Peyton Manning gewann mit den Indianapolis Colts Super Bowl XLI © getty

Nach langer Zwangspause meldet sich der Quarterback stark zurück und führt Denver zum Sieg. Die 49ers und Moss erobern Green Bay.

Von Eric Böhm

München/Denver - Peyton Manning hat am 1. Spieltag der NFL ein glanzvolles Comeback hingelegt (Die NFL LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM).

Nach eineinhalbjähriger Verletzungspause und drei Nackenoperationen in 19 Monaten schlug der Quarterback mit den Denver Broncos die Pittsburgh Steelers 31:19 (0:0, 7:10, 7:3, 17:6).

Im ersten Auftritt für sein neues Team zeigte der viermalige MVP alte Klasse. Er brachte 19 seiner 26 Pässe für 253 Yards sowie zwei Touchdowns an den Mann.

"Es ist nur ein Spiel, aber es ist ein besonderer Moment. Ich habe lange und hart dafür gearbeitet und habe hier viel Unterstützung bekommen. Ich bin sehr dankbar", sagte der Matchwinner.

Steelers mit besserem Beginn

In der ersten Hälfte wirkte der 36-Jährige noch ein wenig vorsichtig. Gemeinsam mit Offensive Coordinator Mike McCoy entschied er sich meist für kurze, risikolose Würfe.

So erwischten die Gäste aus Pittsburgh angeführt von Spielmacher Ben Roethlisberger den besseren Start ( 608962 DIASHOW: Die Bilder des 1. Spieltages ).

Kurz vor der Pause gingen sie 10:7 in Führung und schlossen eine neunminütige Angriffsserie kurz nach der Halbzeit mit einem Field Goal ab.

"Das war unser Plan. Wir wollten Peyton mit langen Drives an der Seitenlinie halten und den Ball kontrollieren. Das hat lange Zeit gut funktioniert", bestätigte Steelers-Coach Mike Tomlin.

Meilenstein für Manning

Doch Mannings famoser 71-Yard-Touchdown auf Demaryius Thomas wendete das Blatt. Es war der 400. Touchdown-Pass in Mannings langer Karriere.

Nur die legendären Brett Favre und Dan Marino übertrafen diese Marke vor ihm. Allerdings benötigten beide deutlich mehr Spiele als Manning, der es in der 208. Partie schaffte.

"Ich liebe diese Jungs. Sie gehören zu meinen Lieblingsquarterbacks. Allein mit ihnen zusammen genannt zu werden, ist eine echte Ehre", freute sich der Ex-Colt.

"Er ist Peyton Manning"

Zwar kamen die Steelers zu Beginn des Schlussviertels durch Receiver Mike Wallace zum 19:14, aber Manning konterte sofort. Nun flogen die Bälle wie eh und je über das Feld.

Anspiele auf Tight End Jacob Tamme und Running Back Willis McGahee (Two-Point-Conversion) ließen das Mile-High-Publikum wieder jubeln.

Nach einem Field Goal der Broncos hatten die Steelers noch eine Chance, aber Roethlisberger (22 von 40 für 245 Yards) warf eine Interception, die Tracy Porter in die Endzone zurücktrug.

"Was kannst du schon sagen? Er ist Peyton Manning. Alles was ich heute über ihn sagen könnte, wurde schon gesagt", verneigte sich Pittsburghs Safety Troy Polamalu.

SPORT1 blickt auf zwei weitere Partien des 1. Spieltages der NFL:

Green Bay Packers - San Francisco 49ers 22:30

Die San Francisco 49ers gewannen das Topspiel der NFC bei den Green Bay Packers 30:22 (3:0, 13:7, 7:0, 7:15).

Die 49ers machten dabei dem gefürchteten Angriff der Gastgeber das Leben extrem schwer und nutzten ihre eigenen Chancen konsequent.

Kicker David Akers stellte mit einem Field Goal aus 63 Yards unmittelbar vor der Pause den NFL-Rekord ein. Veteran Randy Moss steuerte zum Sieg seines neuen Teams einen Touchdown bei.

"Du hörst im Fernsehen, dass die Packers deutlich gewinnen werden, aber wir haben unser Selbstvertrauen. Solange wir das behalten, können wir alles schaffen", sagte Linebacker Patrick Willis.

Rogers meckert

MVP Aaron Rodgers warf zwar Pässe für 303 Yards, leistete sich aber auch eine Interception. Sein letzter Comeback-Versuch endete mit einem unvollständigen Pass in Richtung Jordy Nelson.

Green Bays Spielmacher attackierte im Anschluss die Ersatzschiedsrichter wegen insgesamt 18 Strafen: "Einige waren definitiv extrem bizarr!"

Tampa Bay Buccaneers - Carolina Panthers 16:10

Die Tampa Bay Buccaneers schlugen Cam Newtons Carolina Panthers mit 16:10 (10:0, 3:0, 0:7, 3:3).

Zwei Pässe des jungen Quarterbacks wurden abgefangen. Einen davon schnappte sich Routinier Ronde Barber und beschenkte sich damit für seinen 200. Einsatz in der Startformation hintereinander.

"Mit Ballverlusten kannst du nicht gewinnen. Wenn ich nur eine Interception weniger werfe, drehen wir das Spiel", ärgerte sich der Rookie des Jahres der vergangenen Saison.

Bucs beenden Durststrecke

Tampa beendete somit unter dem neuen Cheftrainer Greg Schiano eine zehn Spiele andauernde Negativserie.

Seine Abwehr gestattete Newton zwar 303 Passyards, verhinderte aber seine gefährlichen Läufe.

Rookie Doug Martin (95 Yards) kontrollierte mit guten Läufen den Ball, und Spielmacher Josh Freeman blieb ohne Fehler.

"Es ist wichtig, die Nummer eins (Newtons Nummer, Anm. der Red.) vom Feld zu halten. Das ist die beste Art, ihn zu verteidigen", betonte Schiano.

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