Obwohl Tony Parker früh ausfällt und Oklahoma City spät ausgleicht, bestehen die Spurs. Kevin Durant vergibt die letzte Chance.

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Von Eric Böhm

München/Oklahoma City - Das Rematch um die Meisterschaft steht.

Die San Antonio Spurs erkämpfen im sechsten Finale der Western Conference ein 112:107 (101:101, 42:49) nach Verlängerung bei den Oklahoma City Thunder und entschieden die Best-of-Seven-Serie mit 4:2 für sich.

Damit kommt es in den NBA-Finals (ab Freitag, 3 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) zur Neuauflage von 2013 gegen Titelverteidiger Miami Heat.

"Wir sind froh, dass es wieder die Heat sind. Die Leute sagen, wir wären nicht nah dran gewesen, aber das ist Quatsch. Wir haben den bitteren Geschmack noch im Mund", sagte Tim Duncan. Nicht nur Magic Johnson bekommt sein Traumfinale:

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Noch eine Rechnung mit Miami Heat offen

In Spiel 6 hatten es die Texaner in Miami ihre fünfte Larry O'Brien Trophy schon fast in der Hand gehabt, ehe Ray Allen mit einem wilden Dreier ausglich, und die Heat dann in Spiel 7 ihren zweiten Titel in Folge klarmachten (SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen).

Dafür wollen sich die Spurs unbedingt revanchieren. Das war auch in Oklahoma City von Beginn an zu spüren.

Nach zuvor fünf teils überdeutlichen Heimsiegen lieferten die Spurs zum richtigen Zeitpunkt ihre beste Auswärtsleistung ab. "Unser Wille hat heute entschieden", betonte Manu Ginobili.

Parker verletzt sich

Das ultra-erfahrene Team steckte selbst den Ausfall eines Schlüsselspielers weg. Point Guard Tony Parker konnte wegen Knöchelproblemen nach der Halbzeit nicht mehr auflaufen. Eine Diagnose steht noch aus. ( 894579 DIASHOW: Die Bilder der Conference-Finals ).

Neben Veteran Duncan (19 Punkte, 15 Rebounds) ragte Parkers französischer Landsmann Boris Diaw heraus, der seine starken Playoffs mit 26 Zählern unterstrich. Ginobili (15 Punkte, 5 Assists) übernahm von Parker die Regie.

"Wir wussten nicht, wie stark Tony verletzt war, also wollten wir es keinesfalls auf ein Spiel 7 ankommen lassen", erklärte Diaw, der seine beste Playoff-Ausbeute seit 2006 schaffte.

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Sonderlob für Diaw

Der 32-Jährige erlebt in der K.o.-Runde eine Renaissance. Schon in den Runden zuvor - speziell gegen Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks - versenkte er unzählige wichtige Würfe.

Diesmal netzte Diaw auch noch drei Dreier, beschäftigte gemeinsam mit Duncan und Matt Bonner Oklahoma Citys besten Big Man Serge Ibaka und war ein sicherer Passer im Kombinationsspiel der Spurs.

Zudem trug er zum klaren Vorteil der Spurs bei den Bankpunkten (51:5) bei - die größte Differenz der gesamten NBA-Saison. "Boris war beeindruckend. Er hat ein unglaubliches Spiel gemacht und eine großartige Serie hingelegt", lobte Duncan (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

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Thunder geben nicht auf

Dennoch wurde es gegen die athletischeren und jüngeren Thunder eine Zitterpartie.

San Antonio hatte im furiosen dritten Viertel (37:20) die Kontrolle übernommen und im vierten Abschnitt noch zweistellig geführt, ehe sich die Thunder noch einmal aufbäumten.

Kevin Durant (31 Punkte, 14 Rebounds) und Russell Westbrook brachten den Vizemeister von 2012 heran. Der Point Guard verwandelte neun Sekunden vor dem Ende auch die Freiwürfe, die zur Overtime führten.

Zu viele Ballverluste bei Durant und Co.

Insgesamt verbuchte er 34 Zähler, acht Assists, sieben Rebounds und sechs Steals. Das Scorer-Duo hatte gemeinsam aber auch 14 der 20 OKC-Ballverluste, die zu 33 Gästepunkten führten.

"Wir haben uns zu oft auf Sprungwürfe verlassen, in der Verteidigung haben sie uns richtig laufen lassen", analysierte Thunder-Coach Scott Brooks.

In der Verlängerung legten die Spurs aber auch in der Verteidigung noch eine Schippe drauf und ließen in den finalen dreieinhalb Minuten nur zwei Pünktchen zu.

Duncan mit dem wichtigsten Treffer

Duncan traf dann 19 Sekunden vor dem Ende zum wichtigen 110:107, im Gegenzug vergab Durant von der Dreierline den Ausgleich - es war die letzte Chance für OKC. Der MVP muss weiter auf die ersehnte Meisterschaft warten.

Im dramatischen Finale der Serie entschied auch die Erfahrung. Nach nur 23 Führungswechseln in den ersten fünf Partien, waren es diesmal über 30. Die abgezockte Mannschaft von Cheftrainer Gregg Popovich blieb am Ende cooler und traf die richtigen Entscheidungen.

"Um ehrlich zu sein, ist dieser Sieg besonders schön. Denn wir haben ein verdammt gutes Team geschlagen. Sie waren ein besonderer Gegner", sagte Popovich. Die alte Hackordnung im Westen bleibt bestehen, jetzt wartet LeBron James.

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