Das Duell zwischen Kevin Love (l.) und Shawn Marion erhitzt die Gemüter © getty

Shawn Marion führt die Mavs trotz Loves Gala zum Sieg in Minnesota. Nowitzki hält sich zurück. Die Wolves hadern mit den Schiris.

Von Jonas Nohe

München/Minneapolis - Shawn Marion war an diesem NBA-Abend einfach überall.

32 Punkte, darunter zwei Dreier in der entscheidenden Phase im Schlussviertel, sechs Rebounds und eine überzeugende Abwehrleistung lieferte der 35-Jährige beim 100:98-Sieg der Dallas Mavericks bei den Minnesota Timberwolves ab (Die NBA 3 x wöchentlich LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Im Schatten von Marion hielt sich der deutsche Superstar Dirk Nowitzki über weite Strecken zurück. Und so war es nicht verwunderlich, dass "The Matrix" auch bei der entscheidenden Szene eine der Hauptrollen spielte (VOTING: Wählen sie Dirk Nowitzki ins All-Star Game).

Verschwörungstheorien bei den Wolves

In der Schlusssekunde schlug Marion Minnesotas Kevin Love bei dessen Versuch, die Wolves doch noch in die Overtime zu retten, den Ball aus der Hand. Das Spiel war zu Ende, der Pfiff der Schiedsrichter blieb aus - zum Ärger der Gastgeber.

"Er wurde gefoult", beklagte sich Rick Adelman: "Das muss man abpfeifen. Aber sie haben es nicht getan."

In seiner Wut flüchtete Minnesotas Coach in Verschwörungstheorien: "Ich frage mich, was in so einer Situation bei Dirk Nowitzki, LeBron James, all diesen Top-Spielern der Liga passiert wäre. Vielleicht verstehen sie nicht, dass Kevin einer der fünf besten Spieler in in dieser Liga ist."

"Eine ziemlich eindeutige Situation"

Tatsächlich präsentiert sich Love in dieser Spielzeit in bestechender Form. Gegen die Mavericks legte er mit 36 Punkten und elf Rebounds bei seinem 30. Einsatz zum 28. Mal ein Double-Double auf. Im Schnitt erzielt der 25-Jährige pro Spiel 29,5 Punkte und 13,9 Boards.

"Ich bin der Meinung, wenn man ein Foul sieht, noch dazu ein eindeutiges, muss man pfeifen", sagte Love zu der entscheidenden Szene: "Ich denke, das war eine ziemlich, ziemlich eindeutige Situation."

Marion gibt sich unschuldig

Marion sah die Sache naturgemäß etwas anders.

"Hey, hey. Das war kein Foul", sagte der Matchwinner, der den Mavericks im zweiten von drei Auswärtsspielen in Serie den zweiten Sieg bescherte. In der Nacht auf Donnerstag endet der Auswärtstrip bei den Washington Wizards.

Mit jetzt 18 Siegen und 13 Niederlagen festigte Dallas Platz acht im Westen und behielt im dritten Vergleich mit den Wolves in dieser Saison zum ersten Mal die Oberhand.

Minnesota (15:16) verpasste es dagegen, den Mavs im Kampf um die Playoffs näher auf die Pelle zu rücken. Zum fünften Mal hatten Love und Co. im Dezember die Gelegenheit, eine positive Bilanz zu erreichen - und scheiterten diesmal nur denkbar knapp (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Mavs verspielen deutliche Führung

Dass es am Ende überhaupt noch einmal so eng wurde, hatten sich die Mavericks allerdings größtenteils selbst zuzuschreiben.

Zur Halbzeit stand für Dallas noch eine komfortable 62:43-Führung zu Buche. Nach einem katastrophalen dritten Viertel, dass die Wolves mit 38:19 für sich entschieden, ging es mit einem Unentschieden in den Schlussabschnitt.

Dank der zwei Dreier von Marion und einem Korb von Nowitzki, der mit 16 Punkten und keinem Treffer bei vier Versuchen von der Dreierlinie einen insgesamt durchwachsenen Abend erlebte, zogen die Mavs wieder auf 97:90 davon (SERVICE: Der SPORT1-Nowitzki-Watch).

"Shawn war der Schlüssel"

Und dennoch spitzte sich am Ende noch einmal alles auf eben jenes Duell zwischen Love und Marion zu.

"Shawn war der Schlüssel in diesem Spiel, keine Frage", lobte Dallas' Coach Rick Carlisle seinen Schützling.

Für die Timberwolves waren es eher die Schiedsrichter.

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