Mit 37 Punkten führt Paul George Indiana gegen Miami in Ost-Finale 5 zum Sieg. LeBron James liefert sein schwächstes Playoff.

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Von Eric Böhm

München/Indianapolis - Paul George hat die Indiana Pacers vor dem Ausscheiden bewahrt.

In einer grandiosen zweiten Hälfte erzielte der All-Star 31 seiner 37 Punkte und stellte so den 93:90 (33:42)-Erfolg über die Miami Heat und das 2:3 in der Best-of-Seven-Serie sicher (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Fast noch brillanter als seine Offensivleistung war jedoch die Verteidigung des 24-Jährigen. Die sechs Steals sind nur ein Teil der Geschichte. Er dominierte jeden Gegenspieler.

"Ich wollte von Anfang an aggressiv sein. Dadurch kam ich schnell in einen Rhythmus, dann bin ich einfach heiß gelaufen", jubelte George.

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Pacers wie ausgewechselt

In Spiel 4 (Bericht) hatten die Pacers noch viel Kritik für ihren mangelnden Einsatzwillen einstecken müssen, mit den eigenen Fans im Rücken steckten sie auch eine Schwächephase im zweiten Viertel (nur elf Zähler) weg (SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen).

Center Roy Hibbert verbuchte starke 13 Rebounds. Im dritten Viertel drehte dann George auf und half aus einem 41:50-Rückstand eine 64:57-Führung zu machen. Er leitete jeweils einen 11:0- und einen 12:5-Lauf ein.

"Ich habe dem Team vorher klargemacht, dass sie immer grünes Licht haben und attackieren sollen. Paul hat das beherzigt und ein irres Level erreicht", lobte Pacers-Coach Frank Vogel.

James muss lange zuschauen

Dabei profitierten die Gastgeber aber von Foulproblemen des LeBron James (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Miamis Superstar kassierte nach wenig Spielzeit vor der Pause im dritten Abschnitt bereits sein fünftes Foul und musste erneut lange auf der Bank Platz nehmen.

Mit nur sieben Punkten in 24 Minuten lieferte der "King" die schwächsten Playoff-Ausbeute seiner Karriere - in den NBA-Finals 2011 gegen Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks hatte er letztmals eine zweistellige Ausbeute verpasst.

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Allen läuft auf

Immerhin konnte der angeschlagene Ray Allen auflaufen und markierte 15 Punkte. Dwyane Wade verbuchte 18 Zähler, acht Rebounds und sieben Assists.

Chris "Birdman" Andersen musste dagegen erneut wegen einer Oberschenkelverletzung passen, aber James machte dem Meister deutlich mehr Kopfzerbrechen ( 894579 DIASHOW: Die Bilder der Conference-Finals ).

"Das hatten wir uns natürlich anders vorgestellt, aber wir hatten trotzdem die Chance, zu gewinnen. Das letzte Quäntchen hat gefehlt", sagte Miamis Cheftrainer Erik Spoelstra.

George auf Legenden-Level

In der Tat kam Miami noch einmal heran. James versenkte seinen einzigen Dreier zum 81:81, George konterte jedoch wenig später.

Seine 21 Punkte im letzten Viertel übertrafen sogar Michael Jordan. Die NBA-Ikone hatte 1997 mit 20 den Rekord für Zähler in einem Playoff-Viertel gegen die Heat aufgestellt.

Zudem verfehlte er nur knapp die Pacers-Bestmarke in der K.o.-Runde von 41 Punkten, die der unvergessene Reggie Miller hält.

Bosh vergibt Siegchance

In der Endphase wurde es dann dramatisch: 16 Sekunden vor Schluss verkürzte der starke Routinier Rashard Lewis (18 Punkte) für den Titelverteidiger per Dreier auf 90:91.

David West (19 Zähler) traf nur einen von zwei Freiwürfen, aber Chris Bosh (20 Punkte, 10 Rebounds) vergab mit noch vier Sekunden auf der Uhr von draußen den möglichen vierten Finaleinzug der Heat in Folge.

James war zum Korb gezogen, hatte aber statt selbst auf den Ausgleich zu gehen, Bosh an der Dreierlinie bedient.

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Stephenson mit neuer Taktik

Nach zuvor sieben Siegen bei 3:1-Führung in einer Serie konnten die Heat erstmals den Sack nicht zumachen. Die nächste Chance gibt es in Spiel 6 vor heimischer Kulisse in der Nacht auf Samstag (ab 2.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Vielleicht hatte den viermaligen MVP aber auch Indianas Lance Stephenson mit zwei seltsamen Aktionen irritiert. Nach dem misslungenen "Trash Talk" vor Spiel 4, schlich er sich diesmal kurz in eine Heat-Besprechung ein, später pustete er James ins Ohr. Seiner Verteidigung in den Schlussminuten half es jedenfalls.

"Ich bin hier, um Basketball zu spielen. Was Lance macht, ist mir egal. Ich will noch einen Sieg, um in die Finals zu kommen", meinte der angefressene "King". Das Psycho-Duell geht weiter.

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