In Abwesenheit von Westbrook führt Durant die Thunder im Alleingang zum Sieg. Kaman spielt stark, die Lakers verlieren trotzdem. Curry glänzt.

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Von Jonas Nohe

München - Die Oklahoma City Thunder haben auch ohne ihren verletzten Point Guard Russell Westbrook einen 89:85 (42:36)-Sieg bei den Charlotte Bobcats gefeiert und an der Spitze der Western Conference wieder zu den Portland Trail Blazers aufgeschlossen (beide 24:5 Siege).

In Abwesenheit von Westbrook (NEWS: Lange Pause für Westbrook) nahm Topscorer Kevin Durant des Heft in die Hand und führte sein Team mit 34 Punkten, zwölf Rebounds und sechs Assists praktisch im Alleingang zum Sieg (Die NBA 3 x wöchentlich LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Westbrook fällt wochenlang aus

"Das war natürlich ein emotionaler Tag mit Russell, aber ich denke, wir sind gut damit umgegangen", lobte Thunder-Coach Scott Brooks sein Team. Westbrook hatte sich am Freitag einer Arthroskopie am rechten Knie unterzogen und wird Oklahoma voraussichtlich bis Mitte Februar nicht zur Verfügung stehen.

Zumindest bei den Bobcats (14:16), trotz negativer Bilanz immerhin fünftbestes Team im Osten, kam Durant auch ohne seinen kongenialen Partner zurecht. Vor allem in der Crunchtime war der NBA-Topscorer der vergangenen drei Jahre immer wieder zur Stelle und erzielte allein im letzten Viertel 14 Punkte (SERVICE: Die Tagesbesten der NBA).

Durant gibt sich bescheiden

"Ich brauche Reggie Jackson. Ich brauche Serge Ibaka. Ich brauche Kendrick Perkins. Ich scheue mich nicht, das zu sagen", äußerte sich Durant bescheiden: "Ich muss mich auf diese Jungs verlassen, genau wie wir alle uns aufeinander verlassen müssen. Darum geht es bei einem Team."

Jackson übernahm Westbrooks Platz in der Starting Five und lieferte mit zehn Punkten, sechs Assists und drei Rebounds eine ordentliche Leistung ab. Seine Wurfausbeute von vier Treffern bei 19 Versuchen ist aber ausbaufähig.

"Er wird sich steigern. Er verlangt von sich selbst, dass er besser wirft und das wird ihm auch gelingen", sprach Brooks seinem Schützling nach dem Spiel Mut zu.

Bobcats-Coach Clifford unzufrieden

Sein Gegenüber Steve Clifford war dagegen überhaupt nicht zufrieden, obwohl die Bobcats das Spiel gegen eines der besten Teams der Liga bis in die Schlusssekunden offen gehalten hatten.

Beim Stand von 85:87 vergab Josh McRoberts 3,9 Sekunden vor dem Ende mit einem offenen Dreier den möglichen Gamewinner ( 825020 DIASHOW: Die Bilder der 9. NBA-Woche ).

"Das mag Sie überraschen, aber ich war überhaupt nicht zufrieden mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben", äußerte sich Clifford angefressen: "Ich mochte unsere Abwehrarbeit nicht und wir haben die Dinge nicht umgesetzt, die wir heute morgen besprochen haben. Wir haben ihnen Körbe geschenkt."

In der Offensive punktete aber fast die gesamte Starting Five der Bobcats zweistellig, Kemba Walker war mit 18 Zählern am treffsichersten. Center Al Jefferson steuerte mit 16 Punkten und elf Rebounds ein Double-Double bei.

SPORT1 fasst weitere NBA-Spiele der Nacht zusammen:

Utah Jazz - Los Angeles Lakers 105:103

Die Los Angeles Lakers stecken trotz einer starken Leistung des deutschen Nationalspielers Chris Kaman mit 13 Siegen bei jetzt schon 17 Niederlagen weiter in den Niederungen der Western Conference fest (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Dem Center gelang beim 103:105 (52:55) bei den Utah Jazz mit 19 Punkten und zehn Rebounds ein Double-Double.

Obwohl auch fünf seiner Teamkollegen zweistellig punkteten, darunter mit Nick Young (21 Punkte), Jordan Hill (16) und Xavier Henry (12) drei Bankspieler, kassierten die Lakers die vierte Niederlage in Folge.

Favors wird zum Matchwinner

Sekunden vor Schluss zog Gordon Hayward beim Stand von 103:103 in die Lakers-Zone, konnte den Ball aber nicht im Korb unterbringen.

Derrick Favors setzte nach und krönte seine starke Leistung (18 Punkte, 14 Rebounds) 2,1 Sekunden vor der Schlusssirene mit einem krachenden Dunk zum Endstand. "Mein erster Gamewinner überhaupt", erklärte Favors nach dem Spiel den Journalisten.

Der Dank der Jazz ging aber vor allem ans Publikum. "Sie haben uns mächtig Auftrieb gegeben. Wir hatten ein paar gute Runs und konnten teilweise gar nichts mehr verstehen", war Hayward von der Kulisse beeindruckt: "Es fühlt sich gut an, zuhause zu sein."

Golden State Warriors - Phoenix Suns 115:86

Mann des Abends beim deutlichen 115:86 (59:40) der Golden State Warriors gegen die Phoenix Suns war Stephen Curry.

Der Point Guard lieferte zwar für seine Verhältnisse bescheidene 14 Punkte ab, stellte mit 13 Rebounds und 16 Assists aber jeweils Karriere-Bestmarken auf und sicherte sich so ein Triple-Double.

"Das ist sehr seltsam", äußerte sich Curry nach dem Spiel selbst überrascht: "Den Großen zu helfen und mir so viele Rebounds zu schnappen, das ist mir vorher noch nie gelungen."

Sein Trainer war von der Vorstellung des 25-Jährigen regelrecht begeistert. "Er war eindrucksvoll. Ich liebe es, wie er gekämpft hat", sagte Mark Jackson: "Es war beeindruckend, wie er das Team geführt hat und seinen Fuß die ganze Zeit auf dem Gaspedal hatte."

Suns enttäuschen auf ganzer Linie

Jacksons Gegenüber war dagegen sichtlich konsterniert vom Auftritt seines Teams: "Das war ein totaler Betriebsausfall in sämtlichen Belangen." Nach drei Siegen in Folge kassierten die Suns erstmals wieder eine Niederlage.

Die Festtagsstimmung in Phoenix dürfte damit endgültig dahin sein, für den einzigen Lichtblick sorgte der ehemalige Bamberger P.J. Tucker mit seinem Double-Double (elf Punkte, zwölf Rebounds)

Den Warriors scheinen die Feiertage dagegen regelmäßig gut zu bekommen. In den vergangenen acht Jahren gewann Golden State jedes Mal das erste Spiel nach Weihnachten.

Brooklyn Nets - Milwaukee Bucks 104:93

Die Brooklyn Nets haben eine vier Spiele dauernde Negativserie beendet und beim 104:93 (48:37) gegen die Milwaukee Bucks den zehnten Saisonsieg gefeiert.

Bester Werfer der Nets war Shaun Livingston mit 20 Zählern, Mirza Teletovic steuerte von der Bank kommend 19 Punkte bei. Brooklyns Coach Jason Kidd hatte im 29. Saisonspiel bereits die 13. Startformation aufs Parkett geschickt.

Kidds Taktik greift

Der Schachzug, neben dem etablierten Deron Williams mit Livingston einen zweiten Point Guard aufs Feld zu schicken, zahlte sich gegen das schwächste Team der NBA von Beginn an aus.

"Der Ball war in Bewegung und wir haben viele freie Würfe bekommen", äußerte sich Kidd zufrieden: "Wir werden sehen, wie es morgen läuft. Aber ich denke, die beiden haben sehr gut zusammengespielt."

Bei den Bucks konnte auch ein Double-Double von Giannis Antetokounmpo (16 Punkte, zehn Rebounds) die 23. Pleite im 29. Saisonspiel nicht verhindern.

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