Emir Mutapcic trainiert Deutschland während der EM-Qualifikation
Dennis Schröder spielt seit dieser Saison für die Atlanta Hawks in der NBA © getty

Der deutsche Rookie darf endlich wieder ran, kann Atlantas Pleite aber nicht verhindern. Auch Kamans Lakers verlieren, OKC und Spurs marschieren.

Von Jonas Nohe

München - Ganze acht Minuten hatte Dennis Schröder in den letzten 14 Spielen seiner Atlanta Hawks auf dem Parkett gestanden. Insgesamt wohlgemerkt, nicht pro Spiel.

Seine 13 Minuten Einsatzzeit im Auswärtsspiel bei den Orlando Magic dürfen also getrost als positives Zeichen gewertet werden. Nach reichlich Spielzeit in den ersten vier Saisonpartien war es für den deutschen Rookie der zweitlängste Einsatz seit Anfang November (Die NBA 3 x wöchentlich LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Getrübt wurde dieser persönliche Erfolg allerdings von der 102:109-Niederlage der Hawks in Orlando. Auch sechs Punkte, zwei Rebounds und ein Assist von Schröder änderten daran nichts.

Hawks kämpfen sich zurück

Über weite Strecken des Spiels lagen die Magic in Führung, mehrfach betrug der Vorsprung noch in der zweiten Hälfte bis zu zwölf Punkte. Mit einem starken Lauf im Schlussviertel drehten die Hawks die Partie aber noch einmal und führten ihrerseits mit drei Zählern.

Dann machten sich Atlantas zuletzt drei Overtime-Krimis in Folge und das Fehlen von Topscorer Al Horford aber doch bemerkbar. Mit einem 9:0-Run zog Orlando den Hawks endgültig den Zahn ( 825020 DIASHOW: Die Bilder der 9. NBA-Woche ).

Magic überzeugen als Team

"Ich weiß nicht, wann die Müdigkeit zuschlägt", erklärte Atlantas Coach Mike Budenholzer: "Aber offensichtlich hatten wir noch genug Energie, um zurückzukommen und in Führung zu gehen. Ich denke, man muss heute einfach vor Orlandos Leistung den Hut ziehen."

Die größte Stärke der Magic war an diesem Abend ihre mannschaftliche Geschlossenheit. Die gesamte Starting Five und zwei Spieler von der Bank punkteten zweistellig (SERVICE: Die Tagesbesten der NBA).

Arron Afflalo war mit 21 Zählern bester Werfer, Nikola Vucevic steuerte ein Double-Double (16 Punkte, 14 Rebounds) bei. Für die Hawks waren 22 Punkte von Point Guard Jeff Teague letztlich zu wenig.

Weiter Dritter im Osten

Nach zuletzt zwei Siegen in Folge und fünf Siegen aus den letzten sechs Partien kassierte Schröders Team damit wieder einen Dämpfer.

Dennoch steht Atlanta mit jetzt 17 Siegen bei 14 Niederlagen als Dritter der Eastern Conference weiterhin glänzend da. Orlando verbesserte seine Bilanz auf 10:20 und rückte wieder etwas näher an die Playoff-Plätze im Osten heran (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

SPORT1 fasst die weiteren NBA-Spiele der Nacht zusammen:

Los Angeles Lakers - Philadelphia 76ers 104:111

Mit Chris Kaman hat ein weiterer deutscher Nationalspieler ebenfalls eine Niederlage hinnehmen müssen. Der Center verlor mit seinen Los Angeles Lakers mit 104:111 gegen die Philadelphia 76ers.

Kaman steuerte von der Bank kommend vier Punkte, drei Rebounds und zwei Blocks bei. Bester Werfer der Lakers war mit Nick Young (26 Punkte) ebenfalls ein Bankspieler.

Angeführt von Thaddeus Youngs 25 Zählern fuhr das schlechteste Auswärtsteam der Liga nach 13 Niederlagen in fremder Halle erstmals wieder einen Sieg ein.

Pau Gasol, Kobe Bryant und Steve Nash fehlten den Lakers ohnehin, im ersten Viertel verloren sie dann auch noch Xavier Henry mit einer Knieverletzung.

"Wir müssen irgendwie die Kurve kriegen", sagte ein konsternierter Lakers-Coach Mike D'Antoni nach dem Spiel. Mit der 13. Niederlage im 31. Saisonspiel geraten die Playoffs für sein Team in immer weitere Ferne.

Oklahoma City Thunder - Houston Rockets 117:86

Die Oklahoma City Thunder haben sich auch im zweiten Spiel nach der schweren Verletzung von Point Guard Russell Westbrook unbeeindruckt gezeigt.

Topscorer Kevin Durant steuerte beim deutlichen 117:86-Erfolg gegen enttäuschende Houston Rockets 33 Punkte und 13 Rebounds bei, Westbrook-Ersatz Reggie Jackson kam auf 16 Zähler und acht Assists.

Bei den Rockets traf Reservist Aaron Brooks mit 17 Punkten am besten, die Superstars Dwight Howard (9), James Harden (8) und Jeremy Lin (6) blieben blass.

"Es ist immer noch hart, ihn nicht dabei zu haben", sagte Durant über Westbrooks Ausfall: "Aber wir wissen jetzt, was wir zu tun haben. Wir haben aus unseren Fehlern beim letzten Mal gelernt."

Die Thunder festigten mit jetzt 25:5 Siegen ihre Spitzenposition im Westen, Houston ist Fünfter.

San Antonio Spurs - Sacramento Kings 112:104

Auch die San Antonio Spurs (24:7) haben sich an der Spitze der Western Conference keine Blöße gegeben und Kellerkind Sacramento Kings (9:20) mit 112:104 das Nachsehen gegeben.

Manu Ginobili führte sein Team mit 28 Zählern an, Tim Duncan (17 Punkte, 13 Rebounds) steuerte ein Double-Double bei.

Den Kings reichte dagegen auch eine Galavorstellung von DeMarcus Cousins (29 Punkte, 14 Rebounds) nicht, um nach dem Overtime-Sieg gegen Meister Miami Heat für die nächste Überraschung zu sorgen.

"Sie sind ein großartiges Team. Das ist der Grund, warum ihre Bilanz Jahr für Jahr so stark ist", zollte Sacramentos Rudy Gay den Spurs großen Respekt: "Sie wissen, wohin sie den Ball haben wollen und bekommen ihn genau dorthin."

Cleveland Cavaliers - Golden State Warriors 104:108

Die Golden State Warriors haben mit dem 108:104 nach Overtime bei den Cleveland Cavaliers den fünften Sieg in Serie gefeiert.

Stephen Curry fehlte mit 29 Punkten, elf Assists und neun Rebounds nur ein Rebound, um sein Triple-Double aus dem Spiel gegen Phoenix zwei Tage zuvor zu wiederholen.

Nachdem ihm zwischenzeitlich die Zielsicherheit abhanden gekommen war, erzielte der Point Guard 13,5 Sekunden vor Ende der Verlängerung den entscheidenden Treffer zum Endstand.

"Wir glauben total an ihn. Wir werden ihm nicht sagen, dass er aufhören soll zu werfen", sagte Warriors-Coach Mark Jackson angesprochen auf Currys zwischenzeitliche Schwächephase.

Clevelands Spielmacher Kyrie Irving verbuchte als bester Werfer seines Teams 27 Zähler.

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