Eli Manning (l.) wurde 2012 mit den New York Giants Super-Bowl-Sieger © getty

New Yorks Quarterback ragt gegen die Buccaneers heraus. Die 49ers zeigen sich souverän. New Orleans verliert erneut. Roundup.

Von Jakob Gajdzik und Michael Spandern

München - Am Ende fehlten Eli Manning drei Yards zum Rekord.

Der Star-Quarterback der New York Giants zeigte beim 41:34 (13:24) gegen die Tampa Bay Buccaneers eine herausragende Leistung und knackte fast eine 27 Jahre bestehende Klub-Bestmarke.

Am Ende warf der 31-Jährige Pässe für 510 Yards - nur Giants-Legende Phil Simms warf 1985 mit 513 Yards mehr.

Auch persönlich bedeutete dieser Wert für Manning eine Bestleitung. Die lag bisher bei 420 Yards gegen die Seattle Seahawks aus der vergangenen Saison.

Brown sorgt für den Sieg

Der Schlusspunkt der Manning-Show war ein Zuspiel über 50 Yards zu Running Back Andre Brown, der den Ball zum entscheidenden Touchdown nur noch über zwei Yards in die Endzone bringen musste. ( 611919 DIASHOW: Bilder des 2. Spieltags )

"Es war ein großer Sieg, besonders wenn man die schwache erste Hälfte bedenkt", sagte der Matchwinner.

Die schwache erste Hälfte lag aber auch an Manning selbst. Nach drei geworfenen Interceptions in den ersten beiden Vierteln, drehte der zweimalige Finals MVP erst danach richtig auf.

"Er hat sich nicht entmutigen lassen"

"Eli ist dran geblieben", lobte Giants-Coach Tom Coughlin seinen Star, "er hatte einige schlechte Aktionen, aber er hat sich nicht entmutigen lassen."

Mit 295 Yards alleine im zweiten Abschnitt drehte New York dank Manning das Spiel.

"Dafür leben wir", sagte Giants-Abwehrchef Justin Tuck mit Pathos in der Stimme, "ich habe einigen jungen Spielern gesagt, ihr habt zwar auf dem College in großen Spielen gespielt, aber das ist nochmal etwas anderes."

In East Rutherford ging es besonders am Ende der Partie Schlag auf Schlag. In den letzten 6:48 Minuten des Spiels gab es vier Touchdowns.

Neben Manning waren auch zwei andere Giants-Akteure entscheidend am Sieg beteiligt.

Victor Cruz fing elf Pässe für 179 Yards, Hakeem Hicks schnappte sich zehn Zuspiele für 199 Yards - beides persönliche Bestmarken.

Kuhn dritter Deutscher der NFL-Geschichte

Auch beim Giants-Sieg dabei war Markus Kuhn. Der NFL-Neuling aus Weinheim ist nach Sebastian Vollmer (New England Patriots) und Constantin Ritzmann (ein Einsatz 2005 für die Atlanta Falcons) der dritte deutsche Feldspieler in der NFL-Geschichte.

Bei Tampa Bay überwog die Enttäuschung, die Partie nach einer 27:16-Führung vor dem letzten Viertel noch aus der Hand gegeben zu haben.

"Es tut weh, aber ich glaube weiterhin an meine Mitspieler, Trainer und im Team", sagte Defensive Lineman Michael Bennett und ergänzte: "Hier wächst was zusammen und es wird etwas großartiges."

Aufregung gab es zudem über ein Tackle gegen Manning während seines Kneels. Diese Aktion machte Trainer Coughlin wütend und endete in einem Disput mit Tampa Bays Coach Greg Schiano. "Ich dachte, auf diesem Level würde man sowas nicht machen", echauffierte sich Coughlin.

San Francisco 49ers - Detroit Lions 27:19 (14:6)

Mit einer erneut starken Defense-Leistung hat San Francisco gegen Detroit den zweiten Sieg im zweiten Spiel eingefahren. Gegen die Lions war es gar der elfte Regular-Season-Sieg zu Hause in Folge.

Wurde im ersten Spiel gegen Green Bay noch Packers-Quarterback Aaron Rodgers matt gesetzt, musste diesmal Detroits Matthew Stafford daran glauben.

Nur einen Touchdown-Pass brachte Stafford zum Mann - den einzigen der Lions im gesamten Spiel.

Davies mit zwei Touchdowns

Besser machte es 49ers-Quarterback Alex Smith, der zweimal Vernon Davis in die Endzone schickte. Gleichzeitig baute Smith den Klubrekord von nun 284 Pässen in Folge ohne Interception aus.

Selbst eine blutige Nase, nach dem Einsatz von Detroits John Wendling, konnte Smith nicht stoppen.

"Er ist zäh wie ein Zwei-Dollar-Steak", sagte sein Trainer Jim Harbaugh über Smith: "Ich weiß wovon ich spreche, ich habe als Kind viele gegessen."

Pittsburgh Steelers - New York Jets 27:10 (13:10)

Nach der Niederlage im ersten Spiel gegen die Denver Broncos haben die Pittsburgh Steelers mit dem Sieg gegen die Jets zurück in die Spur gefunden.

Mit Pässen für 275 Yards, davon zwei zu einem Touchdown, riss Steelers-Quarterback Ben Roethlisberger die Partie an sich.

Im dritten Viertel fand sein 37-Yards-Pass Mike Wallace, der erst New Yorks Antonio Cromartie ins Leere fliegen ließ und sich anschließend den Ball schnappte.

Die Jets ließen in der zweiten Hälfte ihre Offense vermissen und kamen zu keinem einzigen Punkt.

Philadelphia Eagles - Baltimore Ravens 24:23 (7:17)

Trotz einer hohen Fehlerquote und vier Turnovers gelang den Philadelphia Eagles ein hauchdünner Sieg gegen die Baltimore Ravens.

Quarterback Michel Vick lief mit dem Ball nach einem Kick von Alex Henery 1:55 Minuten vor dem Ende in die Endzone und sicherte der Erfolg.

Trotz Pässen für 371 Yards warf auch Vick zwei Interceptions.

Mit zwei Siegen zum Auftakt starteten die Eagles zuletzt 2004 ? am Ende stand die Teilnahme am Super Bowl.

Carolina Panthers - New Orleans Saints 35:27 (21:13)

Die New Orleans Saints kassierten beim Divisionrivalen Carolina Panthers in Charlotte eine 27:35-Schlappe.

Damit steht das Team um Drew Brees in der NFC South bereits gehörig unter Druck, obwohl der Quarterback mit 325 Yards Raumgewinn für Spektakel sorgte. Allerdings warf er zwei seiner 49 Versuche auch direkt zum Gegner.

Sein Gegenüber Cam Newton kam zwar nur auf 253 Yards, fasste sich aber ein Herz und trug auch Rushs über 71 Yards - persönliche Bestleistung - zum ersten Sieg bei.

New England Patriots - Arizona Cardinals 18:20 (6:6)

Die New England Patriots, Team des Deutschen Sebastian Vollmer, musste sich zu Hause in Foxborough den Arizona Cardinals beugen.

Pats-Kicker Stephen Gostkowski patzte wenige Sekunden vor Schluss und drosch einen Field-Goal-Versuch, das den Sieg bedeutet hätte, weit am linken Pfosten vorbei.

Ersatz-Spielmacher schafft historischen Sieg

So verlor der dreimalige Super-Bowl-Champion mit 18:20 und dazu auch noch seinen Tight End Aaron Hernandez, der sich im ersten Viertel eine Verletzung am rechten Knöchel zuzog.

New Englands Star-Quarterback Tom Brady verbuchte zwar 316 Yards Raumgewinn, leistete sich aber auch eine Interception und wurde viermal gesackt.

Die Cardinals von Spielmacher Kevin Kolb (140 Yards, 15 von 27 Pässen vollständig), der für den angeschlagenen John Skelton eingesprungen war, besiegten die Pats nach zuletzt fünf Pleiten erstmals seit 1991.

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