Während sich der Rest durch Hammer-Serien quält, trumpfen die Miami Heat in Meisterform auf und setzt auf Retro-Studien.

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Von Eric Böhm

München - Da hat sich LeBron James wohl etwas abgeschaut.

Der Superstar spielt in dem Film "Trainwreck" über seine Schulzeit eine Gastrolle, die schauspielerische Leistung seiner Miami Heat in der regulären Saison kann sich aber auch sehen lassen (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Was wurde nicht alles über den NBA-Meister während der regulären Saison gesagt und geschrieben: zerstrittene Stars, zu alt, zu weich. In den Playoffs läuft es aber plötzlich wieder

Gegen Brooklyn (Bericht) blieb Miami auch im sechsten Spiel der diesjährigen NBA-Playoffs ungeschlagen. Während sich die Kontrahenten beinharte Serien liefern, cruisen James und Co. und schonen wertvolle Kräfte.

"Wir sind wieder da. Es ist großartig, wieder den alten Rhythmus zu haben. Es läuft sehr gut. Wir bestimmen unser Schicksal", sagt James.

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Heat haken mieses Frühjahr ab

Waren der miese Frühling mit 14 Pleiten in den finalen 25 Saisonspielen und die Gerüchte über atmosphärische Störungen sowie Dwyane Wades kaputte Knie also nur eine geschickte Pokerpartie? SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen

Es sieht momentan danach aus. Der Aufgalopp gegen die jungen Charlotte Bobcats wurde souverän absolviert, aber vor allem die Art und Weise gegen die unltraerfahrenen Nets beeindruckt (Spiel 3, So., ab 2 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Dabei überzeugt längst nicht nur James - wie über weite Strecken der Saison. "Wir spielen richtig guten Teambasketball", bestätigt Coach Erik Spoelstra.

Allen ist in Jungbrunnen gefallen

Plötzlich wirbelt Wade wie zu besten Tagen, Chris Bosh riegelt mit harter Defense die Zone ab und Ray Allen scheint am "Benjamin-Button"-Syndrom erkrankt zu sein.

Der Veteran wird scheinbar von Spiel zu Spiel jünger - nicht nur die acht Rebounds in Spiel 2 sprechen dafür (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Sein Dreier-Händchen ist gerade rechtzeitig wieder da. In den zwei Spielen gegen Brooklyn erzielte er mehr Punkte als seine alten Celtics-Kollegen Paul Pierce und Kevin Garnett zusammen (32:25). Dafür opferte der "King" sicher gern die MVP-Trophäe.

"Ray ist unglaublich. Wenn ich erwachsen bin, will ich so sein wie er", witzelt Bosh im "Miami Herald". In diesem Team stimmt es auch zwischenmenschlich wieder.

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Weniger Spiele als Trumpf

Auf dem Weg in die NBA-Finals werden auch die wenigen Spiele zum riesigen Vorteil. Schließlich bekommen so die älteren (Allen, Shane Battier) und anfälligen Heat-Akteure (Wade) mehr Pausen ( 887073 DIASHOW: Die Bilder der 2. Playoff-Runde ).

Während die Konkurrenz in Ost und West schon bis zu neun kraftraubende Partien - oftmals mit Verlängerung - auf dem Tacho hat, gewann Miami nur eines seiner sechs Spiele nicht zweistellig.

"Wir leben diesen Rhythmus. Die Jungs haben alles schon erlebt und können sich optimal regenerieren. Unsere Vielseitigkeit ist aber der größte Trumpf", betont Spoelstra.

Verteidigung deutlich stärker

In der Tat ist von den Abwehrschwächen während der Saison nichts mehr zu sehen. Neben James, der jede Position verteidigen kann, hauen sich auch die Rollenspieler richtig rein.

Point Guard Norris Cole hielt beispielsweise All-Star Deron Williams in Spiel 2 ohne jeden Punkt. Die laut James "frustrierende reguläre Saison" ist auch angesichts der Probleme des großen Ost-Kontrahenten Indiana nur noch eine vage Erinnerung.

Die neue, alte Dominanz wurde besonders in der 100 Sekunden langen Sequenz mit vier Offensiv-Rebounds deutlich, die Spiel 2 entschied.

Alte Spiele als Motivation

Die Heat bestreiten natürlich eine reguläre Saison mit angezogener Handbremse. Neben endlich abgeschüttelten Verletzungssorgen preisen sie ein originelles Erfolgsrezept an.

Das Studium von legendären Playoff-Schlachten der 80er und 90er hätte dem Team für die Mission "Threepeat" den nötigen Kick gegeben.

Vor allem Pistons gegen Celtics und Heat gegen Knicks flimmerten mit den Hauptdarstellern Dennis Rodman, Bill Laimbeer, Alonzo Mourning oder Patrick Ewing über den Bildschirm.

"Wir schauen uns diese Spieler immer an. Sie erinnern uns daran, was wir in den Playoffs zu erwarten haben. Intensität in jeder einzelnen Situation ist entscheidend", erklärt Backup James Jones. Rodman und Co. waren aber auch keine schlechten Schauspieler.

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