Nowitzki (l.) erzielte zum ersten Mal in den Playoffs 2014 über 20 Punkte © getty

Nowitzki kann die dritte Pleite gegen San Antonio trotz Bestleistung nicht verhindern. Parker und Splitter sind nicht zu stoppen.

Von Florian Pertsch

München - Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks haben das wichtige Spiel fünf der Best-of-Seven-Serie gegen die San Antonio Spurs verloren und stehen kurz vor dem Playoff-Aus in Runde eins.

Die Spurs setzten sich im Heimspiel gegen den texanischen Rivalen mit 109:103 (58:49) und haben die Serie nach einem 1:2-Rückstand in ein 3:2 gedreht (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Die Frage vor dem Spiel war, welcher Star endlich eine überragende Partie hinlegen würde ? Nowitzki oder Tony Parker?

Nowitzki knackt die 20-Punkte-Marke

Die Antwort: Parkwitzki

Der Würzburger Superstar der Mavericks erzielte für Dallas 26 Punkte - erstmals in diesen NBA-Playoffs - griff sich 15 Rebounds und kam jeweils auf einen Assist und einen Block (SERVICE: Der SPORT1 Nowitzki-Watch).

Freude kam beim NBA-Champion der Saison 2011 aber natürlich nicht auf, vor allem einer seiner letzten Wurfversuche wurmte Nowitzki besonders.

Nachdem sich Dallas 2:35 Minuten vor dem Ende auf vier Punkte (94:98) heran gekämpft hatte, ließ Nowitzki Tiago Splitter an der Dreierline ins Leere springen und entschied sich für den Mitteldistanzwurf.

Fehlwurf stoppt die Aufholjagd

Der Ball krachte aber nur auf den Ring und stoppte Dallas' Aufholjagd.

"Diesen Wurf würde ich gerne noch einmal nehmen", ärgerte sich Nowitzki hinterher: "Das war ein sehr wichtiger Schuss, den ich verwandeln muss."

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Tony Parker, in der Nacht zuvor zum ersten Mal Vater geworden und durch einen verstauchten Knöchel gehandicapt, antwortete mit seinem einzigen Dreier des Abends und führte die Spurs zum verdienten Sieg.

Der französische Aufbauspieler, der insgesamt 23 Punkte erzielte, ist bereits der dritte Spieler in der laufenden Playoff-Serie, der sich über Nachwuchs freuen kann ( 878128 DIASHOW: Die Bilder der 1. Playoff-Runde ).

Baby-Boom in Texas

Nach Spiel eins bekam Manu Ginobilis Frau das dritte Kind, nach Spiel zwei flitzte Mavericks Shawn Marion mit dem Privatjet von Besitzer Mark Cuban nach Chicago zu seiner Gattin.

"Das sind genau die Spiele, in denen Tony aufdreht", erklärte Teamkollege Tim Duncan: "Kein Schlaf, viel Stress - in solchen Situationen bringt er seine besten Leistungen. Ich habe das quasi von ihm erwartet."

Parker grinste nach dem Spiel bis über beide Ohren und gab freudig Auskunft: "Ich bin ein sehr glücklicher Mann. Ich habe nicht geschlafen, Josh kam sehr, sehr spät in der Nacht. Ich habe die komplette Partie auf Adrenalin gespielt."

Splitter dominiert die Zone

Der Franzose war mit Baby-Power nicht zu stoppen, doch das Duell unter den Körben war für Dallas letztlich der Genickbruch.

San Antonio erzielte 54 Punkte in der Zone, die Mavericks lediglich 28.

Besonders Tiago Splitter (17 Punkte, 12 Rebounds) bekamen die Mavericks beim "Pick and Roll" in der Schlussphase nicht in den Griff.

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Erschwerend kam die Verletzung von Mavs-Center Sam Dalembert gleich zu Beginn der Partie hinzu.

Zwar kam der Routinier zurück aufs Feld, doch in 23 Minuten brachte er nur auf zwei Punkte und neun Rebounds.

Carter übernimmt das Kommando

Für Dallas' sprang dafür ein anderer Oldie in die Bresche.

Der 37-jährigeVince Carter, Buzzer-Beater Held aus Spiel drei, traf sieben von neun Dreiern und hielt die zu keinem Zeitpunkt in Führung liegenden Mavs konstant im Spiel ( 877710 DIASHOW: Mavs vs. Spurs im Head-to-Head ).

"Vinsanity" trieb Spurs-Coach Gregg Popovich mit seinen Distanzwürfen und 22 Punkten in den ersten drei Vierteln zur Weißglut.

"Ich habe auf der Bank jetzt ein Foto von Vince rumgehen lassen, damit alle kapieren, wer dieser Typ ist", schimpfte "Pop" vor dem Schlussviertel in einem kurzen TV-Interview.

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Spurs-Big-Man Tim Duncan zollte dem Routinier seinen Respekt: "Vince war unglaublich. Auch Dirk hatte einen guten Rhythmus und hat ein paar schwere Würfe getroffen."

"Bei uns lief der Ball sehr gut. Wir haben viel in der Zone gepunktet und haben uns das Leben einfach gemacht", analysierte Duncan die Leistung der Spurs, die sich nur fünf Turnover in der Partie leisteten.

Die Mavericks stehen in der Playoff-Serie nun mit dem Rücken zur Wand und müssen die sechste Partie in der Nacht auf Samstag in Dallas unbedingt gewinnen.

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