Wie Nowitzki (r.) wechselte auch P.J. Tucker aus Deutschland in die NBA © getty

Dallas muss sich den Dreier-Suns beugen. Der Superstar ist zwar wieder Topscorer, aber passt sich hinten den Kollegen an.

Von Eric Böhm

München/Phoenix - Der gute Saisonstart ist fast schon wieder Makulatur.

Dirk Nowitzki un die Dallas Mavericks kassierten bei den Phoenix Suns mit 108:123 (58:63) die vierte Niederlage aus den vergangenen sechs Spielen (Die NBA 3 x wöchentlich LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Vor allem die Art und Weise gegen die alles andere als überragenden Teams Toronto (Bericht) und nun Phoenix gibt Anlass zur Sorge.

"Wir wissen, dass Defense und Rebounds ein Problem sind. Das hat sich heute bestätigt. Wenn wir niemanden stoppen können, stecken wir in großen Schwierigkeiten", kritisierte Nowitzki (VOTING: Wählen sie Dirk Nowitzki ins All-Star Game).

Auch Nowitzki kein Abwehr-Faktor

Der deutsche NBA-Superstar war mit 21 Punkten einmal mehr Topscorer seines Teams, traf aber nur sieben seiner 17 Würfe und trug mit auchn nur sechs Rebounds zu der miserablen Abwehrleistung bei.

Der Vergleich mit einem Schweizer Käse würde sofort eine berechtigte Beschwerde der Eidgenossen nach sich ziehen. 15 Dreier und 15 Offensiv-Rebounds sind eine tödliche Kombination.

"Mann, wir müssen endlich ein bisschen verteidigen! Wie viele Punkte haben wir abgegeben? So kannst du nicht gewinnen", sagte der einzig wirklich gute Verteidiger Shawn Marion ( 822349 DIASHOW: Die Bilder der 8. NBA-Woche ).

Carlisle fordert Disziplin

Mit durchschnittlich 102,3 Gegenpunkten pro Partie stellt Dallas (15 Siege - 12 Niederlagen) die viertschlechteste Abwehr der Western Conference. Schon zehnmal gaben sie mindestens 105 Zähler ab. Die 123 gegen Phoenix waren die meisten in dieser Saison (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Unsere größte Herausforderung ist, diszipliniert zu bleiben. Wir pokern zu oft, machen dumme Fouls bei kaum noch Zeit auf der Wurfuhr. Dadurch entstehen Kettenreaktionen, die wir ausmerzen müssen", analysierte Coach Rick Carlisle.

Ein heißer Abend von draußen kommt schon einmal vor. Die Suns versenkten die Hälfte ihrer Dreier, aber in der Mitte klaffen bei den Mavs regelmäßig gewaltige Lücken.

Center-Trio geht unter

Davon profitieren nicht nur gegnerische Big Men, sondern auch aggressive Guards wie Eric Bledsoe, der einige seiner 25 Punkte durch Ziehen zum Korb markierte.

Nowitzki war nie ein herausragender Rebounder oder Stopper, umso wichtiger wäre ein auch körperlich robuster Nebenmann auf Center.

Das Trio DeJuan Blair, Sam Dalembert und Bernard James holte in insgesamt 20 Minuten gegen die keineswegs einschüchternde Frontline der Gastgeber ganze vier Rebounds - das geht nicht.

Moral stimmt

Der gerade erst wieder genesene Brandan Wright verbuchte 19 Punkte bei nur zehn Würfen, ist aber trotz mehr Muskelmasse eher Flieger als Abräumer.

"Wir müssen uns steigern, aber immer wenn wir rankamen, haben sie den nächsten Dreier reingehauen. Sie haben die Lichter ausgeschossen", stöhnte Wright.

In der Tat kämpften sich die Mavs kurz vor der Pause (54:56), im dritten Viertel (78:83) und gute acht Minuten vor Schluss (87:94) mit ihrer guten Offensive heran, um sich wieder Runs einzufangen.

"Vorn spielen wir richtig gut und haben 25 Assists pro Abend. Der Ball läuft also gut. Daran liegt es nicht", bestätigt Nowitzki (SERVICE: Der SPORT1-Nowitzki-Watch).

Hoffen auf Harris

Monta Ellis steuerte ebenfalls 19 Zähler bei, aber die miese Dreierquote (3 von 17) verhinderte in Verbindung mit der Abwehrschwäche ein Comeback.

"Das Verrückte ist, das wir trotzdem voll dabei sind. Memphis und Golden State liegen hinter uns. Ich hoffe, dass Devin Harris bald zurückkommt. Er wird uns gegen die schnellen Guards helfen", erklärte "Dirkules".

Rückkehrer Harris wird aber wohl erst nach Weihnachten einsteigen und dann noch einige Zeit brauchen. Gegen Bledsoe, Ex-Maverick Gerald Green (22 Punkte) und den früheren Bamberger P.J. Tucker (16) hätte er aber durchaus gegenhalten können.

Die Suns (16:10) stehen als Sechster im Westen weiter überraschend gut da und machten dem früheren Scharfschützen und heutigen Cheftrainer Jeff Hornacek Ehre.

"Wenn man nur die Offensive betrachtet, war es sicherlich unser bestes Saisonspiel", meinte Hornacek. Für die Mavs steht derweil in der Nacht auf Dienstag (ab 2 Uhr LIVESCORES) das Texas-Derby gegen die Houston Rockets an.

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