Jeff Teague trifft per Buzzerbeater zum Hawks-Sieg. Die Bilder der 9. NBA-Woche... © getty

Atlantas Teague erlebt eine magische Nacht, Schröder ein Desaster. Portlands Aldridge trotzt Zahnschmerzen, Memphis hadert mit den Schiris.

Von Jonas Nohe

München - Die Atlanta Hawks haben dank Jeff Teague einen echten Krimi bei den Cleveland Cavaliers nach zweimaliger Overtime mit 127:125 (108:108, 95:95, 50:48) für sich entschieden.

Mit der Schlusssirene setzte der Point Guard im Rückwärtsfallen einen Sprungwurf aus der Halbdistanz an. Der Ball sprang fünfmal auf dem Ring hin und her und fiel schließlich zum Entsetzen der Zuschauer in der Quicken Loans Arena in den Korb (Die NBA 3 x wöchentlich LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Bereits Sekunden vor Ende der ersten Verlängerung hatte Teague überhaupt erst dafür gesorgt, dass es soweit kommen konnte. Mit einem weiten Dreier zum 108:108 zwang er das Spiel in die zweite Overtime.

Karriere-Bestmarke für Teague

"Ich konnte den Ball nicht einmal sehen, aber Kyle (Korver, Anm. d. Red.) sagte mir, was passiert war", erzählte der Matchwinner nach dem Spiel von seinem entscheidenden Korb: "Ich bin wirklich glücklich, dass er reingegangen ist."

Vor allem, aber nicht nur in den entscheidenden Momenten war Teague zur Stelle. Mit 34 Zählern stellte der Spielmacher eine neue Karriere-Bestmarke auf und verteilte zusätzlich noch starke 14 Assists (SERVICE: Die Tagesbesten der NBA).

"Ganz klar, Jeff Teague hat eine ganze Menge Aktionen über das Spiel und in den beiden Verlängerungen gehabt. Ich bin stolz auf ihn", lobte Hawks-Coach Mike Budenholzer.

Bitterer Kurzeinsatz für Schröder

Für Teagues deutschen Ersatzmann Dennis Schröder dürfte Budenholzer dagegen weniger positive Worte übrig haben. Der 20-Jährige kam knapp zwei Minuten vor Ende des ersten Viertels ins Spiel und produzierte mit einem schlechten Pass direkt einen Ballverlust.

Nur sechs Sekunden nach seiner Einwechslung musste Schröder das Parkett wieder verlassen - und kam im weiteren Verlauf der Partie nicht mehr zum Einsatz.

Für seine Teamkollegen Al Horford und DeMarre Carroll war das Spiel ebenfalls vorzeitig beendet. Carroll verletzte sich im vierten Viertel an der rechten Hand, Horford verließ das Parkett in der ersten Verlängerung mit einer Blessur an der rechten Schulter ( 825020 DIASHOW: Die Bilder der 9. NBA-Woche ).

Ein langfristiger Ausfall der beiden Starter wäre für die Hawks wohl ein teurer Preis für den Erfolg in Cleveland, vor allem Horford hatte mit 25 Zählern vor seiner Verletzung wieder einmal großen Anteil an Atlantas Sieg.

"Das ist ein Herzensbrecher"

Für die Cavaliers war es auch ohne Verletzungssorgen ein bitterer Abend vor eigenem Publikum. Zwölf Mal wechselte im Lauf der Partie die Führung hin und her, gleich 17 Mal stand es unentschieden.

"Das ist definitiv ein Herzensbrecher", sagte ein konsternierter Kyrie Irving nach dem Spiel. Mit 40 Punkten, darunter zwölf in der zweiten Overtime, hatte der Point Guard sein Team lange auf der Siegerstraße gehalten.

Am Ende stand für Cleveland dennoch die dritte Niederlage in Folge, mit zehn Siegen und 18 Niederlagen stehen die Cavaliers im Osten auf Rang zehn. Die Hawks festigten dagegen als eines von nur drei Teams mit positiver Bilanz in der Eastern Conference Rang drei (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

SPORT1 fasst weitere NBA-Spiele der Nacht zusammen:

Portland Trail Blazers - Los Angeles Clippers 116:112

In der Western Conference grüßen weiterhin die Portland Trail Blazers von der Spitze.

Das Überraschungsteam der bisherigen Saison setzte sich gegen die Los Angeles Clippers dank einer geschlossenen Teamleistung mit 116:112 (101:101, 47:46) nach Verlängerung durch.

Angeführt von LaMarcus Aldridge, dem mit 32 Punkten und zehn Rebounds ein Double-Double gelang, punktete bei den Trail Blazers die gesamte Starting Five zweistellig.

Bei den Clippers konnten auch die wieder einmal überragenden Chris Paul (34 Punkte, 16 Assists) und Blake Griffin (35 Punkte, elf Rebounds) die Niederlage nicht verhindern.

Aldridge trotzt Zahnschmerzen

"Ich habe in den letzten vier Tagen nichts als Suppe gegessen. Daher war ich etwas besorgt, was mein Energielevel angeht", erklärte Aldridge, der am Sonntag einen Weisheitszahn gezogen bekommen hatte.

Auf dem Platz war bei Portlands bestem Scorer und Rebounder von Schwäche aber nichts zu sehen, in der Overtime erzielte er sämtliche Treffer seines Teams aus dem Feld heraus.

Bei den Clippers hatte vor allen Dingen Griffin im Blickpunkt gestanden, nachdem er am Abend zuvor bei der 103:105-Niederlage gegen die Golden State Warriors für eine Rangelei mit Andrew Bogut vorzeitig zum Duschen geschickt worden war.

Vor der Partie in Portland hatte die NBA die Entscheidung im Nachhinein für ungerechtfertigt erklärt, Griffin hätte lediglich mit einem normalen Foul bestraft werden sollen.

"Jeder wird irgendwann in seiner Karriere mal zur Zielscheibe", sagte Clippers-Coach Doc Rivers zu der Affäre: "Da musst du dann einfach durch."

Houston Rockets - Memphis Grizzlies 100:92

Die Houston Rockets haben nach ihrem beeindruckenden Auswärtssieg im Texas-Duell mit den San Antonio Spurs nachgelegt.

Vor heimischer Kulisse gelang im Toyota Center vor allem dank eines starken letzten Viertels ein 100:92 (45:53)-Erfolg gegen die Memphis Grizzlies.

Star-Center Dwight Howard blieb auch wegen Foulproblemen mit zwei Punkten und sechs Rebounds in 18 Minuten Spielzeit blass, die anderen vier Starter der Rockets punkteten aber allesamt zweistellig.

James Harden war mit 27 Zählern am treffsichersten, bei den Grizzlies hielt Zach Randolph mit 23 Punkten und 17 Rebounds dagegen.

Bei den Grizzlies sorgten vor allem die Schiedsrichter für Aufregung. "Das war eine fürchterliche Schiedsrichterleistung heute. Es war wie acht gegen fünf, furchtbar", beklagte sich Randolph nach dem Spiel.

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