New Orleans gewann den Super Bowl 2010, Green Bay im Jahr 2011 © getty

New Orleans und Green Bay fühlen sich betrogen und stehen unter Druck. Brady sucht alte Coolness. Die Giants sind heiß auf Vick.

Von Eric Böhm

München - Die beiden Teams mit dem größten Groll gegenüber der NFL haben es am 4. Spieltag miteinander zu tun.

Die Green Bay Packers empfangen die New Orleans Saints (ab 22.20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) zum Krisengipfel der schwach gestarteten Favoriten. ( 617658 DIASHOW: Bilder des 4. Spieltags )

Während die Saints unter den drakonischen Strafen in Folge des Kopfgeld-Skandals leiden, kosteten die überforderten Ersatz-Schiedsrichter Green Bay in Seattle den Sieg (Bericht).

"Wir wurden von der Liga verschaukelt, müssen dieses Spiel aber hinter uns lassen. Jetzt geht es um New Orleans. Sie stehen mit dem Rücken zur Wand", sagt Packers-Coach Mike McCarthy.

Im Angriff klemmt es

Der vorletzte Super-Bowl-Champion hat immerhin einen Sieg auf dem Konto, sucht aber nach wie vor nach der Topform der vergangenen Saison. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Gegen die noch immer sieglosen Saints muss vor allem die hochgelobte Offensive um MVP Aaron Rodgers deutlich zulegen.

Der skandalöse Ausgang des Monday Night Games bei den Seahawks rückte nämlich die erschreckend schwache Angriffsleistung in den Hintergrund.

Allein in der ersten Hälfte war Rodgers achtmal gesackt worden, und es gelang im gesamten Spiel nur ein einziger Touchdown.

Skandal als Motivation?

In dieser Saison schafften die Packers bisher durchschnittlich ganze 19 Punkte pro Partie und stehen damit auf dem geteilten 26. Platz - nur vier NFL-Teams sind schlechter.

"Es läuft noch nicht rund, aber wir haben genug Zeit und Talent, um das zu korrigieren. Vielleicht gibt uns Seattle den letzten Kick", hofft Rodgers.

Ein ähnlich hochklassiger Shootout wie zum Start der vergangenen Saison (42:34 für Green Bay) ist also nicht zu erwarten.

Payton fehlt

Denn auch die Saints haben aktuell mehr als genug Probleme. Nach drei ernüchternden Niederlagen ist der Traum vom Super Bowl im heimischen Superdome in weite Ferne gerückt.

Das Fehlen ihres Head Coaches Sean Payton macht der Truppe um Star-Quarterback Drew Brees extrem zu schaffen.

"Coach Payton war ein entscheidender Teil des Erfolges, aber er ist jetzt nicht da. Er wird nicht plötzlich durch die Tür kommen. Also müssen wir uns selbst helfen", fordert Guard Jahri Evans.

Brees sucht Konstanz

Ohne das 2011 noch so starke Laufspiel lastet der Druck im Angriff fast ausschließlich auf Brees, der schon fünf Interceptions auf dem Konto hat.

Dass es mental nicht stimmt, zeigte die Overtime-Pleite gegen Kansas City - dabei wurde ein 18-Punkte-Vorsprung verspielt.

"Wir such immer noch unseren Rhythmus und die fehlende Konstanz", hadert Brees.

SPORT1 blickt auf zwei weitere Partien des 4. Spieltages der NFL:

Buffalo Bills - New England Patriots

Den New England Patriots droht beim Divisionsduell gegen die Buffalo Bills (ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) eine Negativmarke.

Die Mannschaft des deutschen Offensive Tackles Sebastian Vollmer könnte erstmals seit zehn Jahren wieder eine dritte Pleite in Folge erleiden.

"Wir spielen momentan in den entscheidenden Momenten nicht gut genug. Wir haben zwei enge Spiele verloren. Wir müssen schnell unsere alte Stärke wiederfinden", sagt Spielmacher Tom Brady.

Wann kommt "Gronk"?

Nach Wes Welker (142 Yards gegen die Ravens) soll nun auch Tight End Rob Gronkowski seine Krise überwinden.

Der richtige Gegner kommt nach Boston. 2011 gelangen "Gronk" in zwei Duellen mit den Bills über 200 Yards und vier Touchdowns.

Die Gäste müssen zudem nach Fred Jackson auch ihren zweiten starken Running Back ersetzen. C.J. Spiller zog sich zuletzt eine Schulterverletzung zu.

"Wenn du jemanden wie Spiller verlierst, ist das hart. Umso härter arbeite ich am Comeback", betont Jackson, der auf seine Rückkehr und den dritten Saisonsieg hofft.

Philadelphia Eagles - New York Giants

Das große Thema in Philadelphia war vor dem Kracher gegen die New York Giants die Form von Eagles-Quarterback Michael Vick.

Der 32-Jährige hat nach drei Spielen bereits neun Ballverluste auf dem Konto - kein NFL-Team erzielte bisher weniger Punkte.

"Die Turnovers machen mir natürlich Sorgen. So kannst du nicht viele Spiele gewinnen. Ich muss und werde die Fehlerquote reduzieren", verspricht Vick.

Rufe nach Foles

Coach Andy Reid musste bereits die ersten Forderungen nach Rookie Nick Foles zurückweisen. Fans und Medien in "Philly" macht das Gastspiel des Titelverteidigers offenbar nervös.

Deren Spielmacher Eli Manning führt die Liga nach Yards an, obwohl ihm zwei seiner besten Receiver - Domenik Hixon fällt weiter aus, Hakem Nicks will spielen - fehlten.

Noch furchterregender ist für den verletzungsanfälligen Vick aber die Defensive Line mit den Quarterback-Jägern Osi Umenyiora und Justin Tuck sowie dem deutschen Rookie Markus Kuhn.

"Es wird eine riesige Herausforderung für uns, aber das macht diese Liga aus. Solche Duelle wünschst du dir. Wir werden für Vick bereit sein", tönt Tuck.

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