Dirk Nowitzki war bereits MVP der NBA-Finals, einer WM und einer EM © getty

Dallas schaut nach oben. Drei Neue und der alte Dirkules glänzen. Der tauft ein "dreiköpfiges Monster" und nennt Problemfelder.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Die Stimmung ist gut: Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks haben die beiden bitteren Jahre nach dem Titelgewinn 2011 abgehakt.

Während der längsten Spielpause der Saison vor dem Duell mit den Memphis Grizzlies (ab 2.30 Uhr LIVESCORES) hatten die Texaner im Training viel Spaß und zogen nach knapp einem Saisondrittel eine positive Zwischenbilanz.

"Ich denke, wir sind wieder wer in der Liga. Es läuft sicher noch nicht alles rund, aber die neuen Jungs haben sich gut eingefügt und bringen mehr Qualität", betont Routinier Shawn Marion (Die NBA 3 x wöchentlich LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

"Chemie stimmt"

Zwar reichen 14 Siege aus 24 Spielen aktuell nur zu Rang acht in der Western Conference, aber das Potenzial der erneut umgekrempelten Truppe blitzte bereits auf.

Im Gegensatz zur vergangenen Spielzeit kann Dallas wieder auf Augenhöhe mit NBA-Spitzenteams konkurrieren - obwohl noch nicht alle Akteure topfit (Brandan Wright, Shane Larkin) oder einsatzbereit sind (Devin Harris).

"Es läuft schon ganz gut. Die Chemie stimmt. Wenn wir uns noch besser kennen, können wir noch ein bisschen draufpacken", sagt der neue Shooting Guard Monta Ellis.

Nowitzki vermisst Konstanz

Gegen starke Mannschaften wie Houston, Portland oder Golden State gelangen bereits Siege, bei Meister Miami wurde nur knapp verloren.

"Es gibt aber schon noch ein paar Probleme. Wir müssen auswärts besser spielen und Konstanz reinbringen", nennt Nowitzki zwei der größten Problemfelder (VOTING: Wählen sie Dirk Nowitzki ins All-Star Game).

Trotz großer individueller Qualität im Angriff sind jederzeit ernüchternde Rückschläge wie gegen Minnesota, in Sacramento oder auch in Atlanta drin.

Zu abhängig vom Sprungwurf

Vor allem auswärts fehlt Stabilität. Nur vier Erfolge stehen acht Pleiten gegenüber. Das ist die drittschlechteste Bilanz der Western Conference. Dabei wird die größte Stärke manchmal zum Problem.

Dank des neuen Backcourts Jose Calderon und Monta Ellis sind die Mavs eines der explosivsten und effizientesten Teams. Mit durchschnittlich 103,1 Punkten pro Spiel stehen sie auf Rang sechs.

Beide definieren sich aber genau wie Nowitzki oder Veteran Vince Carter über die Offensive und ihren Sprungwurf. Fallen diese vor fremder Kulisse nicht, können sie das nicht mit der Verteidigung ausgleichen ( 822349 DIASHOW: Die Bilder der 8. NBA-Woche ).

Dalembert folgt Kaman

Zwar ist Dallas schon traditionell kein Bollwerk, aber die Rebound-Schwäche bleibt gegen die starken Big Men im Westen (Howard, Griffin, Aldridge, Ibaka usw.) die Achillesferse. Nur vier Teams holen weniger Abpraller.

Neuzugang Sam Dalembert hat seinen guten Saisonstart mit einem verpennten Training und schwankenden Leistungen zunichte gemacht. Nach Chris Kaman und Darren Collison ist er auf dem besten Weg zum neuen Prügelknaben von Coach Rick Carlisle.

DeJuan Blair schlug neben Nowitzkis kongenialem Scoring-Partner Ellis von den Neuen am besten ein. Ihm fehlen als Center jedoch bei allem Einsatz ein paar Zentimeter.

Nowitzki schwärmt von Wright

Hoffnung macht der starke Saisoneinstand von Wright, der gegen Milwaukee in 19 Minuten 19 Punkte markierte und mit rund zehn Kilogramm mehr Muskelmasse zum Faktor unter dem Korb werden soll.

"Seine Dynamik ist Wahnsinn. B-Wright spielt über dem Ring. Er kann die Sachen gut, bei denen ich abstinke. Mit ihm, Sam und DeJuan haben wir ein dreiköpfiges Monster", schwärmt Nowitzki.

Der Würzburger selbst hat sich nach vielen Knieproblemen ebenfalls bärenstark zurückgemeldet. Mit im Schnitt 21,1 Punkten pro Spiel liegt er in der NBA auf Rang zwölf - Tendenz steigend (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Die Dreierquote (42,4 Prozent) ist besser als in sämtlichen 15 Jahren zuvor. "Ich fühle mich sehr gut. Die neuen Jungs machen mir das Leben leichter", bleibt der 35-Jährige gewohnt bescheiden.

"Können viele überraschen"

Als Finals-Anwärter hat Dallas im Westen zwar kaum jemand auf dem Zettel, aber das ist "gar nicht so schlecht", wie Calderon, der die Spielmacherposition stabilisiert hat, findet:

"Wir müssen einfach unseren Job machen. Dann können wir am Ende viele Leute überraschen. Es macht mir hier unglaublich viel Spaß."

In den vergangenen beiden Jahren war so etwas von keinem Maverick zu hören.

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