Die streikenden Profi-Schiedsrichter wurden durch Kollegen aus den unteren Ligen ersetzt © getty

Nach den Aussetzern der Ersatzleute einigt sich die NFL mit den Referees auf einen neuen Tarifvertrag. Das Gehalt steigt deutlich.

München/New York - Der Spuk ist vorbei, Barack Obamas Appell und der weltweite Aufschrei der Fans haben gewirkt.

Nach zweitägigen Verhandlungen wurde der Tarifstreit zwischen der NFL und der Schiedsrichter-Vereinigung NFLRA beigelegt.

Bereits am Donnerstagabend sollten die Profi-Schiris nach dem Ende des Lockouts im Spiel zwischen den Baltimore Ravens und den Cleveland Browns wieder im Einsatz sein (Die NFL-Saison LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

"Das ist ein großer Tag für Amerika. Der Präsident (Barack Obama, Anm. d. Red.) ist sehr erfreut, dass beide Seiten ihre Differenzen beigelegt haben", teilte Jay Carney, Sprecher des Weißen Hauses, mit.

Einstimmige Entscheidung

In einem gemeinsamen Statement der NFL und NFLRA heißt es: "Die NFL und die NFLRA sind erfreut, mitteilen zu können, dass in der Nacht eine Einigung über einen neuen Acht-Jahres-Tarifvertrag erzielt worden ist."

NFL-Commissioner Roger Goodell verkündete dann die seit langem sehnlich erwartete Botschaft: "Unsere Schiedsrichter werden am Donnerstagabend zurück auf dem Spielfeld sein."

NFLRA-Chef Scott Green atmete ebenfalls tief durch und meinte: "Unser Vorstand hat dem Tarifvertrag einstimmig zugestimmt. Wir sind froh, wieder zurück zu sein."

Gehälter deutlich höher

Beide Parteien hatten sich Mittwochnacht in Gesprächen unter der Leitung zweier neutraler Mediatoren auf neue Rahmenbedingungen geeinigt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Diese sehen unter anderem vor, dass die Jahresgehälter der Schiedsrichter von derzeit 149.000 auf 173.000 Dollar ab 2013 angehoben werden. Bis 2019 steigt das Salär bis auf 205.000 Dollar an.

Referees müssen noch zustimmen

Zudem hat die NFL ab 2013 die Möglichkeit, eine gewisse Anzahl von Referees als Vollzeitkräfte einzustellen. Auch in punkto Rentenbezüge wurden Fortschritte gemacht.

Die 121 Profischiedsrichter müssen den Vertrag in einer Abstimmung am Freitag und Samstag noch annehmen. Hierfür ist eine 51-prozentige Mehrheit nötig. Mit einer Ablehnung des vorliegenden Papiers wird nicht gerechnet ( 614948 DIASHOW: Die Bilder des 3. Spieltages ).

Kollektives Aufatmen

Mit der Übereinkunft endet eine für alle Beteiligten unhaltbare Situation, die nach zahlreichen Fehlentscheidungen der Ersatzschiedsrichter zuletzt immer unerträglicher geworden war.

"Willkommem zurück, Referees. Schön, dass der Deal perfekt ist", twitterte C.J. Spiller, der Running Back der Buffalo Bills, stellvertretend für viele.

Nowitzki: "Was für eine Farce"

Die Amateur-Referees, die seit Saisonbeginn Anfang September für ihre Profikollegen in die Bresche sprangen, waren ihren Aufgaben häufig nicht gewachsen.

Ihren traurigen Tiefpunkt erreichten die Fehlentscheidungen, als die Seattle Seahawks am vergangenen Montag gegen die Green Bay Packers durch einen Touchdown gewannen, der keiner war (BERICHT: Ersatz-Schiris erreichen Tiefpunkt).

"Was für eine Farce. Ich werde mir erst wieder ein NFL-Spiel anschauen, wenn die richtigen Schiedsrichter zurück sind", hatte NBA-Profi Dirk Nowitzki von den Dallas Mavericks nach dem skandalösen Ende des Monday-Night-Games in Seattle verkündet.

"Big D." musste nicht lange auf die nächste NFL-Party vor dem Fernseher warten.

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