Cam Newton (o.) wurde im NFL-Draft 2011 als erster Spieler ausgewählt © getty

Kuhns Giants feiern in Carolina zum Start des 3. Spieltages einen Sieg. Die Abwehr zwingt Jungstar Newton zu drei Interceptions.

Von Eric Böhm

München/Charlotte - Die New York Giants haben Jungstar Cam Newton zum Auftakt des 3. Spieltages der NFL deutlich die Grenzen aufgezeigt.

Der Titelverteidiger mit dem deutschen Defensive Tackle Markus Kuhn schlug Newtons Carolina Panthers mit 36:7 (10:0, 10:0, 6:7, 10:0).

Dabei ragten vor allem zwei Ersatzleute heraus. Receiver Ramses Barden fing neun Bälle für 138 Yards. Running Back Andre Brown erlief 113 Yards sowie zwei Touchdowns (Die NFL-Saison LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

"Ich bin sehr glücklich. Ich werde einfach auf dieser Welle weiter reiten, hoffentlich hält sie noch etwas an", sagte Brown.

Späte Revanche für Brown

Der 25-Jährige bekam seine Chance aufgrund der Nackenverletzung von Starter Ahmad Bradshaw und überzeugte.

Den letzten Kick gab ihm der Gegner, schließlich sind die Panthers eines von fünf Teams, die ihn schon einmal gefeuert haben. "Ganz klar, das hat mich angestachelt", bestätigte Brown.

Bereits im ersten Viertel rannte er Carolina um die Ohren und hatte 77 Yards auf dem Konto - das wäre bereits eine persönliche NFL-Bestmarke gewesen ( 614948 DIASHOW: Die Bilder des 3. Spieltages ).

Barden ersetzt Nicks hervorragend

Dazu kam der fehlerfreie Quarterback Eli Manning, der 27 seiner 35 Pässe für 288 Yards anbrachte. Bereits zur Pause hatte der Angriff die 300-Yard-Marke überschritten.

Der knapp zwei Meter große Barden entpuppte sich als beste Anlaufstelle des zweimaligen Super-Bowl-MVPs.

Er war für Star-Receiver Hakeem Nicks (Fußverletzung) in die Startformation gerückt und rechtfertigte das Vertrauen. Bis zu dieser Partie hatte Barden nie mehr als neun Pässe in einer kompletten Saison gefangen.

"In dieser Liga weißt du nie, wann deine Chance kommt. Du musst zu jedem Zeitpunkt darauf vorbereitet sein. Das hat man heute gesehen", lobte Manning beide Ersatzleute.

Coughlin bremst Newton

Den Rest erledigte die aggressive Defensive - Kuhn steuerte einen Tackle bei. Newton konnte trotz eines Touchdowns keinen seiner gefürchteten Läufe ansetzen.

"Wir haben ein paar Kniffe aus seinem letzten Spiel abgeleitet. Du musst diszipliniert bleiben, sonst nutzt er das eiskalt aus", sagte New Yorks Cheftrainer Tom Coughlin.

Nach 71 Yards in der vergangenen Woche gegen New Orleans kam Newton diesmal zu Fuß nur auf sechs Yards.

"Haben uns blamiert"

Außerdem leistete sich der amtierende Rookie des Jahres wegen des ständigen Drucks der Abwehrspieler gleich drei Interceptions.

"Wir haben uns blamiert. Wenn ich ein Fan der Panthers wäre, würde ich mich für diese Leistung schämen", bekannte Newton.

Tynes gewohnt treffsicher

Die Heimpleite besiegelte Returner Joe Adams mit zwei Turnovers. Zu Beginn der zweiten Hälfte verlor er nach dem Kickoff den Ball und zerstörte so jede Hoffnung auf ein Comeback.

Giants-Kicker Lawrence Tynes verwandelte wenig später eines seiner insgesamt fünf Field Goals zum zwischenzeitlichen 23:0 der Gäste.

"Genau das darf gegen so einen Gegner nicht passieren. Sie wollen dich in Rückstand bringen, um dann bei Passspielzügen ihre Quarterback-Jäger zu entfesseln", analysierte Carolinas Coach Ron Rivera.

Playoff-Garantie wackelt bereits

Die Giants meldeten sich somit nach ihrer Auftaktschlappe gegen Dallas mit zwei Siegen eindrucksvoll zurück (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Für die Gastgeber setzte es dagegen schon die zweite Niederlage, die Playoff-Garantie von Ryan Kalil - eine Lokalzeitung hatte dem Center vor der Saison dieses Versprechen abgenommen - wird in dieser Form nicht einzuhalten sein.

"Sie haben uns im eigenen Stadion rumgeschubst. Hoffentlich hat uns das nicht gefallen und wir lernen daraus", sagte Rivera.

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