Russell Westbrook führt die Thunder zum Ausgleich in den West-Finals. Auch gegen Kevin Durant findet San Antonio kein Mittel.

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Von Eric Böhm

München/Oklahoma City - Dank Russell Westbrook ist im Westen alles wieder offen.

Der Point Guard führte die Oklahoma City mit einer fantastischen Leistung zum 105:92 (58:43)-Erfolg über die San Antonio Spurs und dem damit verbundenen 2:2-Ausgleich in der Best-of-Seven-Serie (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Westbrook häufte 40 Punkte, zehn Assists, fünf Rebounds und fünf Steals an. Damit entschied er das Spielmacher-Duell mit Tony Parker (14 Zähler) eindrucksvoll für sich.

"Der Coach wollte, dass wir heute von Anfang an Vollgas geben. Dafür bin ich als Point Guard vorn und hinten verantwortlich. Nur so kannst du eine Meisterschaft gewinnen", sagte Westbrook.

Westbrook wie Legenden

Der All-Star verpasste seine Playoff-Bestleistung aus den NBA-Finals 2012 hauchdünn um drei Punkte. Nur Michael Jordan schaffte vor ihm ein Spiel der K.o.-Runde mit mindestens 40 Zählern, zehn Assists und fünf Steals (1989) (SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen).

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Allen Iverson war 2003 bis dato der letzte Akteur mit dieser Assist- und Steal-Ausbeute und wenigstens 30 Punkten (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

"Manchmal dreht er einfach auf. Er ist jederzeit dazu in der Lage. Wenn er Sprungwürfe trifft, wird es richtig hart", lobte selbst Spurs-Oldie Manu Ginobili.

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Thunder kommen ins Laufen

Manchmal treibt Westbrook seinen Coach Scott Brooks und die Fans mit wilden Aktionen fast in den Wahnsinn, aber wenn er richtige Entscheidungen trifft, ist es eine große Show.

Mit seiner Aggressivität und Dynamik trieb er die Thunder allein in der ersten Hälfte zu 17 Punkten aus Schnellangriffen - die Spurs hatten keinen einzigen in 48 Minuten - und insgesamt 29 aus dem Umschaltspiel.

"Das war unsere Marschroute. Wir wollten Fehler provozieren und dann ins Laufen kommen. Russell war dafür der Ausgangspunkt", bestätigte Brooks. Magic Johnson schwärmte auf Twitter:

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Lob für Ibaka

Zudem gelang MVP Kevin Durant mit 31 Punkten seine beste Ausbeute der Serie. In der Verteidigung räumte Serge Ibaka (8 Rebounds, 3 Blocks) trotz Wadenverletzung auf.

"Mit Serge können wir viel flexibler spielen und andere Sachen umsetzen. Das zahlt sich aus. Es hilft aber auch zwei solche Scorer zu haben", sagte Brooks mit einem Lächeln ( 894579 DIASHOW: Die Bilder der Conference-Finals ).

Nach zwei derben Klatschen in San Antonio kehrte der Spanier für Spiel 3 (Bericht) überraschend zurück und gab den Thunder einen Schub.

Comeback wie 2012?

Bereits 2012 hatte seine Mannschaft in den Conference-Finals gegen San Antonio aus einem 0:2 ein 4:2 gemacht, ehe es in den NBA-Endspielen gegen Miami nicht zum Titel reichte.

Für Spiel 5 in der Nacht auf Freitag (ab 3 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) geht es mit einem ähnlich Umschwung des Momentums wie damals wieder nach Texas.

"Es fühlt sich natürlich jetzt besser an, aber wir sind längst noch nicht zufrieden. Wir freuen uns auf das Spiel und wollen unbedingt den Sieg", blickte Durant schon nach vorn.

Spurs-Starter enttäuschen

Dann dürfte es deutlicher knapper werden als inSpiel 4. Ein furioser 24:12-Lauf im zweiten Viertel - abgeschlossen durch zwei Durant-Dreier - brachte Oklahoma City mit 50:36 in Front, davon erholten sich die Spurs nicht mehr.

Nach der Pause hatte der Vizemeister zwischenzeitlich 27 Punkte Rückstand. Abgesehen von Parker kam nur Landsmann Boris Diaw (14 Zähler, 10 Rebounds) auf mehr als elf Punkte.

"Wir müssen einfach besser spielen, so einfach ist das. Wir haben das ganze Jahr auf den Heimvorteil hingearbeitet jetzt müssen wir ihn verteidigen", forderte Parker.

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Zu wenig Feuer

Die Spurs fanden im Angriff nie einen Rhythmus. Bei den Flügelspielern Danny Green und Kawhi Leonard fiel nichts rein.

Tim Duncan blieb blass. Die starken Bankspieler Ginobili und Patty Mills verfehlen zusammen 13 ihrer 17 Würfe

Zudem leisteten sich die Gastgeber ganze sieben Ballverluste und machten aus jenen San Antonios 21 leichte Zähler.

"Wir waren nicht konzentriert genug und haben nur phasenweise ordentlich gespielt. Das reicht nicht", kritisierte Leonard. San Antonio bleibt die Hoffnung auf die Heimstärke.

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