Tony Romo (M.) wurde zwischen 2006 und 2009 dreimal für den Pro Bowl nominiert © getty

Die Giants mit Markus Kuhn verpatzen den Saisonauftakt. Der Quarterback und ein Nobody aus New York führen Dallas zum Erfolg.

Von Eric Böhm

München/East Rutherford - Der Rahmen für einen spektakulären Saisonstart war bereitet: Aber trotz der Rekordkulisse von 82.287 Zuschauern haben die New York Giants den Auftakt der NFL verpatzt.

Der amtierende Super-Bowl-Champion verlor mit 17:24 (0:0, 3:7, 7:10) gegen die Dallas Cowboys (Die NFL-Saison LIVE im TV auf SPORT1+).

Der Divisionskonkurrent aus der NFC East konnte sich vor allem auf seinen bärenstarken Quarterback Tony Romo verlassen, der 22 seiner 29 Pässe für 307 Yards und drei Touchdowns an den Mann brachte.

"Wir sind jetzt wieder auf dem Boden der Tatsachen zurück. Das letzte Jahr zählt nicht mehr. Romo hat unsere Schwächen ausgenutzt", bilanzierte New Yorks Head Coach Tom Coughlin ( 608962 DIASHOW: Die Bilder des 1. Spieltages ).

Kuhn schreibt Geschichte

Da half den Gastgebern auch das ordentliche Debüt des Defensive Tackles Markus Kuhn nicht.

Der 26-Jährige wurde nach Constantin Ritzmann und Sebastian Vollmer (New England) erst zum dritten deutschen Feldspieler der NFL-Geschichte und steuerte einen Tackle bei (PERSONALIE: Terminator Kuhn am Ziel).

Trotzdem konnte die gefürchtete Defensive Romo nicht wie erwartet unter Druck setzen. Zwar gelangen drei Sacks, aber die schnellen Pässe des 32-Jährigen nahmen die Quarterback-Jäger Osi Umenyiora und Justin Tuck aus dem Spiel.

Schwache erste Hälfte

Nach der langen Offseason waren die Football-Fans weltweit heiß auf den Auftakt, wurden in der ersten Hälfte aber nicht gerade verwöhnt (VORSCHAU: NFC East und NFC South).

Beide Teams konnten den Ball zunächst nur selten bewegen und leisteten sich jeweils einen Ballverlust.

Ein Nobody der Gäste sorgte schließlich kurz vor der Pause für das erste Highlight. Kevin Ogletree erreichte nach Romos Zuspiel die Endzone zur 7:3-Halbzeitführung der Texaner.

Ogletrees Durchbruch

Der völlig unbekannte Receiver stellte seine prominenteren Mitspieler Miles Austin und Dez Bryant in den Schatten.

Mit seinem Big Play über 40 Yards unmittelbar nach der Pause düpierte Ogletree Corey Webster, den besten Manndecker der "G-Men", und brachte Dallas frühzeitig auf die Siegerstraße.

"Das war unser Fokus in der Vorbereitung. Wir wollten mehr Big Plays kreieren. Ich bin froh, dass ich dabei helfen konnte", sagte der 25-Jährige, der 2011 nur 15 Pässe gefangen hatte.

Witten ist zurück

Der gebürtige New Yorker schenkte den Giants mit insgesamt acht gefangenen Bällen 114 Yards ein - jeweils persönliche Bestmarken.

Die Cowboys zeigten in Abwehr und Angriff eine ausgeglichene Leistung. Running Back DeMarco Murray steuerte 131 Yards bei.

Jason Witten war zwar kein Faktor, allein der Einsatz des Tight Ends nach seinem Milzriss im August war aber bereits bemerkenswert ( 530664 DIASHOW: Der NFL-Transfermarkt ).

Austin macht den Sack zu

Überraschend stark präsentierte sich die umformierte Offensive Line, die im Lauf- und Passspiel erstaunlich wenig Mühe mit New Yorks Abwehrspielern hatte.

Romos fünfter Pass über mindestens 15 Yards auf Miles Austin brachte knapp sechs Minuten vor Schluss das vorentscheidende 24:10. Dieser Spielzug gelang bei einem ersten Versuch und 30 Yards zu gehen.

Die in den Testspielen noch scharf kritisierten Ersatz-Schiedsrichter - die eigentlichen Referees liegen im Tarifstreit mit der Liga - machten einen guten Job und leisteten sich keinen groben Schnitzer.

Manning wird gejagt

Die Giants kamen im Angriff nie in einen Rhythmus und konnten durch Ex-Cowboy Martellus Bennett erst kurz vor Schluss verkürzen.

Spielmacher Eli Manning stand oft unter Druck, kam aber immerhin auf Pässe für 213 Yards Raumgewinn.

"Wir haben ihnen klargemacht, wie stark unsere Abwehr ist. So werden wir jede Woche auftreten", versprach Linebacker DeMarcus Ware, der Manning zweimal im Backfield zu Boden brachte.

Ogletree schaffte zwei Minuten vor dem Ende das letzte First Down der Partie - die Gastgeber bekamen deshalb den Ball nicht noch einmal zurück.

"Es ist schön, in der Nähe der Heimat so ein Spiel zu liefern. Mein Zuhause ist aber jetzt Dallas", betonte der zweite Matchwinner neben Romo.

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