit nun 754 Catches den Teamrekord von Michael Irvin überbot.

Super Bowl rückt näher

Während Dallas nach der fünften Niederlage droht, den Anschluss in der NFC East zu verlieren, sind die Falcons seit 1978 das 15. NFL-Team mit einer 8:0-Bilanz (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Neun der 14 Vorgänger erreichten später den Super Bowl - sechs davon holten sogar den Meistertitel.

"Darüber denken wir noch nicht nach. Wir gehen Schritt für Schritt vor. Das hat bis jetzt gut geklappt", betonte Receiver Julio Jones (fünf Fänge für 129 Yards).

SPORT1 blickt auf zwei weitere Partien des 9. Spieltages der NFL:

New York Giants - Pittsburgh Steelers 20:24

Die Pittsburgh Steelers feierten beim 24:20 (0:0, 10:14, 0:6, 14:0) über die New York Giants einen wichtigen Sieg.

Quarterback Ben Roethlisberger warf zwei Touchdowns und Ersatz-Läufer Isaac Redman - er vertrat die verletzten Rashard Mendenhall und Jonathan Dwyer - erledigte mit 147 Yards und dem späten Touchdown zum Endstand den Rest.

"Es war schon nicht ganz einfach, am Spieltag hier anzukommen, aber im Vergleich zu den Problemen New Yorks nach dem Hurrikan war das nichts", fühlte Redman mit den Sandy-Opfern.

Manning schwächelt

Pittsburgh gelang im achten Spiel der fünfte Erfolg - sie bleiben in der AFC North Baltimore auf den Fersen.

Außerdem beendeten die Gäste die vier Spiele andauernde Siegesserie der Giants. Der Titelverteidiger bleibt dennoch Spitzenreiter der NFC East.

Spielmacher Eli Manning (10 von 24 für 125 Yards, eine Interception) erlebte gegen Pittsburghs Abwehr einen ganz schlechten Tag.

"Es war ein schwacher Auftritt, eines der schlechtesten Spiele meiner Karriere. Da gibt es nichts zu beschönigen", sagte Manning.

Green Bay Packers - Arizona Cardinals 31:17

Die Green Bay Packers feierten ihren sechsten Sieg und kletterten in der NFC North auf Rang zwei hinter den Chicago Bears.

Im heimischen Lambeau Field bezwang das Team um Quarterback Aaron Rodgers die Arizona Cardinals mit 31:17 (7:0, 14:7, 10:10, 0:0).

Der MVP (214 Yards) warf vier Touchdown-Pässe gegen die überforderte Defense der Cardinals, zwei Mal war der Abnehmer Receiver Randall Cobb.

"Nach dem schwierigen Saisonstart stehen wir jetzt gut da", sagte Coach Mike McCarthy.

Trio fällt aus

Allerdings verletzten sich in Linebacker Clay Matthews, Receiver Jordy Nelson und Offensive Tackle Bryan Bulaga gleich drei Stammspieler.

"Es ist wie eine kaputte Schallplatte. Wir haben immer eine Siegchance, lassen aber unsere Möglichkeiten liegen", ärgerte sich Arizonas Receiver-Star Larry Fitzgerald.

Die Cards fielen nach der vierten Pleite aus den vergangenen fünf Partien in der NFC West auf Rang drei zurück.

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