Paul Pierce und Kevin Garnett (v.r.) holten 2008 mit Boston den NBA-Titel. Die Bilder der 2. Playoff-Runde ZUM DURCHKLICKEN © getty

Die Nets rufen Spiel 3 gegen Meister Miami zum "Must-Win" aus. Kidd stärkt Williams. Hat Garnett eine Trotzreaktion im Tank?

Von Eric Böhm

München - So hatte sich das Michael Prochorow sicher nicht vorgestellt.

Der russische Milliardär und Eigentümer der Brooklyn Nets wollte den Miami Heat den Status des hippen Starensembles und den Meistertitel abjagen, aber seinem 180-Millionen-Dollar-Spielzeug geht im falschen Moment das Benzin aus.

Nach zwei ernüchternden Pleiten in Miami muss Spiel 3 (ab 2 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) im heimischen Barclays Center unbedingt gewonnen werden, denn ein 0:3 holte noch kein NBA-Team auf.

"Es ist ein 'Must-Win' für uns. Wir müssen endlich unseren Basketball spielen. Ein 0:3 wäre gegen diese Jungs tödlich", spricht Deron Williams die offensichtliche Wahrheit aus.

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Williams hat etwas gutzumachen

Die große Frage ist: Wie kann Brooklyn noch einmal in diese Serie zurückkommen? Miami hat schließlich seit Juni 2013 kein Playoff-Spiel mehr verloren (BERICHT: James und die Pokerstars sind zurück). Antwort: Die Millionenmänner müssen endlich auftauchen.

Nicht zuletzt Williams ist nach seiner peinlichen Nullnummer aus Spiel 2 und der folgenden Twitter-Häme gefordert. SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen

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"Er ist für uns der wichtigste Spieler. Wenn er aggressiv ist, läuft unser Spiel. Ich denke, er wird eine Reaktion zeigen", sagt Joe Johnson.

Kidd stellt sich vor D-Will

Tatsächlich kam D-Will bei den fünf Playoff-Niederlagen der Nets im Schnitt nur auf 10,6 Punkte, bei den vier Siegen waren es 20,5 (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Als 100-Millionen-Spielmacher und ehemaliger All-Star muss er Mario Chalmers oder Norris Cole dominieren, sonst hat Miami leichtes Spiel.

Allerdings konnte bisher auch Coach Jason Kidd dem hochbegabten Guard keine Konstanz einimpfen. "Ich mache mir um ihn keine Sorgen. Er hat sich seine Möglichkeiten erarbeitet, sie werden wieder reingehen", stärkt Kidd den 29-Jährigen.

Kirilenko kein Faktor

D-Will ist aber vor dem wichtigsten Spiel der Nets seit ihrer Ankunft aus der Versenkung New Jerseys nicht das einzige Sorgenkind (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Auf den Russen Andrei Kirilenko - vermeintlich der beste Verteidiger gegen Heat-Superstar LeBron James - verzichtete Kidd in Spiel 2 komplett. Nicht das er sich vorher empfohlen hätte.

Aber selbst zwei abgezockte Ex-Meister sind gegen den ungeliebten Titelverteidiger bisher meilenweit von alter Klasse entfernt.

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Garnett am Ende?

Während Paul Pierce in Spiel 2 wenigstens James noch recht ordentlich verteidigte, scheint Kevin Garnett nun endgültig die Zeit einzuholen ( 887073 DIASHOW: Die Bilder der 2. Playoff-Runde ).

Ray Allen ist der mit Abstand beste Ex-Celtic in der Serie. Er wirkt im Vergleich zu Garnett jugendlich frisch. Bei KG ist dagegen der Geist willig - zu besichtigen während der Auszeiten - aber das Fleisch zollt den Jahren Tribut.

In Spiel 1 blieb der 37-Jährige zum ersten Mal in 139 Playoff-Partien ohne Punkt. Noch schlimmer war, dass die Heat für ihn Entschuldigungen suchten. Auch die gezielte Schonung während der Saison half nicht viel.

"Ich bin nicht zufrieden mit mir. Ich versuche, verzweifelt in einen Rhythmus zu kommen, aber es ist ein einziger Kampf", sagt Garnett.

Brooklyn muss Bretter kontrollieren

Abschreiben sollte man ihn allerdings noch nicht. Kritik und Zweifel von außen beantwortete der 15-malige All-Star schließlich schon oft mit Topleistungen - erst Recht mit dem Rücken zur Wand.

Besonders an den Brettern ist sein Kampfgeist gefragt. Brooklyn muss die Heat besser vom eigenen Brett fernhalten. Die 100-Sekunden-Sequenz mit drei Offensiv-Rebounds entschied Spiel 2.

"Es gibt jetzt keinen Spielraum mehr. Wir müssen alles mobilisieren, um im Rennen zu bleiben. Die Serie ist noch nicht vorbei", betont Johnson. In diesen Momenten werden die großen Schecks verdient.

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