Aaron Rodgers (M.) führte die Packers als MVP zum Erfolg in Super Bowl XLV © getty

Nach der Tirade von Rodgers attackiert der Berater eines Kollegen den MVP. Können das die Seahawks im Monday Night Game nutzen?

Von Eric Böhm

München - Manchmal kann eine zu lange Pause auch hinderlich sein.

Diese Erfahrung haben die Green Bay Packers in der Woche vor ihrem Monday Night Game bei den Seattle Seahawks (ab 2.35 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) gemacht.

Denn so blieb der Zoff zwischen Aaron Rodgers und seinen Anspielstationen länger als üblich Thema.

Der Quarterback hatte beim Sieg gegen Chicago vor elf Tagen Receiver James Jones zusammengefaltet und damit eine Kontroverse ausgelöst.

"Er ist ein großer Spielmacher, aber kein großer Anführer. Da besteht ein Unterschied. Anführer nehmen die Schuld auf sich und machen alle Mitspieler besser. Er tut das nicht", stichelte der Berater von Tight End Jermichael Finley.

Motor stottert noch

Der alles andere als optimale Saisonstart mit der Pleite gegen San Francisco und fehlender Effizienz des hochgelobten Angriffs hat Spuren hinterlassen.

Bereits acht Sacks und nur mittelmäßige Zahlen im Passspiel verhagelten dem amtierenden MVP Rodgers gründlich die Laune ( 614948 DIASHOW: Die Bilder des 3. Spieltages ).

"Er hat sich bei mir entschuldigt. Seine Emotionen sind mit ihm durchgegangen. Das ist kein Problem. Wir alle wollen gewinnen", sagte Jones.

Harte Auswärtsspiele

Trotzdem brodelt es beim NFL-Topfavoriten. Insgeheim sollte ein neuer Anlauf auf die perfekte Saison genommen werden.

Das hatte sich früh erledigt, in den nächsten sechs Wochen stehen nun fünf teils schwere Auswärtshürden an - das lautstarke Publikum in Seattle ist bei den Gästen gefürchtet.

"Das wird keine leichte Aufgabe. Bei uns stimmen momentan viele kleine Dinge nicht. Sie wirken sich aktuell sehr stark aus", meinte Jones.

Jennings weiter fraglich

Neben der möglichen Rückkehr des Top-Receivers Greg Jennings - er konnte nach Leistenproblemen immerhin wieder trainieren - macht die Statistik Hoffnung.

Rodgers und sein Angriff dominierten die beiden letzten Duelle mit Seattle. 2009 gelang ein lockerer 48:10-Erfolg.

Carrolls Neuaufbau fruchtet

Seitdem hat sich im Nordwesten der USA aber vieles verbessert. College-Legende Pete Carroll zeigt, dass er auch in der NFL ein gutes Team aufbauen kann.

Der deutliche 27:7-Sieg gegen Dallas am 2. Spieltag öffnete einigen Beobachtern die Augen. Vor allem die starke Abwehr beeindruckte (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Abgesehen von einer 95-Yards-Angriffsserie kamen Quarterback Tony Romo und Co. im gesamten Spiel lediglich auf 49 Yards.

"Wir haben letzte Woche sehr körperbetont gespielt. Das ist eine Stärke, die wir unbedingt beibehalten müssen. Den Jungs macht es großen Spaß", sagte Carroll.

Wilson trumpft auf

Im Angriff hat sich das Vertrauen in Rookie-Spielmacher Russell Wilson voll ausgezahlt. Er brachte gegen die Cowboys 15 seiner 20 Pässe an und leistete sich keinen Ballverlust.

Wilson hatte sich in der Vorbereitung gegen den ehemaligen Packers-Reservisten Matt Flynn durchgesetzt.

Gemeinsam mit Running Back Marshawn Lynch soll er den Ball kontrollieren und Green Bays Angriff an der Seitenlinie halten.

"Wir haben hier einen echten Heimvorteil. Ich denke, es ist alles möglich", betonte Wilson. Mit 17 Siegen in 25 Auftritten hat Seattle die beste Monday-Night-Bilanz der Liga.

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