Heißes Duell zu erwarten: Miamis LeBron James (l.) und Pau Gasol von den Lakers © getty

Im Weihnachtsklassiker gegen die Heat müssen die Lakers ihre Sinn-Krise und LeBron stoppen. Ihr Coach schimpft sich Idiot.

Von Michael Spandern

Der wohlklingende Weihnachts-Schmaus duftet in der NBA in diesem Jahr nach Demontage.

Nach zwei heftigen Klatschen in Golden State und Phoenix haben die Los Angeles Lakers den Meister Miami Heat zu Gast (ab 23 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und LIVESCORES) - und der ist zuletzt mächtig heiß gelaufen.

Nach fünf Siegen mit durchschnittlich über 114 erzielten Punkten will das Starensemble um MVP LeBron James in L.A. den sechsten Streich. (die NBA 3 x wöchentlich LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM)

Ost-Spitzenreiter Indiana Pacers (23 Siege - 5 Niederlagen) ist in Schlagdistanz der Heat (21-6). ( 825020 DIASHOW: Die Bilder der 9. NBA-Woche )

Schenken die Lakers die Saison ab?

Zumal die sich zu einem X-Mas-Schreck der Lakers entwickelt haben. Viermal trafen sie in der Ära von Kobe Bryant am 25. Dezember auf die Hollywood-Truppe, viermal gingen sie als Sieger vom Feld.

Der 15-malige All-Star Bryant allerdings fehlt bekanntlich seit einer Woche erneut, nun wegen eines Bruchs des Schienbeinköpfchens am linken Knie. (Bericht: Bryant-Beben - Der Preis für 17 Jahre Knochenjob)

Und manches deutet darauf hin, dass die Lakers die Saison zugunsten eines Top-Draftrechts frühzeitg abschenken, auch wenn die Playoff-Plätze nur drei Siege entfernt sind. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

Farmar kehrt zurück

Die "Black Mamba" gesellt sich im Lazarett zum ehemaligen MVP Steve Nash, Steve Blake und Jordan Farmar.

Immerhin: Farmar hat seinen Muskelriss im Oberschenkel auskuriert und Grünes Licht für den Weihnachts-Klassiker, was die Spielmacher-Not bei den Lakers ein wenig lindern könnte.

"Farmar wieder dabei zu haben wird uns beträchtlich helfen", sagt Trainer Mike D'Antoni und führt aus, dass die kleineren Akteure nun keine überlangen Einsätze mehr leisten, dafür aber auf ihre angestammten Positionen zurückkehren können.

D'Antoni verprellt die Fans

Der Coach steht auch persönlich im Fokus, legte er sich doch nach dem Desaster bei den Suns mit den grollenden Fans an. Wer von den Lakers enttäuscht sei, "soll sich doch ein anderes Team zum Anfeuern suchen".

An Heiligabend ruderte D'Antoni dann mächtig zurück: "Ich war ein Idiot. Ich war kopflos und bin ausgerastet. Wir haben schlecht gespielt und ich habe Sachen gesagt, die ich nicht hätte sagen sollen. Das war dumm."

Was er gemeint habe: Sein dezimiertes Team stecke in Schwierigkeiten und brauche den Rückhalt des ganzen Stadt, um über sich hinauszuwachsen.

Fieberthermometer Gasol

Allein das neu kreierte, glitzernde silber-weiße Weihnachtstrikot dürfte noch keine Jubelstürme auslösen.

Zumal es mit seinen kurzen Ärmelchen den Verdacht erweckt, es sei beim kalifornischen Konkurrenten Golden State Warriors abgekupfert worden.

Die Ärmel aufkrempeln sollten bei den Lakers vor allem die Big Man: Kobes Schützling Pau Gasol liefert auch in dessen Abwesenheit nur unterdurchschnittliche Werte ab.

Auch Kaman kämpft

Der Spanier ist das Fieberthermometer von L.A.: Schaffte er 15 oder mehr Punkte, gewannen die Lakers 9 von 14 Spielen - wenn nicht, nur 4 von 13.

Der deutsche Ex-Nationalspieler Chris Kaman - Mitte des Monats wiederholt nicht eingesetzt - kämpft eher um Minuten und Konstanz.

Einem starken Auftritt in Oakland (10 Punkte, 17 Rebounds) ließ er nur einen Punkt in Phoenix folgen. (VOTING: Wählen Sie Dirk Nowitzki ins All-Star Game)

Bryant uneinholbar bei den X-Mas-Punkten

Bei den Heat dagegen kommt der beste Spieler der Liga in bester Verfassung daher. "King James" rettete dem Meister am Montag mit 38 Punkten einen bereits verloren geglaubten Sieg gegen Atlanta.

"Er wird jedes Jahr besser, und das ist beängstigend", seufzt D'Antoni. ( 193041 DIASHOW: Die 20 bester Scorer der NBA-Gechichte )

Den Rekord an Punkten in Weihnachtsspielen dürfte er Bryant dennoch nicht abknöpfen, den der kalifornische Patient kommt auf 383.

Das sind 188 mehr als James und 180 mehr als Dwyane Wade, der nach einem Spiel Schonzeit für seine Knie zurückkehren dürfte.

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