Peyton Manning wurde bereits sechsmal zum AFC-Spieler des Jahres gewählt © getty

Denvers Star-Quarterback liefert gegen die Steelers ein tolles NFL-Comeback und beschenkt die Enkel des "Megatron-Klons".

Von Eric Böhm

München/Denver - Das Superhirn der NFL hat die Kritiker eindrucksvoll widerlegt.

In seinem ersten Spiel seit Januar 2011 zog Peyton Manning wie eh und je die Fäden. Von fehlender Praxis oder Behinderungen durch die langwierige Nackenverletzung war nichts zu spüren.

Der einzige Unterschied zu alten Colts-Zeiten war bei dem 32:19-Erfolg gegen die Pittsburgh Steelers (Spielbericht) die Farbe des Trikots mit der Nummer 18 (Die NFL-Saison LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Statt Indys Blau zu tragen, lief der viermalige MVP erstmals im Orange der Denver Broncos auf - ansonsten war alles wie immer.

"Ich habe keinen Unterschied bemerkt. Peyton ist ein besonderer Spieler, wenn er seinen Rhythmus findet", lobte Teamkollege Brandon Stockley.

Lob von Roethlisberger

Der Receiver wurde nach erfolgreichen Jahren in Indianapolis nun unverhofft mit Manning wiedervereint. Nicht nur er fühlte sich in der zweiten Hälfte an frühere Zeiten erinnert.

Manning entnervte eine der besten Abwehrreihen der Liga mit seinen gefürchteten Änderungen direkt vor Beginn des Spielzuges und brachte neun seiner zwölf Pässe für 155 Yards und zwei Touchdowns bei den Mitspielern an ( 608962 DIASHOW: Die Bilder des 1. Spieltages ).

"Wir hatten erwartet, dass er in guter Form sein würde. Er hat großartig gespielt und gehört zu den größten Quarterbacks aller Zeiten", musste Pittsburghs Quarterback Ben Roethlisberger anerkennen.

In Favres Liga

Diese Aussage untermauerte Manning mit seinem bereits 400. Touchdown-Pass. Durch die 71-Yards-Bombe auf Demaryius Thomas erweiterte er den Zwei-Mann-Klub von Brett Favre und Dan Marino zum Trio.

Die Legenden benötigten für den Meilenstein allerdings 19 (Marino) beziehungsweise 20 Partien mehr als der Super-Bowl-Champion der Saison 2007.

"Ich liebe diese Jungs. Sie gehören zu meinen Lieblingsquarterbacks. Allein mit ihnen zusammen genannt zu werden, ist eine echte Ehre", freute sich der 36-Jährige.

Thomas profitiert doppelt

Den Ball behielt er - getreu seiner fast schon sprichwörtlichen Bescheidenheit - nicht für sich, sondern schenkte ihn Thomas.

"Es ist großartig, seinen 400. zu fangen. Hoffentlich gibt er mir ein Autogramm drauf, dann kann ich ihn irgendwann meinen Enkeln zeigen", erzählte der Receiver.

Thomas, der am College Georgia Tech der Nachfolger von Detroits Calvin "Megatron" Johnson war, profitierte besonders von Mannings Ankunft.

Sein Talent als Big-Play-Waffe hatte Publikumsliebling Tim Tebow nur selten einsetzen können. Eine Ausnahme stellte der entscheidende Touchdown beim Playoff-Sieg gegen Pittsburgh im Januar dar.

Manning in der Shotgun

Der neuerliche Erfolg gegen die Truppe aus der "Steel City" kostete die Zuschauer dank ihres neuen Spielmachers aber wesentlich weniger Nerven.

Dabei machte sich die zunächst konservative Gangart von Head Coach John Fox und Offensive Coordinator Mike McCoy bezahlt.

Um ihren Superstar vor den gefährlichen Verteidigern der Steelers zu schützen, setzten sie zu Beginn auf viele kurze Pässe und postierten Manning in der Shotgun-Formation einige Yards hinter dem Center.

Dadurch hatte er mehr Zeit, zu werfen. "Ich taste mich immer noch heran. Wir haben es heute sehr gut kontrolliert und formen weiter unsere Identität", versuchte Manning die Erwartungshaltung zu bremsen.

Elway kann durchatmen

Teampräsident John Elway durfte sich bereits als großer Gewinner fühlen.

Er hatte Tebow nie gewollt und die Gelegenheit im Frühjahr prompt genutzt, damit aber auch sein Schicksal mit Manning verknüpft.

Neben den noch zu erwartenden Fortschritten des elfmaligen Pro Bowlers, lassen aber auch die aggressive Verteidigung um Jungstar Von Miller (2 Sacks) und das Laufspiel (94 Yards) für den weiteren Saisonverlauf hoffen.

"Ich habe mich nicht umsonst für Denver entschieden. Wir können viele Gegner in Schwierigkeiten bringen. Je besser die Abstimmung wird, desto stärker werden wir", sah sich Manning bestätigt.

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