Kobe Bryant (l.) spielt bereits seit 1996 in der NBA © getty

Der 35-Jährige verliert mit den Lakers auch sein drittes Spiel. Gegen Durants OKC ist nichts drin. D'Antoni kanzelt Gasol ab.

Von Eric Böhm

München/Oklahoma City - Kobe Bryant hat auf dem Weg zu alter Stärke noch viel Arbeit vor sich.

Der Superstar der L.A. Lakers verlor auch sein drittes Spiel nach monatelanger Verletzungspause. Beim deutlichen 97:122 (51:66) bei den Oklahoma City Thunder kam er im Angriff kaum zu eigenen Chancen (Die NBA 3 x wöchentlich LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Zwar gab Bryant 13 Assists, brachte es aber nur auf vier Punkte (bei sechs Würfen) und leistete sich sieben Ballverluste.

"Ich bin nicht besorgt. Wir haben das Herz am richtigen Fleck. Ich habe einige positive Dinge gesehen, wir müssen es nur über einen längeren Zeitraum des Spiels hinkriegen", blockte Bryant erste kritische Nachfragen ab.

Kaum Hilfe

Spätestens nach durchschnittlich sechs Turnovers pro Partie, noch keinem erfolgreichen Dreier und fehlender Explosivität dürfte auch dem letzten Träumer klar sein, dass die "Black Mamba" ihren alten Biss nicht über Nacht wiederfinden wird.

Erschwert wird ihm der Weg zurück durch das vielleicht untalentierteste Ensemble an Mitspielern seiner Karriere. Die Zeiten in denen er eine Truppe mit Smush Parker oder Chris Mihm im Alleingang in die Playoffs schoss, sind längst Geschichte.

"Es gibt keine geheime Formel. Er wird sich mit der Zeit wohler fühlen, die Jungs werden sich mit ihm wohler fühlen und er wird besser spielen", sagte Coach Mike D'Antoni ( 819295 DIASHOW: Die Bilder der 7. NBA-Woche ).

Drei Point Guards verletzt

Ihm bleibt ja auch nichts als die Hoffnung übrig. Für den großen Angriff auf die Hochkaräter im Sommer 2014 stellten ihm die Lakers eine Ansammlung von sich viel zu ähnlichen Spielertypen hin, denen Dynamik für sein favorisiertes Hochgeschwindigkeitssystem fehlt.

Zudem ist für den immer phlegmatischeren Pau Gasol (14 Punkte), Flieger Wes Johnson oder Dreierspezialist Jodie Meeks Abwehrarbeit ein Fremdwort. Dazu kommen Personalsorgen.

Da in Steve Nash, Jordan Farmar und Steve Blake alle drei etatmäßigen Point Guards verletzt fehlten, musste Bryant die ungewohnte Spielmacherrolle ausfüllen.

"Punkte werden kommen"

Bereits lange vor dem Schlussviertel war die einseitige Begegnung entschieden. Der 35-Jährige blieb deshalb am Ende auch auf der Bank.

Von der alten Explosivität bei Zug zum Korb und Wurf ist erwartungsgemäß nach der Achillessehnen-OP wenig zu sehen.

"Ich bewege mich schon viel besser. Bald kann ich mehr Spielen, dann werden auch die Punkte kommen. Ich kann den Ball immer noch im Korb unterbringen", meinte Bryant.

Durant tumpft auf

Wie groß allerdings der Unterschied zum Spitzenniveau der NBA ist, zeigte das Thunder-Duo Kevin Durant (31 Zähler) und Russell Westbrook (19 Punkte, 12 Assists).

"Wir können viel noch viel besser spielen, aber die Chemie kommt langsam. Im April wollen wir unsere Topform erreichen, aber heute sind wir souverän aufgetreten", jubelte Durant.

Der beste NBA-Scorer verfehlte nur drei seiner 13 Würfe und war entscheidend an dem frühen 18:7-Lauf beteiligt, der OKC die Kontrolle gab.

Thunder bleiben dran

Näher als zum 38:44 kam L.A. nie mehr heran. Die schnelleren und einfach besseren Thunder dominierten vor allem in Korbnähe. Serge Ibaka (19 Zähler, 10 Rebounds) gelang ein Double-Double.

Oklahoma City (18 Siege - 4 Niederlagen) blieb auch im elften Heimspiel ungeschlagen und liegt nach dem fünften Sieg in Folge im Westen weiter gleichauf mit San Antonio auf Rang zwei (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

D'Antoni zu Gasol: "Härter arbeiten"

Bei den Lakers (10:12) kam dann sogar der deutsche Center Chris Kaman erstmals nach neun Spielen wieder zum Einsatz.

In den zwölf Minuten des Schlussviertels verbuchte er neun Zähler sowie zwei Rebounds. Nick Young (17 Punkte) war bester Schütze des Drittletzten der Western Conference.

Dass der Geduldsfaden immer dünner wird, zeigte nicht zuletzt D'Antonis Reaktion auf Gasols öffentliche Kritik, er bekäme zu selten den Ball in der Zone: "Er und das gesamte Team müssen einfach härter arbeiten."

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