Das Playoff-Aus der Dallas Mavericks ist sinnbildlich für die ganze Saison. Nowitzkis Zukunftsaussichten sind bescheiden.

Vor Spiel 7 der NBA-Playoff-Serie gegen die San Antonio Spurs hatte Mavericks-Routinier Vince Carter angekündigt: "Die Mavs sind bereit, die Welt zu schockieren".

Auf ein gewisse Art und Weise ist ihnen das auch gelungen.

Denn die Partie war für Dallas nach fünf Minuten im zweiten Viertel so gut wie gelaufen. 27:53 stand auf der Anzeigetafel im AT Center.

Die Probleme der Mavericks offenbarten sich beim entscheidenden Showdown gnadenlos (Bericht).

Coach Carlisles defensives Konzept, in den ersten Partien noch hochgelobt, lief in Spiel sieben ins Leere, die Offensive blieb bis auf Nowitzki blass.

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Spurs-Trainer Gregg Popovich fand eine Lösung, um Dallas' Verteidigung ein ums andere Mal in Verlegenheit zu bringen: Die Lösung hieß Tony Parker.

Der 31-jährige Franzose zerlegte die Mavericks zusammen mit den Oldies Manu Ginobili (36) und Tim Duncan (38) nach Strich und Faden.

Popovich entschloss sich erneut dazu, nur den Brasilianer Tiago Splitter auf Nowitzki anzusetzen und traf damit die richtige Entscheidung.

Vorne harmlos, hinten chaotisch und im Herzen ohne Mumm - so ergab sich Dallas in der wichtigsten Partie des Jahres.

Was bleibt also von einer Mavericks-Saison, die einer Non-Stop-Achterbahnfahrt glich und letztlich ein unwürdiges aber doch passendes Ende fand.

Für Nowitzki ist das Fenster auf eine zweite Meisterschaft nur noch einen Spalt breit offen und mit dem aktuellen Kader - auch wenn er zum Ende des Jahres besser ins Rollen kam - dürfte kaum Besserung in Sicht sein.

Es ist ein bisschen wie in der Szene des Films "Ziemlich beste Freunde", in der der vom Kopf abwärts gelähmte Millionär Phillipe seinen Pfleger Driss auffordert, ihm nach einem Disput Schokolade in den Mund zu stecken.

Driss' simple Antwort: "Keine Arme, keine Schokolade."

Die Mavs werden auch in naher Zukunft in den Playoffs keine Erfolge feiern, wenn sie eines nicht verstehen: Keine Defense, kein Sieg.

Mental war Dallas den ständigen Drucksituationen der Saison nur selten gewachsen.

Sinnbildlich dafür auch die Overtime-Pleite im letzten Saisonspiel gegen den direkten Konkurrenten Memphis Grizzlies, welche den Mavs erst den achten Platz in der Western Conference einbrachte.

Vor der kommenden Saison werden bei den Mavs nun sieben Spieler Free Agents, darunter auch Nowitzki, Shawn Marion und Vince Carter.

Trainer Carlisle wünscht sich Kontinuität im Kader, doch mit der jetzigen Mannschaft sind die Schwächen wohl eher nicht zu beheben.

Dass Nowitzki bleibt, gilt als sicher. Was mit dem Rest der Mannschaft passiert, wird äußerst spannend.

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