Die Clippers scheitern einmal mehr an Fehlern und Skandalen, Paul ist am Boden. Der Rechtsstreit mit Sterling geht weiter.

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Von Florian Pertsch

München - Es hätte für die Los Angeles Clippers alles so großartig werden können (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Der Stadtrivale Lakers am Boden, mit 57 Siegen (25 Niederlagen) selbst die beste Saison der Klubgeschichte gespielt.

Headcoach Doc Rivers hatte mit Chris Paul und DeAndre Jordan ein Team am Start, dass sogar Hardcore-Lakers-Fan Jack Nicholson zu einer Playoff-Partie in die erste Reihe lockte.

Sterling torpediert Clippers-Saison

Doch einmal mehr stellten sich Clippers wieder selber ein Bein (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Die Rassismus-Affäre um Besitzer Donald Sterling torpedierte die Erfolgsgeschichte in Rot, Weiß und Blau. Konnten sich die Clippers gegen Golden State noch über sieben Spiele in die zweite Runde retten, war gegen die Oklahoma City Thunder kein Kraut gewachsen.

MVP Kevin Durant lieferte mit 39 Punkten und 16 Rebounds erneut eine Gala ab (Bericht) und beendete die bittere Clippers-Postseason mit dem 104:98 für OKC in Spiel sechs.

Aus Lob-City wurde Sob-City ? die Stadt der Ernüchterten.

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"Die Stimmung in der Kabine war ziemlich mies", erklärte Rivers: "Für mich als ihr Anführer war das ein harter Anblick. Ich hätte gern mehr für meine Spieler getan."

In der Tat ist die Enttäuschung groß, endlich hätten die Clippers ihr Verlierer-Image der letzten Jahrzehnte sportlich loswerden können.

Denn in 44-Jahren NBA-Zugehörigkeit packten die Clippers nur zehnmal die Playoffs, weiter als über das Conference-Halbfinale ging es dabei nie.

Doch wie so oft in den entscheidenden Momenten, versagten der Show-Truppe aus Los Angeles die Nerven SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen.

Paul und Griffin enttäuschen

Chris Paul unterliefen in der Schlussphase haarsträubende Fehlpässe, Blake Griffin musste mit seinem sechsten Foul im letzten Spiel der Saison schon frühzeitig auf die Bank.

Und wenn man kein Glück hat, dann kommt meistens auch noch Pech dazu.

Wie in Spiel fünf, als die Schiedsrichter die Partie gnadenlos verpfiffen hatten und Coach Rivers für seinen Tobsuchtsanfall mit 25.000 Dollar Strafe belegt wurde ( 887073 DIASHOW: Die Bilder der 2. Playoff-Runde ).

"Diese Niederlage wird noch lange weh tun", erklärte ein am Boden zerstörter CP3: "Wir hätten mit einer 3:2-Führung in dieses Spiel gehen müssen ? und nicht mit einem 2:3-Rückstand. Das wird ein sehr langer Sommer, das kann ich euch sagen."

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Es war nicht die einzige fragwürdige Entscheidung gegen die Clippers in dieser Playoff-Saison und so addiert sich eigene Unfähigkeit plus Pech zum üblichen Credo: Die Clippers bringen es einfach nicht!

Was wird also nun aus einem Team, das wie Ikarus durch die NBA-Stadien dieser Saison geflogen ist und nun in einem Feuerball aus Skandalen und Fehlern knallhart auf dem Parkett zerschellt ist?

Sportlich ist Saison jetzt zwar vorbei, doch Ruhe kehrt damit noch lange nicht bei den Clippers ein.

Der Rechtsstreit mit Sterling geht in die nächste Runde, denn wie bekannt wurde, will der 80-Jährige die 2,5 Millionen Dollar Strafe an die NBA nicht bezahlen.

Sterlings Anwalt Matthew Blecher teilte der NBA nach Angaben der Zeitschrift "Sports Illustrated" in einem Brief mit, dass der 80-Jährige die lebenslange Sperre und die Geldstrafe nicht akzeptieren werde.

"Sanktion entbehrt jeder Berechtigung"

"Die Sanktion entbehrt jeder Berechtigung", sagte Blecher. In den USA sind derartige Briefe zumeist Vorläufer von Klagen bei Zivilgerichten.

Laut "Sports Illustrated" betont Blecher in seinem Brief weiter, dass Sterling durch seine aufsehenerregenden Aussagen gegen keinerlei Statuten der NBA verstoßen hätte.

Vom Ausgang des Rechtsstreits hängt auch maßgeblich ab, wie es mit den Spielern und Trainer Rivers weitergeht.

Die zeitliche Komponente des Falls ist dabei ein extrem wichtiger Faktor, denn was vielen nicht bewusst ist.

Die Spieler lassen sich nicht mit einer mittelfristigen Lösung abspeisen, sie wollen Sterling jetzt los werden.

Gibt es zum Saisonstart 2014/15 keine Lösung, ein Boykott der Clippers-Spieler wäre die wahrscheinliche Konsequenz.

Es wäre die Krönung einer Saison, die wie ein Traum begonnen hatte und in einem Albtraum endete ? irgendwie typisch Clippers eben?

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