Die Clippers verzocken in West-Halbfinale 5 gegen Oklahoma City und Russell Westbrook den Sieg. Marcin Gortat zerlegt die Pacers.

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Von Eric Böhm

München - Russell Westbrook und die Schiedsrichter haben den Oklahoma City Thunder einen unfassbaren Comeback-Erfolg beschert.

Mit 105:104 (52:58) bezwang der Finalist von 2012 die Los Angeles Clippers, obwohl die Gäste vier Minuten vor Schluss noch mit 13 Punkten führten (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Weil MVP Kevin Durant trotz 27 Punkten und zehn Rebounds mit nur sechs Treffern bei 22 Würfen einen schwächeren Tag erlebte, sprang Westbrook eindrucksvoll ein.

"Ich war von Anfang an im Angriffsmodus. Ich war noch immer sauer, weil ich am Ende von Spiel 4 das Ding nicht getroffen habe. Wir haben zusammengehalten und sind zurückgekommen", bilanzierte der Point Guard.

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Kontroverses Ende um Westbrook und Paul

Westbrook gelangen 38 Zähler, sechs Assists und drei Steals. Zudem versenkte er sechs Sekunden vor dem Ende die drei entscheidenden Freiwürfe. SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen

Der vorausgegangene Foulpfiff gegen Clipper Chris Paul (17 Punkte, 14 Assists) war aber ebenso fragwürdig, wie nicht gegebene Fouls kurz davor - und bei der letzten Aktion jeweils gegen Paul (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Trotz Kontakts ließen die Schiedsrichter nach Ballverlusten des All-Stars weiterlaufen. "Ich wurde gefoult", betonte Westbrook.

Doc Rivers rastet aus

Speziell die nach Studium der Zeitlupe wohl falsche Einwurf-Entscheidung vor Pauls minimalem Kontakt bei dem Dreierversuch durch Westbrook erzürnte die Clippers.

"Wir wurden beraubt. Das könnte eine entscheidende Aktion der gesamten Serie sein. So etwas ist nicht gut", wetterte Coach Doc Rivers.

Selbst nach dem Videobeweis blieben die Referees bei ihrer umstrittenen Entscheidung. Erfahrungsgemäß droht Rivers eine Geldstrafe für seinen Ausbruch.

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Paul nimmt Schuld auf sich

So konnten sich die Thunder über das 3:2 in der Best-of-Seven-Serie sowie einen wichtigen Schritt in Richtung Finals der Western Conference freuen (Spiel 6, Fr., ab 4.30 Uhr LIVESCORES).

"Ich war geschockt. Der Videobeweis ist egal, wir hätten es gar nicht so weit kommen lassen dürfen. Alles was am Ende passiert ist, geht auf meine Kappe", übte Paul Selbstkritik.

Trotz der Kontroverse wurde OKC für seine Moral belohnt. Immer wieder kämpften sie sich heran ( 887073 DIASHOW: Die Bilder der 2. Playoff-Runde ).

Nächstes Herzschlagfinale

Im ersten Viertel lagen sie schon mit 15 Punkten hinten. Nach Jamal Crawfords Dreier-Schlusspunkt unter einen 11:0-Lauf stand es im letzten Abschnitt aber plötzlich 101:88 für die Clippers.

"Ich bin sehr stolz auf dieses Team. Wir spielen immer bis zur letzten Sekunde und suchen keine Entschuldigungen. Wir kämpfen uns durch alles durch", lobte Thunder-Trainer Scott Brooks.

Sieben von zwölf Playoff-Spielen seine Mannschaft wurden mit sechs Punkten oder weniger entschieden, vier gingen in die Overtime, fünfmal kam es auf die letzte Aktion an.

Lob für Westbrook

In dieser Serie wird Westbrook immer mehr zum "Go-to-Guy". Im Durchschnitt markiert er fast 30 Punkte, sieben Rebounds und sieben Assists. Sein aggressiver Zug zum Korb stellt L.A. vor große Probleme.

"Er ist angriffslustig und furchtlos. Er ist ein Gewinner, der im Training genauso viel Gas gibt wie im Spiel", schwärmte Brooks.

Blake Griffin war dank 24 Punkten und 17 Rebounds der überragende Akteur der Clippers, die nun zwei Siege in Folge benötigen. "Wir werden bereit sein", versprach der schäumende Rivers.

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SPORT1 blickt auf ein weiteres Zweitrundenduell der NBA-Playoffs:

Indiana Pacers - Washington Wizards 79:102

Die Indiana Pacers bleiben positiv wie negativ unberechenbar. Beim klaren 79:102 (38:45) gegen die Washington Wizards vergaben sie stümperhaft ihre erste Chance auf die Ost-Finals.

Stattdessen spazierten die Wizards dank eines herausragenden dritten Viertels (31:14) zum 2:3 in der Best-of-Seven-Serie.

"Wir waren überhaupt nicht da. Wir dachten vielleicht, sie würden sich einfach ergeben, wenn wir nur auftauchen", ärgerte sich Forward David West.

Er war mit 17 Punkte und sechs Rebounds war noch der beste Pacer bei der zweithöchsten Playoff-Heimniederlage der Teamgeschichte - 2005 setzte es ein 79:110 gegen Boston.

Unfassbare Rebound-Bilanz

Der polnische Center Marcin Gortat überragte mit 31 Punkten und 16 Rebounds.

Der einstige Deutschland-Legionär vergab lediglich zwei seiner 15 Würfe. Point Guard John Wall setzte mit 27 Zählern eine neue persönliche Playoff-Bestmarke.

"Wir haben nichts zu verlieren und spielen einfach, als wäre es das letzte Spiel der Saison. Die zweite Hälfte hat richtig Spaß gemacht", sagte Gortat.

Die Wizards hatten einen unglaublichen 62:23-Vorteil bei den Rebounds und verdienten sich die Chance, daheim ein entscheidendes siebtes Spiel zu erzwingen.

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