Die Bilder der 2. Playoff-Runde zum durchklicken... © getty

Ein pöbelnder Zuschauer bringt Indiana seinen dominanten Center zurück. Ex-College-Coach Thompson III gibt den Spieler-Flüsterer.

Von Florian Pertsch

München - Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

Indianas Center Roy Hibbert musste dies in den letzten Wochen schmerzlich kennenlernen (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Nach einer sensationellen ersten Saisonhälfte und der Einladung zum Allstar-Game brach der ehemalige Georgetown-Star komplett ein und erlebte in den NBA-Playoffs den bisherigen Tiefpunkt seiner Karriere.

In den ersten sechs Partien gegen die Atlanta Hawks erzielte Hibbert 24 Punkte ? insgesamt. Zweimal blieb er dabei komplett ohne Korberfolg (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Hibbert schlägt zurück

Nach einem weiteren "Salto Nullo" in Spiel eins gegen die Washington Wizards im Halbfinale der Eastern Conference meldet sich der 2,18-Meter-Riese aber wieder zurück und straft seine Kritiker Lügen.

19,6 Punkte, 7,6 Rebounds und 2,3 Blocks bringt der 27-Jährige in den letzten drei Spielen der Serie aufs Parkett und hilft den Pacers, die Führung gegen Washington auf 3-1 auszubauen.

Nach dem 95:92-Sieg in Spiel vier erklärte Hibbert, was zu der Leistungsförderung geführt hat. Ein Zuschauer soll auf sehr deutlich Art die Spielweise des Centers "analysiert" haben ( 887073 DIASHOW: Die Bilder der 2. Playoff-Runde ).

Fan-Schelte weckt Hibbert auf

"Er hat mich wirklich aufgeweckt", schilderte Hibbert den Vorfall: "Ich bin aber ein sehr gläubiger Mensch und werde die obszönen Worte, die der Fan verwendet hat, sicher nicht wiederholen."

Es war nicht der einzige derbe Kommentar, den sich Hibbert in den letzten Wochen gefallen lassen musste.

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Etwas wärmere Worte fand sicher sein ehemaliger College-Trainer John Thompson III, der Hibbert von einem schwächlichen Freshman, der nicht mal eine Liegestütze hinbekam, zum NBA-Center formte.

Thompson beschloss nach dem desaströsen Spiel eins gegen Washington nach Indiana zu reisen, um Hibbert eine kleine Seelenmassage zu verpassen.

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"Ich wollte mich mit Roy einfach nur mal in Ruhe hinsetzen und ihn mit meinen Worten daran erinnern, dass er einfach er selbst bleiben soll", erklärte JT III ? und die Worte zeigten Wirkung.

In Spiel zwei lieferte Hibbert seine beste Leistung in den Playoffs ab und brachte es auf 28 Punkte und neun Rebounds.

"Er hat mir in den Playoffs viele Tipps gegeben, dafür bin ich ihm sehr dankbar", schilderte der Big Man die Unterstützung Thompsons: "Er ist immer noch ein wichtiger Teil meines Lebens."

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Durch die Leistungsexplosion traten endlich auch die üblen Gerüchte, dass Superstar Paul George angeblich eine Affäre mit Hibberts Freundin hatte, in den Hintergrund.

Kurz vor Spiel demonstrierten George, Hibbert und George Hill Geschlossenheit und posteten ein Foto eines Angeltrips mit der Textzeile: "Diese Gerüchte müssen endlich aufhören. Das ist alter Kram. #Brüder."

Klatsch und Tratsch ausgeblendet

Hibbert selbst versucht, den Klatsch und Tratsch auszublenden und gibt den Fans stattdessen ein Versprechen.

"Ich habe vor allem in der zweiten Hälfte der Saison zu viele Ausreden gesucht", analysiert "The Big Stiff" (übersetzt: Der große Unbewegliche): "Ich nehme mein Schicksal wieder selber in die Hand, und die Fans werden wieder den alten Roy Hibbert sehen."

Gesagt getan, dieses Versprechen hat er in den letzten drei Partien eingelöst und macht den Pacers-Fans große Hoffnung.

Denn wie verkündet Hibbert in einem NBA-Werbespot bei einem Besuch in einer Grundschule.

"Mein Traum ist es, eine NBA-Meisterschaft zu gewinnen."

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