Eli Manning (l.) wurde bereits zweimal zum Super-Bowl-MVP gewählt © getty

Im Big Apple duellieren sich die Routiniers Manning und Roethlisberger, in Atlanta kämpfen die Falcons um ihre perfekte Saison.

Von Florian Pertsch

München - Der Rookie-Jahrgang 2004 der NFL hatte es wahrlich in sich.

Die Liga schwärmte von Eli Manning, dem jüngeren Bruder des jetzigen Broncos-Quarterbacks Peyton, und die New York Giants schlugen per Trade bei den San Diego Chargers zu.

Die Liste der Pro Bowler dieses Jahrgangs ist lang, und auch die Nummer 11 des damaligen Drafts hat sich einen Namen gemacht: Ben Roethlisberger.

Der Quarterback der Pittsburgh Steelers hat ebenso wie New Yorks Manning zwei Meisterschaften gewonnen und beide zählen nach wie vor zur Creme de la Creme auf ihrer Position.

Am 9. Spieltag (ab 22.20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) duellieren sich die Quarterback-Giganten nun zum dritten Mal in ihrer Karriere, wobei das erste Aufeinandertreffen mit 33:30 (2004) an "Big Ben" ging.

Rollen scheinen klar verteilt

"Beide Spieler haben bereits das Maximum erreicht, und ich denke, es ist nicht übertrieben, beide als absolute Gewinner zu bezeichnen", lobt Steelers-Coach Mike Tomlin das Spielmacher-Duo.

Manning revanchierte sich in der Saison 2008 mit einem 21:14 in Pittsburgh, doch am Ende der Spielzeit feierten die Steelers ihren bis dato letzten Titel.

2012 scheint die Favoritenrolle klar verteilt, denn die Giants spielen als amtierender NFL-Champion ein starke Saison und wollen am Sonntag ihren fünften Sieg in Folge einfahren, um die 6:2-Bilanz und den Spitzenplatz in der NFC East auszubauen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Verletzungssorgen bei Pittsburgh

Pittsburgh kommt trotz starker Leistungen von Roethlisberger nicht so recht in Tritt. Bei sieben Spielen sprangen nur vier Siege heraus, was aktuell Platz zwei hinter den Baltimore Ravens in der AFC North bedeutet.

Zusätzlich plagen das Team der "Terrible Towels" arge Verletzungssorgen. Hinter den Running Backs Rashard Mendenhall und Jonathan Dwyer stehen große Fragezeichen und auch der Einsatz von Safety Troy Polamalu ist mehr als fraglich.

SPORT1 blickt auf zwei weitere Partien des 9. Spieltages der NFL:

Atlanta Falcons - Dallas Cowboys

In Atlanta kämpfen die Falcons zum achten Mal in dieser Saison um ihre weiße Weste. Die Mannschaft der NFC South ist das letzte ungeschlagene Team der NFL und trifft (ab 2.25 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) auf die Dallas Cowboys.

Die Texaner bemühen sich in der NFC East hinter den Giants und den Eagles aus Philadelphia um Anschluss und wollen ihre mäßige Bilanz von drei Siegen bei vier Niederlagen verbessern.

Die Falcons sind das Team der Stunde und lassen sich auch nicht von einer spielfreien Woche aus dem Tritt bringen, wie das Spiel am vergangenen Sonntag gegen Philadelphia zeigte.

DeCoud hoffnungsvoll

Gegen die Eagles siegte Atlanta mit 30:17, musste aber den Saisonhöchstwert von 270 Yards des Gegners hinnehmen.

"Im letzten Spiel haben wir nicht unser volles Potenzial abgerufen, aber so langsam kommen wir wieder in die Gänge", erklärte Falcons-Safety Thomas DeCoud.

Für Dallas gibt es derzeit wenig Grund zur Hoffnung.

"Zeit läuft langsam ab"

Gegen die Giants führte Quarterback Tony Romo die Texaner zu einer sagenhaften Aufholjagd und drehte eine 0:23 in ein 24:23.

Doch dann ging den Cowboys die Luft aus und die Partie wurde mit 29:24 verloren.

Tight End Jason Witten, der einen Klub-Rekord mit 18 gefangenen Pässen und 167 Yards aufstellte, brachte die prekäre Lage auf den Punkt: "Wir sind an einem Punkt in der Saison angelangt, an dem den Fans einfach nur kämpfen nicht mehr genügt. Es geht ums Gewinnen und unsere Zeit läuft langsam ab."

Washington Redskins - Carolina Panthers

Während sich in New York die Quarterback-Routiniers Manning und Roethlisberger duellieren, trifft in Washington die Zukunft der Spielmacher-Gilde aufeinander.

Carolinas Cam Newton und Robert Griffin III von den Redskins, Gewinner der Heisman Trophy als bester College-Spieler der Jahre 2010 und 2011, treten an, um die Frage zu klären, wer der beste Youngster ist. Griffin ist zurzeit heißester Anwärter, Newton als Rookie des Jahres nachzufolgen.

Dass dabei manchmal der Teamerfolg hinten anstehen muss, zeigt die Bilanz beider Teams.

Washington fristet mit drei Siegen und fünf Niederlagen sein Dasein am Ende der NFC East, Carolina steht mit nur einem Erfolg und sechs Pleiten im Keller der NFC South.

Newton fühlt sich mies

Washingtons Trainer Mike Shanahan legt die Latte für dieses Spiel extrem hoch: "Allen ist klar, dass dies ein Pflichtsieg ist. Mit einer 3:5-Bilanz geht es jetzt um die Playoffs, und wenn wir nicht unsere beste Leistung abrufen, sind wir ganz schnell aus dem Rennen um die Postseason raus."

Auch in Carolina wird Pragmatismus zu diesem Zeitpunkt der Saison großgeschrieben.

"Wir haben letzte Woche verloren, nichts anderes zählt. Wir werden nach Siegen und Niederlagen beurteilt und ich fühle mich genauso mies, wie alle anderen Spieler in der Kabine", erklärte ein frustrierter Cam Newton nach der 22:23-Pleite gegen die Chicago Bears in Woche acht.

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