Die Baltimore Ravens feierten gegen Cleveland ihren 13. Heimsieg in Folge © getty

Baltimore wahrt dank Joe Flacco seine makellose Heimbilanz. Die Fans bejubeln auch das langersehnte Comeback der Profi-Referees.

Von Jakob Gajdzik

München - "Guten Abend, meine Herren. Es ist schön, zurück zu sein."

Dieser Satz von Referee Gene Steratore verzückte die 70.944 Zuschauer in Baltimore beinahe genauso, wie der 23:16-Sieg (0:0, 9:7, 14:3, 0:6) im Thursday Night Game der NFL ihrer Ravens gegen die Cleveland Browns. (Die NFL-Saison LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM)

Der Abschluss eines neuen Tarifvertrages und die damit einhergehende Rückkehr der Profi-Schiedsrichter setzten dem Spuk der Ersatzleute ein Ende, der mit dem Skandalsieg der Seahawks gegen Green Bay seinen Tiefpunkt erreicht hatte. (BERICHT: Ersatz-Schiris erreichen Tiefpunkt)

"Hail Marys" ohne Abnehmer

Hätten die Browns in Person von Quarterback Brandon Weeden in der Schlussphase der Partie einen von zwei Pässen in die Endzone zum Mann gebracht, hätte es für die Rückkehrer gleich Überstunden bedeuten können.

Wurde in Seattle eine dieser "Hail Marys" fälschlicherweise als Touchdown gewertet, ließen sich in Baltimore die Referees nicht aus der Ruhe bringen und brachten das Spiel mit all ihrer Routine zu einem regulärem Ende. ( 617658 DIASHOW: Bilder des 4. Spieltags )

"Ein herzliches 'Willkommen zurück' an die Schiedsrichter. Es ist schön, sie wieder zurück zu haben. Auch wenn ich nicht mit jeder Entscheidung einverstanden war, waren sie hervorragend", ließ Ravens-Trainer John Harbaugh seiner Erleichterung freien Lauf.

Applaus von den Rängen für Referees

Bereits vor Spielbeginn wurden die Profi-Schiedsrichter mit einem Applaus von den Rängen begrüßt, die beiden Linienrichter Wayne Mackie und Jeff Seeman erwiderten die Unterstützung durch das Antippen ihrer Kappen.

Auf dem Rasen mussten die Ravens hart kämpfen, um den dritten Sieg im dritten Heimspiel einzufahren und sich an die Spitze der AFC North zu setzen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Nach einem punktlosen ersten Viertel drehte besonders Baltimores Quarterback Joe Flacco auf und kam bis zum Ende der Partie mit 28 von 46 Pässen zum Mann auf 356 Yards.

Flacco serviert für Smith

Sein 18-Yards-Touchdown-Pass zu Torrey Smith sorgte im zweiten Viertel für die ersten Punkte des Spiels, im dritten Abschnitt baute Flacco selbst mit einem Lauf in die Endzone die Führung auf 16:7 aus.

Die entscheidende Figur war aber Cary Williams.

Nachdem Phil Dawson mit einem 51 Yards-Field-Goal auf 16:10 verkürzt hatte, fing der Ravens-Cornerback einen Pass von Weeden ab und lief über 63 Yards zum Touchdown.

"Cary hat den Unterschied ausgemacht", lobte sein Trainer Harbaugh.

Neben Flacco und Williams stachen bei den Ravens Anquan Boldin (neun gefangene Pässe für 131 Yards) und Torrey Smith (sechs gefangen Pässe für 97 Yards, ein Touchdown) heraus.

Dawsons Field Goals wertlos

Zwei weitere Field Goals von Dawson brachten die Browns zwar nochmal ran, konnten aber die vierte Niederlage im vierten Spiel für das junge Team aus Cleveland nicht verhindern.

Einen ähnlich schlechten Start gab es für die Browns 2009, damals beendet sie die Saison mit fünf Siegen und elf Niederlagen.

Cribbs muss raus

Zudem verlor das Team von Trainer Pat Shurmur bereits im ersten Viertel Wide Receiver Josh Cribbs, der bei einem Duell mit Danell Ellerbe seinen Helm verlor und eine Gehirnerschütterung erlitt.

Baltimore feierte den 13. Heimsieg in Folge und baute die aktuell längste Heimserie in der NFL weiter aus.

Gegen Cleveland gelang den Ravens der neunte Erfolg in Serie.

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