Das Abwehrdebakel der Miami Heat im ersten Ost-Finale bei den Pacers nervt LeBron James. Der System-Fehlgriff schadet ihm.

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Von Eric Böhm

München/Indianapolis - Trotz aller Erfolge und Auszeichnungen hat LeBron James noch nicht alles erreicht.

Auch im siebten Anlauf konnte der Superstar der Miami Heat den Auftakt einer Playoff-Serie auswärts nicht gewinnen. Richtig nervte ihn aber die Art und Weise der klaren 96:107-Schlappe bei den Indiana Pacers (Bericht).

Tatsächlich legte der NBA-Titelverteidiger einen klassischen Fehlstart in die mit Spannung erwartete Neuauflage der Ost-Endspiele von 2013 hin - taktisch und in Sachen Einstellung (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

"Du kannst nicht eine Sache herausgreifen, in jedem Bereich fehlte etwas. Wir hatten defensiv in vielen Situationen Totalausfälle, da schließe ich mich mit ein. So geht es nicht", analysierte James.

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Defensiv fehlt Heat alles

Für die Verhältnisse des viermaligen MVP ist das schon eine alarmierende Aussage. Miami war schlicht nicht bereit für das seit Monaten avisierte Gipfeltreffen der Eastern Conference (SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen).

In der Tat ließ die sorglose Abwehr den bisher keineswegs furchteinflößenden Angriff der Pacers wie das Showtime-Feuerwerk der L.A. Lakers aus den 80er Jahren wirken.

"Es schien, als könnten sie immer mühelos punkten. Unsere Verteidigung war inakzeptabel", gestand Chris Bosh dem "Miami Herald".

Spoelstra greift daneben

Der Forward hatte allen Grund zur Selbstkritik. Dem brachialen Duo David West und Roy Hibbert war er unter den Körben nie gewachsen und verlegte sich auf erfolglose Dreier.

Dazu trug allerdings auch ein taktsicher Fehlgriff von Coach Erik Spoelstra bei. Statt mit der zuletzt gegen Brooklyn erprobten Formation zu beginnen, baute er Shane Battier ein und ließ James als Power Forward neben Bosh beginnen ( 894579 DIASHOW: Die Bilder der Conference-Finals ).

"Natürlich haben sie physisch sehr starke Leute im Frontcourt. Um damit klarzukommen, braucht es ein funktionierendes Team, das sich gegenseitig hilft", sagte James.

James seiner Stärken beraubt

Deutlicher wird sich der stolze "King" öffentlich nie über mangelnde Unterstützung oder seine Rolle beklagen. Speziell gegen die Pacers überrascht diese Variante, denn damit wird den kraftvollen Pacers in die Karten gespielt (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

West und Hibbert nutzten ihre Überlegenheit, Paul George und George Hill bekamen Raum für ihre Würfe von draußen.

Für Spiel 2 in der Nacht auf Mittwoch (ab 2.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) wird sich Spoelstra einen neuen Kniff überlegen müssen. Der Small Ball ging schon 2011 in den Finals gegen Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks daneben.

James kann zwar jede Position auf dem Court verteidigen, der Job gegen West raubt ihm aber auch Energie für den Angriff. Zu oft nahm er Distanzwürfe, statt aggressiv zum Korb zu gehen. Außerdem profitiert Pacer George:

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Altes Phänomen

Kaum Freiwürfe, ganze zwei Rebounds durch Bosh und der rätselhafte Auftritt von Point Guard Mario Chalmers - inklusive des unsportlichen Fouls an C.J. Watson - untermauern aber auch den mangelnden Einsatz einiger Heat-Akteure.

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Vielleicht ist daran aber auch ein altbekanntes Phänomen schuld. Seit dem Beginn der Ära "Miami Thrice" im Sommer 2010 taten sie sich schon öfter schwer, nach leichten Erfolgen den Schalter wieder umzulegen.

Zum fünften Mal verloren sie nun den Auftakt, alle vier Serien zuvor gewannen sie noch - dreimal sogar mit vier Siegen hintereinander.

"Wir sind ein selbstbewusstes Team. Wir haken solche Spiele schnell ab, weil wir wissen, was falsch gelaufen ist. Wir ziehen immer die nötigen Schlüsse", erklärte Dwyane Wade.

Wade trumpft auf

Das Heat-Urgestein ist gleichzeitig das positivste Zeichen in Richtung "Threepeat". Trotz der engen Bewachung von Lance Stephenson legte Wade als Topscorer mit einer Wurfquote von 66 Prozent eine Topleistung hin.

Von den chronischen Knieproblemen, die Stephenson nach eigener Aussage verschlimmern wollte, war nichts zu sehen.

"The Flash" könnte nach den kurzen Serien gegen Charlotte und Brooklyn in der heißen Saisonphase zum großen Trumpf werden. Für Panik ist es beim Meister also noch deutlich zu früh.

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