Serge Ibaka stand 2012 mit den Thunder in den NBA-Finals. Die Bilder der Conference-Finals ZUM DURCHKLICKEN © getty

Die Halbfinalserie zwischen den Oklahoma City Thunder und den San Antonio Spurs ist wieder spannend - dank Serge Ibaka.

Von Eric Böhm

München - Diese Geschichten lieben sie in den USA.

Der knallharte Kämpfer kehrt in aussichtsloser Situation zurück und wird für seine Mannschaft zum Helden: Serge Ibaka hat genau das im zweiten Finale der Western Conference geschafft.

Nach zwei klaren Niederlagen gab der Spanier den Oklahoma City Thunder den Kick gegen die übermächtigen San Antonio Spurs (Bericht). In Spiel 4 (ab 3 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) will er auch ohne Training nachlegen.

Eine Verschlimmerung seiner Wadenverletzung fürchtet er nicht: "Dafür habe ich in der NBA unterschrieben. Meine Schmerzen sind Schmerzen, das interessiert nicht. Mir geht es gut. Es zählt nur der Sieg."

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Ibakas harter Weg

Das im Kongo geborene Kraftpaket hat in seinem Leben schon ganz andere Situationen gemeistert, von seiner Wade wird er sich da nicht aufhalten lassen (SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen).

In den Kriegswirren seines Heimatlandes lebte Ibaka als Jugendlicher auf der Flucht - ohne fließendes Wasser oder Elektrizität.

Seine Mutter starb, als er acht Jahre alt war, der Vater wurde inhaftiert. Mit 17 Jahren musste sich das Talent im fremden Spanien zurechtfinden. Nur drei Jahre später blockte er in den NBA-Playoffs gegen die L.A. Lakers in einem Spiel gleich sieben Würfe.

"So kennen wir Serge. Er würde dem Team alles opfern. Ich denke, er hat sich nun noch mehr Respekt verdient. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass er sich nicht umsonst so quält", sagt MVP Kevin Durant.

Schlüssel gegen die Spurs

Die ersten drei Spiele der Serie haben klargemacht, wie wichtig Ibaka für Oklahoma City ist. Trotz der beiden Topscorer Durant und Russell Westbrook ist der Europameister von 2011 der Schlüssel (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Erst seine Präsenz macht die Verteidigung konkurrenzfähig. Er hält körperlich gegen die großen Spurs mit und erschwert Tony Parker oder Manu Ginobili den Weg zum Korb.

"Das ist gegen San Antonio besonders wichtig. Kommt Parker durch, schließt er selbst ab, bezieht die großen Leute ein oder gibt raus auf die gefährlichen Schützen. Dann sind sie kaum zu stoppen", weiß Thunder-Coach Scott Brooks.

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"Ich erwarte mehr von mir"

Dazu schaffte Ibaka noch 15 Punkte - nur einmal in zuvor 13 Playoff-Partien 2014 waren ihm mehr gelungen ( 894579 DIASHOW: Die Bilder der Conference-Finals ).

"Ich habe versucht, den linken Fuß zu schonen. Deshalb konnte ich nicht so viel machen. In der Aufzeichnung sah ich ziemlich langsam aus. Ich erwarte mehr von mir", bewertet der 24-Jährige sein Comeback.

Wenn das in Spiel 3 nicht viel war, sollten sich die Spurs warm anziehen. Schon 2012 scheiterten sie in den West-Finals nach 2:0-Vorsprung noch an den Thunder.

Brooks zieht richtige Schlüsse

Ibaka hat den Thunder den Glauben und die nötige Mentalität für den Titelkampf wiedergegeben. Außerdem zog Brooks die richtigen Maßnahmen aus dem Ärmel.

Er beorderte Reggie Jackson neben Westbrook in die Startformation und verzichtete komplett auf den Schweizer Thabo Sefolosha und Nick Collison. Rookie-Center Steven Adams bekam 30 Minuten.

"Ich habe in jeden einzelnen unserer Spieler Vertrauen. Wir beherrschen viele Stilarten, am Ende sollen die fünf besten Jungs für die jeweilige Situation auf dem Court sein", pokert Brooks mit Blick auf Spiel 4.

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Duncan fordert Aggressivität

Die Spurs werden nach ihrem schwächsten Auftritt seit der dramatischen Erstrundenserie gegen Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks entsprechend reagieren.

"Wir müssen wieder aggressiver sein, Freiwürfe herausholen und sie zum reagieren zwingen. Das sind unsere Stärken", fordert Tim Duncan. Parker setzt sich nach je neun Punkten und Fahrkarten selbst unter Druck.

"Ich muss besser sein und unser Spiel ankurbeln. Das ist meine Verantwortung", betont der Spielmacher. Dank Ibaka wird die Serie doch noch zum erhofften Kracher.

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