Beim ersten Einsatz nach langer Pause ist der Star noch nicht der Alte. Toronto verdirbt L.A. dank zwei Lokalmatadoren die Party.

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Von Eric Böhm

München/Los Angeles - Trotz Einmarsch zu Darth Vaders "Imperial March" aus "Star Wars": Kobe Bryant hat eine unspektakuläre Rückkehr in die NBA hingelegt.

Exakt 240 Tage nach seinem Achillessehnenriss kam der 35-Jährige beim 94:106 (47:51) seiner Los Angeles Lakers gegen die Toronto Raptors auf 28 Minuten Einsatzzeit.

Der letzte Biss fehlte der "Black Mamba" logischerweise aber noch. Neun Punkte, acht Rebounds, vier Assists und gleich acht Ballverluste waren angesichts der Umstände eine normale Ausbeute (Die NBA 3 x wöchentlich LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

"Mein Spielrhythmus ist komplett weg. Aber es ist ein Anfang und ein Anfang ist gut denke ich", bewertete Bryant seinen Einstand.

"Er war eingerostet"

Wunderdinge durften trotz der Hollywood-würdigen Inszenierung ohnehin nicht erwartet werden. Dass er nach nur acht Monaten in seinem Alter überhaupt schon wieder spielt, ist ein kleines Wunder.

Der linkshändige Treffer mit Brett gefolgt von einem typischen Sprungwurf im zweiten Viertel ließ La-La-Land aber doch auf die sofortige Rückkehr des alten Kobe hoffen - es blieben bei neun Versuchen seine einzigen Treffer aus dem Feld.

"Er war heute noch ein wenig eingerostet. Das konnte man daran sehen, dass einige Würfe zu kurz waren. Aber es war sein erstes Spiel. Er wird seine Form finden und bald der alte Kobe sein", sagte Torontos DeMar DeRozan (26 Zähler), der in L.A. als Bryant-Fan aufwuchs.

Bryant sehr emotional

Bryant hatte schon vor dem Spiel mit den Emotionen zu kämpfen. Vor dem Einstieg in seine 18. NBA-Saison hatte er versucht, die Emotionen "zu gut wie möglich zu kontrollieren. Du denkst an die harte Arbeit und lernst, Spiel, Team und Stadt zu schätzen."

Seine Präsenz gab aber den Teamkollegen nicht den erhofften Schub. In den 28 Minuten mit Bryant 41 Punkte, in den 20 ohne ihn waren es 53 ( 816473 DIASHOW: Die Bilder der 6. NBA-Woche ).

"Wir müssen Kobe auch ein bisschen tragen. Er ist noch nicht in Topform, aber es ist eine lange Saison, und wir werden viel Spaß an ihm haben", betonte Reservist Xavier Henry (17 Punkte).

Johnson stiehlt die Show

Gegen die Raptors war davon aber noch nicht viel zu sehen: Die Lakers lagen nie in Führung, und Toronto beendete seine fünf Spiele andauernde Negativserie.

Der ebenfalls in L.A. aufgewachsene Forward Amir Johnson ragte mit 32 Punkten sowie zehn Rebounds heraus. Die Raptors gewannen erstmals seit 2001 bei den Lakers, obwohl sie ohne Rudy Gay angetreten waren. Der Forward soll in einem Sieben-Spieler-Deal nach Sacramento.

"Wir waren natürlich etwas down, weil unser halbes Team getradet werden soll. Wir wollten einfach rausgehen und die Emotionen in einen Sieg verwandeln", meinte Johnson.

Mega-Trade vor Abschluss

Für Gay, Aaron Gray und Quincy Acy sollen die Raptors Spielmacher Greivis Vasquez, sowie die Forwards Patrick Patterson, John Salmons und Chuck Haye erhalten (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Die elf einsatzbereiten Spieler reichten aber an diesem Abend aus. In der zweiten Hälfte legte Point Guard Kyle Lowry (23 Punkte, 8 Assists) zu. DeRozan machte mit zehn Zählern in den letzten gut vier Minuten den Sack zu.

Kaman nur Ersatz

Beste Schützen der Gastgeber waren die Reservisten Nick Young (19 Zähler) und Henry. Chris Kaman kam erneut nicht zum Einsatz und laboriert immer noch an Rückenproblemen.

Seit Statistiken aufgezeichnet werden (1970/71), hatten die Lakers nie zuvor keinen Starter mit einer zweistelligen Ausbeute.

Auf Coach Mike D'Antoni und Rückkehrer Bryant wartet noch viel Arbeit, um den Star und die Lakers (10 Siege - 10 Niederlagen) im Westen wieder konkurrenzfähig zu machen.

Kobes zweiter Auftritt steigt in der Nacht auf Mittwoch gegen die Phoenix Suns (ab 4.30 Uhr LIVESCORES).

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