Kevin Durant (M.) wird zum ersten Mal zum MVP der NBA gewählt. Die MVPs der vergangenen 25 Jahre ZUM DURCHKLICKEN © getty

Die Auszeichnung zum MVP ist die vorläufige Krönung für Kevin Durant. Er reift zum Allround-Anführer der Oklahoma City Thunder.

Von Eric Böhm

München - Selbst seine Dankesrede war eine erfrischende Ausnahme im von nichtssagenden Phrasen geprägten Spitzensport.

Die erste MVP-Trophäe hat Kevin Durant selten gezeigte Emotionen entlockt. Neben seinen Teamkollegen dankte er vor allem seiner alleinerziehenden Mutter und bezeichnete sie mit Tränen in den Augen als den "echten MVP".

Der Star der Oklahoma City Thunder ist eben nicht nur auf dem Court eine etwas andere NBA-Ikone. Allüren, Ausraster oder Extravaganzen sind ihm fremd (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

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Durant macht weiteren Sprung

Trotz aller Erfolge kommt er immer noch als der bescheidene Junge von nebenan daher und stellt den Gegenentwurf zu den schillernden Ich-AGs im NBA-Business dar.

"Ich musste mir alles im Leben erarbeiten. Niemand schenkt dir etwas, weil du sympathisch bist. Das würde auch nicht wollen. So war es auch mit dem MVP. Ich habe ihn mir verdient", sagte Durant bei der Zeremonie in Edmond, Oklahoma.

Tatsächlich hat der 25-Jährige in der abgelaufenen Saison spielerisch und charakterlich einen weiteren Sprung in seiner Entwicklung gemacht ( 82965 DIASHOW: Die MVPs der vergangenen 25 Jahre ).

Immer neue Superlative

Seit Kobe Bryant 2005/2006 knallte niemand mehr einen Schnitt von mindestens 32 Punkten pro Spiel auf das NBA-Parkett.

In seiner siebten Saison ist Durant schon zum vierten Mal Scoring-Champ. Zuletzt schaffte Allen Iverson vor 13 Jahren das Double mit dem MVP. Auch in den Playoffs brillierte er in den beiden "Do-or-Dies" gegen Memphis mit 69 Punkten.

"Er hat sich einfach über alle anderen geschoben und gezeigt, dass er der beste Spieler der Welt ist", lobte Teamkollege Russell Westbrook.

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Westbrooks Verletzung kitzelt noch mehr raus

Die Verletzungsprobleme des Point Guards machten Durants Qualitätssprung noch deutlicher. Denn ohne seinen kongenialen Partner musste "Durantula" in die Rolle des Allrounders schlüpfen. SHOP: Jetzt Basketball-Artikel kaufen

Mit 5,5 Assists und 7,4 Rebounds bewies er als Alleinunterhalter seine Allrounder-Qualitäten und hievte die Thunder zu 59 Siegen und Rang zwei in der ultraharten Western Conference.

"Er hat es in jedem Fall verdient. Er ist von Jahr zu Jahr reifer geworden", schwärmte selbst der entthronte Kontrahent LeBron James (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

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Lob vom Coach

Bereits zum vierten Mal besetzte das Duo die ersten beiden Ränge bei der Wahl. Damit übertrafen sie die Legenden Michael Jordan und Magic Johnson, die das dreimal geschafft hatten.

Durant sprengt im jungen Alter sämtliche Maßstäbe und gehört schon jetzt in den Olymp der ganz großen Namen. Allein im Januar markierte er viermal mindestens 46 Punkte.

Dabei wirkt der wertvollste Spieler der WM 2010 für einen Small Forward immer noch geradezu schmächtig, vereint aber auf beeindruckende Weise Dynamik und Wurfstärke aus jeder Lage.

"Kevin arbeitet jeden Tag an sich und hat sich auch in der Verteidigung immens verbessert. Wir lassen ihn sogar als Power Forward spielen, weil er sich nicht herumschubsen lässt", ergänzte sein Coach Scott Brooks.

In Jordans Sphären

Durant lieferte sogar eine statistisch bessere siebte NBA-Saison als "Air" Jordan ab. Ihn übertraf der Thunder-Kapitän auch durch unglaubliche 41 Spiele in Folge mit mindestens 25 Punkten ( 887073 DIASHOW: Die Bilder der 2. Playoff-Runde ).

Zwar sind sie Typen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, aber sie verbindet nicht nur der unbändige Ehrgeiz.

Wie Jordan musste auch Durant schon als Debütant die Hoffnungen eines gesamten Teams auf den Schultern tragen und in die Rolle des Anführers, der seine Nebenleute besser macht, hineinwachsen.

"Unser Zeugwart hat mich heute umarmt und gesagt, es sei auch sein erster MVP-Titel. So sehe ich es auch. Es ist eine Auszeichnung für uns alle", betonte Durant, dem man diese Worte auch abnimmt.

Eins hat ihm Jordan aber noch voraus: er holte in seinem siebten Jahr die Meisterschaft - dem ungewöhnlichen Star Durant ist dieser Coup heuer auch zuzutrauen.

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