Das Playoff-Aus gegen San Antonio sorgt in Dallas für ein Gefühlschaos. Das Lob ist groß, Nowitzki kann darauf verzichten.

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Von Florian Pertsch

München - Die Experten-Meinung vor dem Duell San Antonio gegen die Dallas Mavericks war deutlich.

Das Team von Dirk Nowitzki, als Achter der Western Conference gerade so für die NBA-Playoffs qualifiziert, würde gegen die ultraerfahrenen Spurs sein blaues Wunder erleben.

Sechs Spiele wurden den Mavs im allerbesten und gnädigsten Fall zugetraut (DATENCENTER: Alle Playoff-Ergebnisse).

Es sollte anders kommen - und auch wieder nicht (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Dallas nicht konstant genug

Dallas zwang das Team von Trainer Gregg Popovich mit teils starkem Team-Basketball in ein Spiel sieben und versagte im entscheidenden Moment (Kommentar).

96:119 ging Dallas gegen San Antonio unter und lieferte mit der Spurs-Serie ein Spiegelbild der Saison ab (Bericht).

Theoretisch zu allem fähig, doch im Ernstfall instabiler als ein Kartenhaus bei Windstärke 10.

Das Fazit von Trainer Rick Carlisle fiel trotz der bitteren Pleite dennoch positiv aus.

Positives Fazit

"Wir sind enttäuscht, aber wir sind bestürzt", erklärte der Meistertrainer von 2011: "Wenn man von Anfang an überrollt wird, ist es sehr schwer, dran zu bleiben. San Antonio hat sein bestes Spiel gemacht."

Auch Monta Ellis, der Dallas mit 29 Punkten in Spiel sechs trug, wollte die Saison nicht negativ werten.

"Vom ersten Tag an hat niemand einen Pfifferling auf uns gesetzt. Doch wir haben das beste Team der NBA ins entscheidende Spiel gezwungen", zeigte sich Ellis stolz: "Es hat sich wie ein Spiel um die Meisterschaft angefühlt. Das war eine großartige Erfahrung und alle haben mitgezogen."

Mavs-Brecher DeJuan Blair feierte die Serie und die Spurs:

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Bei Nowitzki, zusammen mit Shawn Marion der letzte Spieler des Meisterteams, wollte sich dieser Stolz noch nicht so recht einstellen (SERVICE: Der SPORT1 Nowitzki-Watch).

Zu schmerzhaft war das Ausscheiden gegen den alten Rivalen San Antonio, zu groß war die verschenkte Chance auf eine Sensation.

"Vielleicht bin ich in ein paar Tagen stolz auf unsere Leistung. Jetzt schmerzt es einfach nur sehr", erklärte der Würzburger: "Wir haben das beste Team der regulären Saison hart arbeiten lassen, doch am Ende war unser Tank einfach nur leer."

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Ein leerer Tank also, verständlich bei vielen Leistungsträgern über 30 Jahren.

Nowitzki wird im Juni 36, Vince Carter ist 37 und Shawn Marion wird am 7. Mai 36 Jahre alt. Dazu noch Samuel Dalembert und Jose Calderon mit 32 Lenzen.

Doch Moment, auch San Antonio verlässt sich im Kern der Mannschaft auf erfahrene Recken ( 878128 DIASHOW: Die Bilder der 1. Playoff-Runde ).

Titelhunger San Antonios größer

Tim Duncan (38), Tony Parker (31) und Manu Ginobili (36) haben das Prädikat Routinier ebenfalls verdient, doch der Unterschied zu den Mavs ist die größere Playoff-Erfahrung und ? aus Sicht der Mavs viel verheerender ? der größere Wille.

So hechtete Duncan in Spiel sieben einem Ball über die Auslinie hinterher und führte den Mavs vor, was es wirklich bedeutet Titelhunger zu besitzen.

Dabei sah es zu Beginn des Texas Derbys tatsächlich danach aus, als ob Trainer Carlisle im Duell mit San Antonios Popovich tatsächlich die Nase vorne haben würde.

"Die Spiele, die wir hätten gewinnen klauen können, waren Spiel 1 und 4", fasste Nowitzki die verpasste Chance zusammen.

Spurs teilen sich die Kräfte ein

Vor allem das verlorene Heimspiel (89:93) wurde den Mavericks zum Verhängnis und lässt einen nachdenklichen Nowitzki zurück.

"Es ist schrecklich. Ich kann noch gar nicht fassen, dass unsere Saison vorbei ist", gestand "Dirkules": "Am Anfang der Serie dachte ich, San Antonio hat wirklich Probleme, doch mit jedem Spiel mehr kamen sie besser ins Rollen."

Vielleicht teilten sich die Spurs ihren Tank einfach ein bisschen besser ein und nutzten die große Playoff-Erfahrung sinnvoller.

Letztlich scheiterte Dallas an den gleichen Problemen, die auch ein besseres Abschneiden in der Regular Season verhinderte.

Erinnerung an 2011

Wenig Nervenstärke, eine zu schwache Abwehr und in den entscheidenden Momenten keinen Anführer neben Nowitzki trüben die eigentlich solide Saison der Texaner.

"Wir wollten die Playoffs packen, und dieses Ziel haben wir erreicht", fasste Nowitzki das Jahr zusammen.

Und so bleibt den Mavericks einmal mehr nichts anderes übrig, als 2014/15 einen neuen Anlauf zu starten und bis dahin von den Erfolgen der Vergangenheit zu zehren.

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