Ein starker Dirk Nowitzki kann Dallas' Pleite im Texas-Duell mit San Antonio nicht verhindern. Ein Spurs-Veteran entscheidet die Partie.

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Von Jonas Nohe

München/Dallas - Dirk Nowitzki hat im Duell der NBA-Veteranen knapp den Kürzeren gezogen.

Bei der 107:116-Niederlage seiner Dallas Mavericks gegen die San Antonio Spurs erzielte der 35-Jährige starke 25 Zähler und bewies wieder einmal, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört (Die NBA 3 x wöchentlich LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Letztlich musste sich der deutsche Superstar aber dem zwei Jahre älteren und an diesem Abend noch etwas besseren Tim Duncan und seinen Spurs geschlagen geben.

Double-Double für Duncan

"Wenn er in der Nähe des Korbes auftaucht, dann sind das zwei fast sichere Zähler", sagte Dallas' Vince Carter über Duncan: "Man kann nur hoffen, dass er einen schwachen Abend erwischt."

Den aber hatte Duncan mit 21 Punkten und 13 Rebounds keinesfalls, auch weil die Mavericks ihm auf den großen Positionen kaum etwas entgegenzusetzen hatten.

Big Man Samuel Dalembert spielte zwar 24 Minuten, hatte aber noch mit den Folgen einer Erkrankung zu kämpfen. Brandan Wright kam mit denselben Symptomen gar nicht erst zum Einsatz.

Green erlebt perfekten Abend

So versuchte sich über weite Strecken DeJuan Blair gegen den etwa zehn Zentimeter größeren Duncan, der aber gerade in der entscheidenden Phase des Spiels nicht zu stoppen war.

Als die Mavericks knapp vier Minuten vor dem Ende beim 97:100 noch einmal in Schlagdistanz kamen, markierte Duncan sechs Zähler in Folge und fand dann auch noch Danny Green, der einen offenen Dreier zum 109:103 versenkte.

Es war einer von fünf Distanzwürfen, die Green bei seinen 22 Zählern traf. Insgesamt zielte der Shooting Guard siebenmal in Richtung Mavericks-Korb - und war bei sämtlichen Versuchen erfolgreich.

"Danny Green hatte einen richtigen Lauf aus der Distanz", lobte Spurs-Coach Gregg Popovich seinen Schützling: "Wir konnten uns eine kleine Führung erarbeiten und die über die Zeit bringen."

Frühe Schwächephase der Mavs

Tatsächlich mussten die Mavericks über weite Strecken des Spiels einem Rückstand hinterherlaufen. Eine kleine Schwächephase Ende des ersten Viertels ermöglichte San Antonio einen 12:2-Lauf und eine 27:20-Führung nach dem ersten Abschnitt.

Bis zum Ende des Spiels gaben die Spurs die Führung nicht mehr ab und schafften so auch die Wiedergutmachung für die 98:111-Heimniederlage gegen die Houston Rockets am Abend zuvor.

Kurios: Eben jene Rockets hatten wenige Tage zuvor noch vor heimischem Publikum gegen die Mavericks verloren. Die direkten Duelle um die Vorherrschaft in Texas endeten also allesamt mit Auswärtssiegen - und ohne eindeutiges Ergebnis.

Chicago vor der Brust

"Das macht die Sache doch interessant", sagte Carter zur Rivalität mit Rockets und Spurs: "Und es zeigt, dass alle drei Teams ziemlich gut sein können."

In der Western Conference liegt Dallas mit einer Bilanz von 16 Siegen und 13 Niederlagen auf Platz acht derzeit gerade noch so auf einem Playoff-Platz. In der Nacht auf Sonntag müssen die Mavericks bei den Chicago Bulls antreten.

San Antonio (23:7) auf Platz drei und Houston (20:11) als Fünfter stehen deutlich besser da (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Nowitzki kritisiert Defensive

Für Nowitzki hat das vor allem einen Grund: "Es gab vielleicht ein oder zwei Momente, wo wir in der Schlussphase nicht genug gepunktet haben, um zu gewinnen. Aber davon abgesehen, haben wir bei allen Niederlagen zu viele Punkte abgegeben." (VOTING: Wählen sie Dirk Nowitzki ins All-Star Game)

Auch gegen die Spurs seien die 116 gegnerischen Zähler der Knackpunkt gewesen: "Das sind fast 30 Punkte pro Viertel, das ist hart. Das setzt unsere Offensive unter Druck." (SERVICE: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Im Gegensatz zu den eingespielten Spurs scheinen sich die Mavs nach den zahlreichen personellen Umbaumaßnahmen zumindest unter dem eigenen Korb noch nicht gefunden zu haben.

Carlisle angesäuert

Auf die Probleme angesprochen, reagierte Dallas' Coach Rick Carlisle angefressen. "Wir sind zu alt, wir haben Probleme auf den großen Positionen, wir haben dieses und jenes. Es ist nicht schwer, eine Liste zu erstellen", sagte der 54-Jährige.

"Aber mein Job ist es nicht nur, Probleme zu identifizieren, sondern sie zu lösen. Euer Job ist es nur, Probleme zu erkennen", ätzte Carlisle gegen die Reporter in Dallas und fügte an: "Das ist ein Grund, warum mein Job wesentlich besser bezahlt ist als eurer - weil er schwieriger ist."

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