LeBron James untermauert mit der 49-Punkte-Gala seinen Status als NBA-Dominator. Heat-Coach Erik Spoelstra gehen die Wörter aus.

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Von Eric Böhm

München - Solche Momente erinnern an Michael Jordan.

Mit einem spektakulär einhändigen Dunking hatte LeBron James sogar kurzfristig die wenig zimperlichen New Yorker Fans in ehrwürdiges Staunen versetzt. Manchmal lässt sich eben selbst der größte Heat-Hasser von der Extraklasse des Miami-Stars mitreißen.

An diesem Abend war es wieder einmal so weit. James führte sein Team mit 49 Punkten zum 3:1 in der Playoff-Serie gegen die Nets und damit so gut wie in die vierten Finals der Eastern Conference hintereinander (Bericht).

Coach Erik Spoelstra gingen neben den Superlativen auch die Adjektive aus, um seinen Superstar zu beschreiben. Am Ende entschied er sich nach der 43-minütigen Show für "unermüdbar" - der unumstrittene "King" der NBA sprengte erneut alle Maßstäbe (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

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James legt noch einmal zu

James erzielte in Spiel 4 unglaubliche 48 Prozent aller Heat-Punkte, eine ähnliche Quote bei dreistelliger Ausbeute gab es seit 13 Jahren nicht mehr. SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen

Seit dem an Kevin Durant verlorenen MVP-Titel und dem eher schwachen Ausklang der regulären Saison hat der 29-Jährige auf seinen Leistungszenit noch einmal etwas draufgepackt.

Der Punkteschnitt von 30,1, die Wurfquote (fast 58 Prozent), aber noch mehr die zahllosen Aktionen mit dem "Wow"-Faktor zeigen, dass es seine Playoffs sind.

"Deshalb ist er der beste Spieler der Welt. Du musst ihm gar nichts sagen. Er weiß genau, was die Mannschaft von ihm braucht", bediente sich Spoelstra wieder konventioneller Wörter.

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Schallmauer knapp verpasst

Durch das siebte Playoff-Spiel mit mindestens 45 Punkten liegt er nur noch eines hinter Wilt Chamberlain, 15 sind es bis zum großen "Air" Jordan (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Seine Ausnahmestellung bewies, dass er selbst damit noch leicht unzufrieden war. "Mir ist die historische Bedeutung bewusst. 50 Punkte in den Playoffs wären ein Spaß gewesen. Ich bin ein bisschen enttäuscht von mir", sagte James mit einem Lächeln.

Seine seit jeher bei Gegnern gefürchtete Athletik und Dynamik wird nur durch die einzigartigen Basketball-Instinkte übertroffen.

Siegtreffer von Bosh vorausgeahnt

Was ihm früher manchmal als mentale Schwäche im von Ego-Stars besessenen US Sport ausgelegt wurde, ist dabei eine unterschätzte Qualität.

Denn James scheut sich nie, dem besser postierten Mitspieler den wichtigsten Wurf zu überlassen. So war es auch diesmal in Brooklyn. Über die Zwischenstation Mario Chalmers kam der Ball zu Chris Bosh, der den siegbringenden Dreier versenkte ( 887073 DIASHOW: Die Bilder der 2. Playoff-Runde ).

"Als KG (Kevin Garnett, Anm. der Red.) von CB wegging, wusste ich schon, was passieren würde. Ich habe gelesen, dass er den Ball bekommen würde", bestätigte LBJ.

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Mentale Stärke und IQ

Nicht viele Spieler hätten an so einem Abend der Versuchung wiederstanden, die Entscheidung selbst zu suchen.

"Die Leute sprechen immer über meinen Basketball-IQ. Vielleicht sehe ich im Spiel einfach mehr als andere Jungs", meinte James.

Der viermalige MVP und zehnmalige All-Star hat diese mentale Stärke, die seit Beginn der Playoffs auch den Titelverteidiger wieder auszeichnet.

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Zahlen sprechen für Heat

Auf der Mission "Threepeat" gab es bisher in zwei Serien und acht Spielen nur den kleinen Ausrutscher, als Brooklyn mit 15 Dreiern einen Glanztag erwischte.

In den Playoffs reagierten die Heat zum zehnten Mal in Folge siegreich auf einen Niederlage. Mit einem 3:1 im Rücken gewannen sie zudem in der Ära der "Big Three" alle sechs Serien bereits in Spiel 5 (Do., ab 1 Uhr LIVESCORES).

"Mit einem Spieler wie LeBron sind diese Situationen natürlich deutlich komfortabler. Er weiß immer, was die Mannschaft gerade braucht", betonte Spoelstra.

Mit "Threepeat" in den Olymp

In der Tat mag Durant der wertvollste Spieler der Saison sein, James ist der dominierende dieser Epoche.

Er kann in Abwehr und Angriff jede Position übernehmen. Es gibt schlicht nichts, dass der zweimalige Olympiasieger mit einem Basketball nicht kann.

Der dritte Titel in Folge würde ihn endgültig in den NBA-Olymp um Jordan, Bill Russell oder Kobe Bryant hieven. Wer zweifelt nach einem solchen Auftritt wie in Brooklyn daran?

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