Dirk Nowitzki (l.) wurde 2011 zum MVP der Finals gewählt © getty

Mit 31 Punkten führt "Dirkules" die Mavericks zum Sieg in Houston und verdrängt die nächste NBA-Ikone in der ewigen Scorerliste.

Von Eric Böhm

München/Houston - Dirk Nowitzki hat sich die nächste NBA-Legende stilvoll geschnappt.

Beim 111:104 (50:57) seiner Dallas Mavericks im Texas-Derby bei den Houston Rockets markierte er starke 31 Punkte und verdrängte Alex English von Rang 13 der ewigen Scorerliste (Die NBA 3 x wöchentlich LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Mit nun 25.631 Zählern nähert sich "Dirkules" mit großen Schritten den Top Ten. Noch etwa 1000 Punkte trennen ihn von Oscar Robertson - auf dem Weg wird er sich an John Havlicek und Dominique Wilkins vorbeischieben ( 193041 DIASHOW: Die 20 bester Scorer der NBA-Gechichte ).

"Er ist der große Nowitzki. Er ist einer der großartigsten Spieler in der Geschichte dieses Spiels. Er hat die Position des Power Forwards für immer verändert. Das sieht man im heutigen Spiel", schwärmte Coach Rick Carlisle.

Gut gelaunt

Nach zwei recht dünnen Jahren und einigen Knieproblemen trumpft der 35-Jährige nun wieder auf, wie in alten Zeiten. Mit durchschnittlich 21,5 Punkten pro Spiel kratzt er an den Top Ten - kein anderer Ü30-Akteur ist auch nur in seiner Nähe.

Für einige Journalisten, die ihm bereits die Meisterform von 2011 attestierten hatte Nowitzki nur ein müdes Lächeln (VOTING: Wählen sie Dirk Nowitzki ins All-Star Game).

"Das ist nur Glück! Hoffentlich kann ich noch ein paar Jahre so weitermachen und dann langsam verblassen", witzelte der MVP von 2007.

Mavs bestehen im "Must-Win"

Ganz nebenbei führte Nowitzki die Mavericks nach zwei Niederlagen in Folge auch zu einem extrem wichtigen Prestigesieg über den Rivalen um Center-Diva Dwight Howard (29 Punkte, 15 Rebounds).

"Das war ein Must-Win für uns. Wir haben zuletzt nicht unseren Basketball gespielt. Wenn Dirk wie nach der Pause ins Rollen kommt, wird es für uns alle leichter", meinte Monta Ellis.

Dallas (16 Siege - 12 Niederlagen) übernahm in einem furiosen dritten Viertel (36:21) die Kontrolle über die Partie und konnte sich am Ende auf seinen Kapitän verlassen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Harden fehlt

Die Rockets verkürzten ohne Olympiasieger James Harden (Knöchelprellung) etwa dreieinhalb Minuten vor Schluss auf 97:103, ehe Nowitzki mit zwei Treffern in Folge den Sack zumachte.

Ellis (18 Zähler), Vince Carter (16) und Jose Calderon (15) leisteten wertvolle Unterstützung. In 18 seiner vergangenen 20 Partien punktete der Spanier nun zweistellig.

"Niemand will mit drei Niederlagen in Folge in die Weihnachtspause. Sie haben mich nur zögerlich gedoppelt und mit kleineren Leuten verteidigt. Über die habe ich wie in meiner gesamten Karriere drübergeschossen", erklärte Nowitzki (SERVICE: Der SPORT1-Nowitzki-Watch).

Howard zieht den Hut

Der zurück zum Starter beförderte Sam Dalembert und Brandan Wright leisteten Howard zumindest ordentlichen Widerstand und trugen zur guten Abwehrarbeit in der zweiten Hälfte bei ( 825020 DIASHOW: Die Bilder der 9. NBA-Woche ).

"Sie haben wirklich großartig geworfen. Da kannst du nicht viel machen", sagte Howard. Dallas lag insgesamt und bei den Dreiern bei 50 Prozent aus dem Feld. Jeremy Lin (20 Zähler) war bei den Ersatzgeschwächten Gastgebern hinter Chandler Parsons (21) drittbester Scorer.

Die Mavs blieben in der Western Conference auf Rang sieben, schoben sich aber näher an Houston (18:11) heran. Nach Weihnachten geht es in der Nacht auf Freitag gegen Erzrivale San Antonio (ab 2.30 Uhr LIVESCORES).

"Dünner Deutscher wie ich"

Nowitzki wäre aber nicht Nowitzki, wenn er nicht zuletzt bei sich selbst noch Spielraum nach oben sehen würde:

"Der Zug zum Korb fehlt mir noch ein wenig. Ich muss öfter an die Freiwurflinie kommen. Ich bin nicht in der '11er Form, aber im Vergleich zu den letzten beiden Jahren geht es richtig gut."

Und die Scorerliste? "Das ist ein schöner Meilenstein. Wer hätte gedacht, dass ein dünner Deutscher wie ich, Alex English verdrängen könnte? Er war ein fantastischer Scorer", sagte Nowitzki gewohnt bescheiden.

English wird nicht der letzte Name auf der Liste des Legenden-Jägers bleiben.

[kaltura id="0_px3tg5o6" class="full_size" title="Ellis Fehlwurf kostet Mavs den Sieg"]

Weiterlesen