Quarterback Philip Rivers (l.) wurde bereits viermal in den Pro Bowl gewählt © getty

San Diego meldet sich zurück. Drei verrückte Minuten sichern den Erfolg gegen die Chiefs. Rivers trotzt der Anti-Turner-Demo.

Von Eric Böhm

München/San Diego - Die San Diego Chargers haben sich zum Auftakt des 9. Spieltages im Playoff-Rennen zurückgemeldet.

Im Divisionsduell gegen die Kansas City Chiefs gelang den Kaliforniern ein letztlich ungefährdeter 31:13 (7:0, 3:3, 0:3, 21:7)-Erfolg (Die NFL LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Drei Touchdowns innerhalb von nur drei Minuten stellten im Schlussviertel San Diegos insgesamt vierten Sieg nach zuvor drei Pleiten in Serie sicher.

"Es war ein ganz wichtiger Sieg. Wir brauchten dringend ein Erfolgserlebnis. So ein Spiel kann uns den entscheidenden Kick geben", freute sich Quarterback Philip Rivers.

Rivers findet Form

Mit der nun ausgeglichenen Bilanz bleiben sie in der AFC West den Denver Broncos auf den Fersen, die Chiefs rangieren nach fünften Niederlage hintereinander und nur einem Sieg am Tabellenende.

Rivers war dabei der herausragende Akteur. Nur zwei seiner 20 Pässe brachte er nicht zum eigenen Mann ( 633707 DIASHOW: Bilder des 9. Spieltags ).

Dabei sprangen 220 Yards Raumgewinn sowie Touchdowns auf Tight End Antonio Gates und Receiver Malcom Floyd heraus.

"Wir wissen, dass Philip ein starker Quarterback ist. Die Interception vor der Pause hat ihn nicht aus dem Konzept gebracht", lobte Norv Turner.

Fans protestieren

Für den langjährigen Head Coach war der Erfolg besonders wichtig. Nach den enttäuschenden Leistungen stand er zuletzt heftig in der Kritik - in vier Jahren gelang zudem nur ein Playoff-Sieg.

Zu Beginn der Halbzeit enthüllten Fans sogar ein Plakat auf dem sie von Eigentümer Dean Spanos die Entlassung Turners und des Managers A.J. Smith forderten - in den USA kommt so etwas äußerst selten vor.

"Darüber haben wir in der Kabine nicht gesprochen. Ich glaube, wir haben in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt, dass wir für unseren Coach spielen", sagte Rivers.

Historischer Auftritt

Der ebenfalls nicht unumstrittene Spielmacher warf nach sechs erfolglosen Vierteln endlich wieder einen Touchdown.

Seine Passquote von 90 Prozent ist bei wenigstens 20 Würfen die fünftbeste Leistung der NFL-Geschichte. Kurt Warner brachte 2009 einmal 24 von 26 Pässen an.

"Er war heute fantastisch. Seine Bälle kamen perfekt. Das könnte unser Wendepunkt der Saison werden", lobte Gates (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Crennel unter Beschuss

Während Turners heißer Stuhl also etwas abgekühlt ist, verschärft sich die Situation für Chiefs-Trainer Romeo Crennel.

Seine Mannschaft lag noch nicht einmal in der regulären Spielzeit in Führung - den einzigen Erfolg hatte Kicker Ryan Succop in der Verlängerung gegen die New Orleans Saints sichergestellt.

"So läuft es schon die gesamte Saison. Wir schießen uns ständig selbst in den Fuß und rennen immer einem Rückstand hinterher", haderte Crennel.

Cassel patzt erneut

Zwei Defensiv-Touchdowns nach Ballverlusten von Kansas Citys Spielmacher Matt Cassel besiegelten das Schicksal der Gäste.

Mit 29 Turnovers führt K.C. die Liga an und ermöglichte den Gegnern daraus 104 Punkte. Auf Cassels Konto gehen allein 18 Ballverluste - nur die Dallas Cowboys haben mehr.

"Wir haben hart gekämpft. Am Ende war es die alte Geschichte. Ich muss den Ball besser beschützen", nahm Cassel die Schuld auf sich.

Darüber hinaus verloren die Gäste auch noch Running Back Jamaal Charles, der sich eine Nackenverletzung zuzog.

Weiterlesen