Ohne Superstar James wird Bosh für Miami zum Propheten. Schröder schaut bei Atlantas Sieg nur zu, im Big Apple herrscht weiter Frust.

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Von Jonas Nohe

München - LeBron James saß mit Leisten- und Knöchelbeschwerden im schicken Anzug auf der Bank der Miami Heat, als es im Topspiel bei den Portland Trail Blazers um alles ging.

Sieben Sekunden waren noch zu spielen, die Heat lagen mit 105:107 hinten. Rückkehrer Dwyane Wade bekam den Ball, an diesem Abend konnte den entscheidenden Wurf aber nur einer nehmen (Die NBA 3 x wöchentlich LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Bosh wird zum Propheten

34 Punkte und zehn Rebounds standen zu diesem Zeitpunkt auf dem Konto von Chris Bosh. Nachdem der Ball wie ein Regenbogen durch das Moda Center von Portland gesegelt war und im Korb landete, waren es 37 Zähler - und das bis dato beste Team der Liga hatte mit 107:108 das Nachsehen ( 825020 DIASHOW: Die Bilder der 9. NBA-Woche ).

"Ich habe eigentlich einen wesentlich konservativeren Spielzug angesagt", erklärte Heat-Coach Erik Spoelstra nach dem Spiel. Er habe etwas aufgezeichnet, um Bosh in Korbnähe zu bringen. Der aber habe gesagt: "Nein, ich will den Dreier!"

"Also hat er mich überstimmt und wurde zum Propheten", gab Spoelstra alles Lob an seinen Center weiter: "Er war großartig heute Abend." (SERVICE: Die Tagesbesten der NBA)

"Erstes Ausrufezeichen"

Ausgerechnet bei den bislang so starken Trail Blazers gelang den Heat damit auch die Wiedergutmachung für die bittere Pleite bei Kellerkind Sacramento am Abend zuvor. Wade sprach anschließend vom "ersten Ausrufezeichen" Miamis in dieser Saison.

Dabei sah es lange Zeit nach einer weiteren Überraschung für die mannschaftlich geschlossenen Trail Blazers aus. Die komplette Starting Five punktete angeführt von Wesley Matthews (23 Punkte) zweistellig, mit fünf Punkten Vorsprung ging Portland ins vierte Viertel.

Eine Führung vor dem Schlussabschnitt war in dieser Saison bisher auch immer gleichbedeutend mit einem Sieg für Damian Lillard und Co., gegen die Heat endete diese Serie.

"Man kann nicht alle Spiele gewinnen"

"Wir haben heute Abend zu viele Fehler gemacht", sagte ein enttäuschter Lillard, der den Kopf aber nicht allzu lange hängen ließ: "Man kann nicht alle Spiele gewinnen. Wir haben so viele gewonnen und heute wäre fast ein weiteres hinzugekommen."

Durch die Niederlage rutschten die Trail Blazers (24:6) in der Western Conference hinter den Oklahoma City Thunder (24:5) auf Rang zwei ab (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Die Heat (23:7) stehen im Osten ebenfalls auf Platz zwei und bleiben Spitzenreiter Indiana Pacers (24:5) auf den Fersen.

SPORT1 fasst weitere NBA-Spiele der Nacht zusammen:

Indiana Pacers - Brooklyn Nets 105:91

Ost-Spitzenreiter Indiana hat sich ebenfalls keine Blöße gegeben und den Abstand zu Miami durch den vierten Sieg in Serie beim 105:91 gegen die Brooklyn Nets konstant gehalten.

Alle fünf Starter der Pacers punkteten zweistellig, am treffsichersten war Paul George mit 24 Zählern. Für Brooklyn steuerte Paul Pierce als bester Werfer 18 Punkte bei.

Nach zwei Vierteln lag Indiana lediglich mit zwei Punkten vorne, zog den Nets in den beiden Schlussabschnitten mit konsequenter Verteidigungsarbeit aber den Zahn.

"Wir hatten das Gefühl, dass wir aggressiver sein und mit mehr Energie aus der Kabine kommen müssen", erklärte George das Erfolgsgeheimnis.

Die Nets kassierten einen Tag nach dem Sieg gegen Milwaukee die fünfte Pleite in den letzten sechs Spielen und liegen im Osten nur auf Platz elf.

Atlanta Hawks - Charlotte Bobcats 118:116

Die Atlanta Hawks haben zum zweiten Mal in Folge einen Overtime-Krimi für sich entschieden.

Zwei Tage nach dem 127:125 in Cleveland siegte das Team des deutschen Rookies Dennis Schröder auch in Charlotte mit 118:116 nach Verlängerung.

Schröder kam bei den Hawks nicht zum Einsatz, in Abwesenheit von Topscorer Al Horford (NEWS: Schock für Schröders Hawks) war Paul Millsap mit 33 Punkten und 13 Rebounds Atlantas Bester.

"Wir alle sind von dieser Situation noch ein bisschen geschockt", sagte Millsap zum Ausfall seines Teamkollegen: "Al ist ein großer Teil von uns, aber wir haben es ganz gut abgeschüttelt und einfach Basketball gespielt."

Mit jetzt 17:13 Siegen sind die Hawks eine der positiven Überraschungen in der enttäuschenden Eastern Conference. Charlotte (14:17) liegt drei Plätze dahinter auf Rang sechs.

Los Angeles Clippers - Utah Jazz 98:90

Angeführt von einem überragenden Blake Griffin haben die Los Angeles Clippers einen 98:90-Heimsieg gegen die Utah Jazz eingefahren.

Griffin erzielte 40 Punkte und schnappte sich zudem zehn Rebounds. Teamkollege Chris Paul kratzte mit 21 Zählern, zehn Rebounds und neun Assists an einem Triple-Double.

"Ich habe nach dem Spiel auf den Statistikbogen geschaut und dachte: 'Wow, er hatte 40'", sagte ein beeindruckter Paul nach dem Spiel über Griffin: "Ich denke sein Selbstbewusstsein ist im Moment ziemlich groß - und das zu Recht."

Die Jazz konnten dagegen nicht an den Erfolg gegen die Lakers am Vorabend anknüpfen, Bankspieler Enes Kanter war mit 17 Punkten und zwölf Rebounds Bester seines Teams.

Während die Clippers weiter auf Rang vier liegen, bleibt Utah Schlusslicht der Western Conference.

Toronto Raptors - New York Knicks 115:100

Die Toronto Raptors haben auch das zweite Spiel in Folge gegen die New York Knicks für sich entschieden. Nach dem Sieg im Madison Square Garden am Vorabend siegten die Raptors auch zuhause mit 115:100.

Kyle Lowry legte mit 32 Zählern und elf Assists ein Double-Double auf. Amar'e Stoudemires 23 Zähler für die Knicks konnten die dreite Pleite in Folge und die 21. Niederlage im 30. Saisonspiel nicht verhindern.

"Wir werden nicht beständig gewinnen, bis wir ordentlich verteidigen und rebounden", erklärte Knicks-Coach Mike Woodson die Schwachstellen seines Teams.

Vorerst befindet sich das Team aus dem "Big Apple" weiter in den Niederungen der Eastern Conference, Toronto liegt auf Rang vier.

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