Kobe Bryant holte mit den Lakers fünf Meisterschaften in der NBA © getty

Kobe fällt mit einer Knieverletzung aus und schockt die Lakers. Der Vertrag wiegt schwer, die Amnesty-Option ist passe.

Von Florian Pertsch

München/Los Angeles - 17 Jahre Profi-Basketball.

1465 NBA-Spiele Knochen hinhalten, gegen Center knallen und danach das Parkett küssen.

17 Sommer ohne echte Pause - Playoffs, Nationalmannschaft (Die NBA 3 x wöchentlich LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Kobe Bryant ist ein Getriebener, ein Basketball-Junkie. Die Worte Pause oder Auszeit existieren in seinem Wortschatz nicht.

Acht Monate Reha

Den Preis für seinen unablässigen Willen zum Wettkampf bezahlt der Superstar der Los Angeles Lakers jetzt mit 35 Jahren.

Nach dem Achillessehnen-Riss vor acht Monaten und der quälend langen Reha stand die "Black Mamba" am 8. Dezember wieder auf dem Parkett, doch der Körper sagte ein zweites Mal laut Nein ( 822349 DIASHOW: Die Bilder der 8. NBA-Woche ).

Gegen die Memphis Grizzlies nun brach bei Bryant nach sechs Spielen das Schienbeinköpfchen am linken Knie.

Bryant bleibt zäh

Der fünfmalige NBA-Champion biss auf die Zähne, erzielte 21 Punkte und führte L.A. zum 96:92-Sieg (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Nach der ernüchternden Diagnose und prognostizierten sechs Wochen Pause gibt sich Bryant bei Twitter dennoch kämpferisch.

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Der King schickt Genesungswünsche

Lakers-Coach Mike D'Antoni ist nach dem erneuten Ausfall seines Stars geschockt: "Das ist so bitter für Kobe. Er hatte so hart für sein Comeback gearbeitet."

Superstar LeBron James schickte dem Lakers-Anführer via Twitter umgehend Genesungswünsche:

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Dass die sechs Wochen Ausfallzeit das Optimum wären, zeigt zum Beispiel der Fall Yao Ming. Der einstige Star-Center der Houston Rockets fiel von Mitte Dezember 2006 bis Anfang März 2007 aus.

D'Antoni erteilte den Fragen nach einem verfrühten Comeback seines Stars eine klare Absage und will Bryant auch in Zukunft die Entscheidung über eine Rückkehr überlassen.

Die Variante einer Pause bis zur nächsten Saison hält der Trainer aber für eine eher unkluge Idee.

D'Antoni flüchtet sich in Galgenhumor

"Das möchte ich mit Kobe lieber nicht besprechen. Wenn ihr wollt, dann nur zu. Aber nehmt euch lieber einer drei Meter langen Stock mit", erklärte D'Antoni mit ordentlich Galgenhumor.

Was ist also der richtige Weg für die Lakers und wo führt diese Horror-Saison noch hin?

Die Vertragsverlängerung Bryants am 25. November wird für Los Angeles gerade zum Bummerrang.

Denn: 48,5 Millionen Euro in den nächsten zwei Jahren sind selbst mit einem gesunden Bryant eine unfassbare Summe, die den Lakers angesichts des Salary Cap unnötig die Hände bindet.

Amnesty Clause nicht mehr möglich

Mit der fraglichen Zukunft des Superstars mutiert die Vertragsverlängerung womöglich zum finanziellen Super-GAU.

Die letzte Ausfahrt "Amnesty Clause" ist bereits geschlossen, nachdem die Lakers im Sommer 2013 Metta World Peace amnestierten.

Ein Trade scheint aktuell für so gut wie kein Team attraktiv und so hängt der "Laker-4-Live" dem Team aus Kalifornien wie ein Mühlstein am Hals.

Der Rest des Kaders strotzt nicht gerade vor NBA-Talenten. Mit All-Star Steve Nash sowie Jordan Farmar und Steve Blake fallen zudem alle Point Guards im Team aus.

Neuer Aufbau aus der D-League

Als Reaktion auf die Misere haben die Lakers nach Informationen von "USA Today" Kendall Marshall aus der Development League geholt.

Der Ex-North-Carolina-Star lieferte für die Delaware 87ers 19,4 Punkte, 9,6 Assists und 4,7 Rebounds im Schnitt ab und soll die gröbsten Lücken auf der Aufbau-Position füllen.

Doch reicht das perspektivisch für eine Franchise, die eigentlich jedes Jahr um den NBA-Titel mitspielen will?

Natürlich nicht und so werden im Fanlager bereits Stimmen laut, die Saison komplett abzuschenken.

So könnte zumindest über den Draft 2014 ein ordentlicher Spieler zum Kader der Lakers hinzustoßen.

"Nur ein Idiot würde das tun"

Stark genug wäre der College-Jahrgang im kommenden Sommer.

Dies würde aber bedeuten, dass L.A. fleißig verlieren muss, denn sonst stehen sie im schlechtesten Fall schwachen Draft-Picks und ohne Co-Star für Kobe da.

Dafür müsste Bryant nach seinem zweiten Comeback aber einen Gang zurück schalten, oder aber wie Derrick Rose eine Saison aussetzen.

Die Variante Karriere-Ende kommt sowieso nicht in den Planungen des Kobe B. vor.

Auf die Frage, ob er einen Gedanken an die Rente verschwenden würde, antworte die Black Mamba trocken: "Nur ein Idiot würde das tun."

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